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SG Langenfeld ist noch Dritter der Frauen-Regionalliga

Volleyball-Analyse : SGL fehlt es an Mut und Kraft

Die Langenfelder Regionalliga-Volleyballerinnen verspielen erneut eine Führung und verlieren gegen VV Humann Essen 2:3. Was sind die Gründe für die Schwankungen? „Niemand stemmt sich gegen die drohenden Pleiten“, bemängelt Trainer Michael Wernitz, dessen Fitnessplan wohl nicht alle Spielerinnen umgesetzt haben.

Auch im Moment der Enttäuschung verlieren die Regionalliga-Volleyballerinnen der SG Langenfeld (SGL) nicht den Respekt vor dem Gegner. Obwohl sein Team eine 2:0-Führung verspielt und am Ende gegen den VV Humann Essen noch mit 2:3 verloren hat, versinkt SGL-Trainer Michael Wernitz nicht in Missgunst: „Dass wir dermaßen schlecht ins neue Jahr starten, ist sehr ärgerlich. Trotzdem müssen wir feststellen, dass die Essenerinnen sich im Vergleich zum Hinspiel deutlich verbesserten. Im Aufschlag sind sie viel konsequenter und spielen die Bälle mit Auge.“

Dagegen ließen die Langenfelderinnen erneut jegliche Konsequenz vermissen. Die deutliche Führung schien eher ein Ballast zu sein, als dass sie Sicherheit gab. Bereits zum dritten Mal kassierte die SGL in dieser Spielzeit eine 2:3-Niederlage. Im Spitzenspiel beim TuS Herten hielt Wernitz’ Mannschaft noch sehr gut mit und führte zwischenzeitlich sogar 2:1, doch die Gastgeberinnen hatten durch die enorme Unterstützung ihrer rund 100 Anhänger viel mehr Rückenwind.

Die Pleite gegen Essen wirkte wie eine Wiederholung der Partie beim VC Eintracht Geldern. Anfang Dezember waren die Langenfelderinnen durch zahlreiche Aufschläge sehr gefährlich und führten 2:1. Dann zeigte das Team in der Annahme erneut große Schwächen, die die Eintracht gnadenlos bestrafte (3:2). Nach dem 3:0 beim SC GW Paderborn zeigte die SGL jetzt gegen Essen ähnliche Schwächen.

Doch was sind die Ursachen für die Schwankungen? Nach der Partie gegen Humann suchte Wernitz das Gespräch mit seinem Co-Trainer Mark Nahrstedt und einigen Fans. „Inzwischen sind unsere Unsicherheiten auch dadurch bedingt, dass die Mädels sich an vergangene Spiele wie gegen Geldern erinnern. Weil sich unsere Probleme häufen, ist die Geschichte eine Kopfsache geworden. Wenn Fehler auftreten, macht sich Unzufriedenheit breit. Niemand stemmt sich gegen die drohenden Pleiten“, sagt Wernitz.

Tatsächlich drückte sich der Frust nicht zuletzt in der Körpersprache aus. Nachdem die Langenfelderinnen zu Beginn des Spiels noch selbstsicher wirkten, ließen sie durch die Rückschläge die Köpfe hängen. Die Gäste bestraften knallhart, dass die SGL insbesondere auf der Außenbahn nachließ. Immer wieder fing Essen die Bälle geschickt ab – und setzte Nadelstiche. Während die SGL reagierte, übernahm Humann den aktiven Part und drehte den Spieß um.

Neben der mentalen Verfassung wirkten die Langenfelderinnen auch kräftemäßig arg gebeutelt. Plötzlich kam der Block um Silke Althaus und Jil Molitor oft zu spät, während auch Tina Steinacker und Christin Nadolski in der Annahme nicht für Stabilität sorgen konnten. Durch die konditionellen Defizite zahlte sich Wernitz’ Maßnahme nicht aus, dem Team über Weihnachten und Neujahr freizugeben, um mit neuem Schwung in die zweite Saisonhälfte zu starten.

„Wie wir uns bewegt haben, war leider ein weiterer Faktor für den Misserfolg“, sagte Wernitz. „Nach der Winterpause haben wir im Training vor allem Übungen mit dem Ball gemacht, aber auch der Kraft- und Ausdauerbereich hätte Aufmerksamkeit finden sollen. Ich schätze, dass mein kleines Fitnessprogramm nur zwei bis drei Spielerinnen absolviert haben.“ Um die Muskulatur in der Schulter und den Beinen weiter zu trainieren, hatten die Langenfelderinnen einen kleinen Plan von 20 Minuten über die Feiertage bekommen.

Trotz der erneuten Pleite steht das Team in der Tabelle als Dritter mit 23 Punkten weiter gut da. Am Samstag (19.30 Uhr) reist die SGL als klarer Favorit zum abgeschlagenen Schlusslicht ASV Senden (ein Zähler). „Manchmal waren wir uns bisher nicht zu schade, um auch Tabellenletzten einen Punkt zu schenken“, warnt der Coach. „Manchmal spielen der Kopf und das Unterbewusstsein einfach nicht mit, aber jetzt wäre alles andere als ein Sieg eine Überraschung.“ Für die aus beruflichen Gründen verhinderte Mittelblockerin Molitor bekommt Anne Schmittmann ihre Chance.