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SG Langenfeld: Steffen Becker - vom Partyurlauber zum Regionalliga-Spieler

Fokus auf: Steffen Becker (SGL) : Vom Partyurlaub in die Regionalliga

Kaum ein Handballer der SG Langenfeld hat sich in den vergangenen zwei Jahren so positiv entwickelt wie Steffen Becker. Am Samstag geht es für ihn und sein Team gegen die HSG Siebengebirge.

Steffen Beckers Aufstieg zu einem Leistungsträger der SG Langenfeld (SGL) begann nicht etwa in der Halle. Nein, genau genommen begann er auf Mallorca – beim Partyurlaub. Im Mai 2017 suchten die SGL-Handballer für ihre traditionelle Abschlusstour auf die Balearen überaus kurzfristig einen Ersatz – und da kam jemand wie Becker gerade recht. Jung, spontan, ebenfalls Handballer, zwar nicht in Langenfeld, aber was soll’s. Niklas Schlossmacher, damals wie heute Linksaußen der Langenfelder Reserve-Mannschaft, bot seinem guten Kumpel den freigewordenen Platz an. Becker überlegte nicht lange und sagte zu.

„Wir haben uns sofort gut verstanden, wir alle miteinander“, berichtet Becker heute. Und weil die Chemie stimmte, führte der ebenfalls mitgereiste Trainer Dennis Werkmeister noch vor Ort die ersten „Verhandlungen“. Becker war recht schnell überzeugt. Für die kommende Saison hatte er noch seine Zusage für eine weitere Saison beim Ohligser TV in der Landesliga gegeben, ein Jahr später aber, 2018 also, wechselte er nach Langenfeld in die Oberliga-Mannschaft.

Schon damals übersprang er mit seinem Wechsel von der Landes- in die Verbandsliga eine komplette Spielklasse, in diesem Sommer nun rutschte er noch eine weitere Liga auf und gehört nun fest zum Kader des Regionalligisten. Ursprünglich war das nicht geplant. Weil die SGL im Rückraum aber noch Ersatz für den zu den Bergischen Panthern abgewanderten Felix Korbmacher suchte, wagten alle gemeinsam den Schritt. „Schon im Training im Perspektivkader habe ich gemerkt, dass es immer besser klappte. Das hat dann in mir den Ehrgeiz geweckt: Ich wollte in die 1. Mannschaft“, berichtet der inzwischen 24-Jährige.

Lars Brümmer fielen die großen Ambitionen des Mittelmanns positiv auf, der Trainer nahm ihn fest in sein Team. Und es scheint, als könnten sich mit Becker und Brümmer genau die zwei richtigen gefunden haben. Auf der einen Seite Becker, ein Spieler mit Potenzial und großem Willen. Auf der anderen Seite Brümmer, ein Trainer, der den Schwerpunkt klar auf die individuelle Förderung des Einzelnen legt. Derzeit arbeiten beide vor allem an Beckers Eins-gegen-Eins-Situationen. „Bisher hat kein Trainer bei mir so auf die Details geachtet, wie Lars“, sagt Becker. Er gerät dabei ins Schwärmen. „Ich merke, dass ich schon jetzt einen ganz großen Schritt nach vorne gemacht habe.“

In der Tat fiel Becker in den ersten beiden Saisonspielen gleich positiv auf. Insbesondere nach dem ersten Sieg am vergangenen Wochenende (29:28 bei HC Gelpe/Strombach) erhielt der Rückraummann ein Sonderlob. Das ist nicht nur aufgrund seiner kurzen Anpassungszeit bemerkenswert, sondern auch wegen der für ihn ungewohnten Spielposition. Brümmer setzt den Rechtshänder auf der halbrechten Position im Rückraum ein, was eher untypisch ist.

In seiner Zeit bei der 2. Mannschaft war Becker der Spielgestalter in der Mitte, dort kann Langenfeld mit Andre Boelken und Andre Moser aber zwei erfahrene Akteure aufbieten. „Es klappt überraschend gut“, sagt Becker über seine neue Position, auch wenn er zugibt, vor den Spielen in der Regionalliga noch immer etwas aufgeregt zu sein. „Mit der Zeit finde ich mich aber rein, dann habe ich keine Schwierigkeiten mehr.“

Seine spielerische Klasse wird er wohl auch bei der kommenden Langenfelder Aufgabe bei der HSG Siebengebirge am Samstag (18.30 Uhr) unter Beweis stellen dürfen. Am meisten wünscht sich der Beamte im Verwaltungsdienst aber endlich wieder einen richtigen Heimspieltag, wenn die Corona-Pandemie irgendwann vorbei ist. Mit einer rappelvollen Halle, einem Spiel des Frauenteams, gefolgt von dem der Reserve sowie dem seines neuen Teams, der ersten Mannschaft der SGL. „Das war immer meine Traumvorstellung: An so einem Tag als Regionalliga-Spieler auf dem Feld zu stehen“, sagt er.