SG Langenfeld schlägt in der Regionalliga den TV Jahn Köln-Wahn 31:27

Handball : SG Langenfeld steigert sich weiter

Beim TV Jahn Köln-Wahn gewinnen die Regionalliga-Handballer souverän 31:27. Da es in der Tabelle sehr eng zugeht, ist sogar Rang drei in Sichtweite. „Wir müssen hart weiterarbeiten“, fordert Trainer Markus Becker von seinem Team.

Der Jahresauftakt soll die Richtung für den Rest der Saison vorgeben, darauf hatten sie bei der SG Langenfeld (SGL) vor dem Wochenende gehofft – und darauf bauen sie auch nach dem Wochenende. Beim 31:27 (14:10) gegen den TV Jahn Köln-Wahn riefen die Regionalliga-Handballer von Trainer Markus Becker ihr zweifellos vorhandenes Potenzial ab und verschafften sich in der Tabelle etwas Luft. Nach unten schauen, was Co-Trainer Ronny Lasch vor der Partie im Falle einer Niederlage befürchtet hatte, möchte bei der SGL niemand. „Ich sehe unsere Situation ohnehin nicht so durchwachsen“, sagte Becker, „man muss immer darauf gucken, was wir für einen Kader haben und woher dieser kommt.“

Gemeint sind damit die im Sommer zugestoßenen Akteure, die mit mangelndem Selbstvertrauen oder fehlender Spielpraxis nach Langenfeld gekommen waren. Und zwei Spieler aus der Langenfelder Oberliga-Mannschaft, die Becker in sein Team hochgezogen hatte und die sich erst beweisen mussten: Julian Schulz und Nils Raschke. Beiden kam im Auswärtsspiel beim bisherigen Tabellennachbarn eine wichtige Rolle zu.

Linksaußen Schulz ist das ohnehin gewohnt. Der Rechtshänder erhält hinter Routinier Vinzenz Preissegger schon über die gesamte Saison viele Spielanteile – auch zum Jahresauftakt in Köln, wo ihm Becker ein „hervorragendes“ Spiel bescheinigte. Nachdem Preissegger in den Anfangsminuten nicht richtig ins Spiel gefunden hatte, kam Schulz und erzielte seine Tore. Am Ende waren es deren sieben, der Höchstwert bei den Gästen. „Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht“, urteilte Becker. Bedient wurde Schulz dabei häufig vom sicher aufspielenden Regisseur Andre Moser, zudem hinterließ das im Sommer zum Drittligisten HSG Bergische Panther wechselnde wiedergenesene Rückraum-Ass Felix Korbmacher ebenfalls einen positiven Eindruck.

Viel Lob erhielt zudem Raschke, der im Langenfelder Innenblock schon nach vier gespielten Minuten in den Fokus rückte. Ole Völker hatte nach einem vermeintlich absichtlichen groben Foulspiel von den Schiedsrichtern die Rote Karte gesehen, also musste Raschke ran. „Er hat sich sofort eingefunden und es super gemacht“, lobte Becker. Der Trainer, der zum Saisonende in Langenfeld aufhört und von Lars Brümmer beerbt wird, sah trotz der 30 Gegentore ohnehin in der Deckungsarbeit das große Plus seiner Mannschaft. „Wir waren konditionell auf der Höhe“, sagte Becker, „die Deckung hat sehr, sehr gut funktioniert.“ Dazu trug neben verschiedenen Abwehrvarianten auch Torhüter Jascha Schmidt mit zahlreichen Paraden bei.

In Summe entstand in der parallel zum EM-Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien ausgetragenen Partie somit ein verdienter Sieg, auf dem die SGL nun aufbauen möchte. Denn auch wenn Becker mit seiner Meinung, dass sich die SGL in einer Saison des Umbruchs befinde, richtig liegt, spiegelt Platz neun (11:13 Punkte) noch nicht die Erwartungen der Grün-Weißen. Das Positive: Abgesehen vom enteilten Spitzenreiter TuS Opladen (20:4) und dessem Verfolger TV Korschenbroich (18:6) ist die Liga sehr eng. BTB Aachen auf Rang drei (14:10) ist beispielsweise nur drei Zähler entfernt. „Wenn wir nun hart weiterarbeiten, kommen wir dahin, wo ich uns auch vor der Saison gesehen habe“, sagte Becker.

Kurzfristig dürfte das auf jeden Fall eine Herausforderung werden. Im Heimspiel am Samstag (18 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) kommt der Tabellenzweite TV Korschenbroich.