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SG Langenfeld: US-Nationalspieler Antoine Baup macht Handballer größer

Handball, Regionalliga : US-Nationalspieler Baup macht die SG Langenfeld größer

Antoine Baup, Sohn eines Franzosen und einer Amerikanerin, hat durch seinen Sport schon viel von der Welt gesehen. Nun ist er bei der SG Langenfeld angekommen.

Im Oktober 2014 saß Antoine Baup plötzlich im Flieger nach Puerto Rico. „Das war schon ziemlich verrückt“, gibt er zu. Und der Insel folgten noch weitere Reiseziele, die sicherlich bei dem einen oder anderen Weltenbummler auf der Reiseliste stehen: Israel, Schweden, Luxemburg – und natürlich die Vereinigten Staaten. Die sorgten auch dafür, dass Baup auf die Karibikinsel flog. Denn der Sohn eines Franzosen und einer US-Amerikanerin spielt Handball, ziemlich gut sogar. Im Sommer 2014 in Bordeaux, wo Baup aufwuchs, traf er auf seinen Mitspieler Aboubakar Fofana, einen US-Nationalspieler. Und der war ganz angetan vom jungen Antoine Baup, einem Kreisläufer Marke Wuchtbrumme. „Er hat dann dem Trainer eine Nachricht geschrieben, und zwei Monate später war ich auf dem Weg nach Puerto Rico“, schildert Baup lachend seine Berufung in die Handball-Nationalelf der Vereinigten Staaten.

Der Sonne Bordeaux‘ hat er längst den Rücken gekehrt, seit diesem Sommer läuft Antoine Baup für die SG Langenfeld (SGL) auf. Vor fünf Jahren hörte er von Freunden, welchen Stellenwert der Handball in Deutschland genießt – und wechselte zum TV Korschenbroich an den Niederrhein. Über Borussia Mönchengladbach und Bayer Dormagen landete Baup schließlich in der Posthornstadt. Seine Finger im Spiel hatte hierbei mal wieder der umtriebige Sportliche Leiter Dennis Werkmeister. „Ich hatte schon länger mit ihm Kontakt. Als feststand, dass es in Dormagen nicht weitergeht, haben wir wieder telefoniert. Nach zwei Tagen war klar, dass ich nach Langenfeld komme“, erzählt Baup. Mit ihm hat die SGL nun einen Nationalspieler im Kader, der vor der Weltmeisterschaft 2021 in Ägypten sogar im erweiterten Kader der USA stand. „Dahin wären aber wohl eher ein paar andere Jungs mitgefahren“, sagt Baup ehrlich. Am Ende fuhr ohnehin niemand, weil in der Mannschaft das Coronavirus ausgebrochen war.

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Mit ihm, Urgestein Nils Raschke, dem aus der zweiten Mannschaft beförderten Ino Ahrens und Jacob Schmitz, der zum Perspektivkader der SGL gehört, kann Coach Lars Brümmer in der kommenden Saison auf vier Kreisleute zurückgreifen. „Er bringt schon eine gewisse Erfahrung mit“, sagt Brümmer über Baup. Trotzdem habe er den Wunsch, sich weiter zu verbessern. Baups größtes Pfund ist seine Physis: 110 Kilogramm Körpergewicht verteilt er auf 1,94 Meter Körpergröße. Wenn er den Raum betritt, wird es dunkel – allerdings ist der Franzose mit dieser Eigenschaft ziemlich allein im SGL-Kader. Deswegen fordert Brümmer von seinem Team viel Tempo, um den Größennachteil ausgleichen zu können. „Das ist vielleicht seine größte Baustelle im Moment“, sagt Brümmer, betont aber auch: „Sein Status ist eine sehr gute Ergänzung für die eher kleine Mannschaft.“

In die scheint der Student schon glänzend integriert. Baup studiert „International Business“ und reicht demnächst seine Bachelorarbeit ein, außerdem ist er bereits im Onlinemarketing tätig. Von den Leistungen der weitgehend neu zusammengestellten Mannschaft ist nicht nur der Rechtshänder beeindruckt. „Ich bin positiv überrascht, mit der Mannschaft macht es echt Bock“, sagt der 25-Jährige. Es sei auch eine gute Entwicklung zu sehen, wie gegen die Bergischen Panther zuletzt. Vor einigen Wochen noch sei man deutlich unterlegen gewesen, zuletzt verlor die SGL nur noch knapp gegen den Drittligisten. Immer im Getümmel vorne mit dabei: Antoine Baup. „Ich spiele sehr gerne auch im Angriff“, sagt er. „Sonst macht es ja nur halb so viel Spaß.“

Den scheint er auch abseits der Halle mit der Mannschaft zu haben und brachte den neuen Mitspielern sogar schon etwas Französisch bei. Er selbst spricht inzwischen sehr gut deutsch mit charmantem Akzent. „Am Anfang habe ich viel mit einer App gelernt“, erinnert er sich, lacht dann aber und gibt zu: „Das meiste deutsch habe ich auf Mallorca gelernt.“