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SG Langenfeld empfängt TuS Derschlag im DHB-Amateurpokal-Viertelfinale

Handball : SGL zwischen Karneval und Pokalfreude

Das Viertelfinale im DHB-Amateurpokal unterbricht die jecke Zeit, die Regionalliga-Handballer der SG Langenfeld wollen am Sonntag ihr Heimspiel gegen den Oberligisten TuS Derschlag aber unbedingt gewinnen und zur Endrunde nach Hamburg fahren, wo sie 2016 den Titel gewannen.

Natürlich, ganz von den jecken Tagen lassen konnte bei der SG Langenfeld niemand. An Weiberfastnacht waren so einige Protagonisten der Regionalliga-Handballer unterwegs, darunter auch Trainer Markus Becker, ein gebürtiger Kölner. Zur schönsten Zeit des Jahres gehört eben auch das eine oder andere Glas Bier, hochkonzentriert und top vorbereitet werden alle spätestens am Sonntag (Anwurf 17 Uhr, Halle am Konrad-Adenauer-Gymnasium) trotzdem sein. Dann steht mit dem Heimspiel gegen den TuS Derschlag das wichtigste Spiel der Saison an – kurzzeitig wird aus der Karnevalszeit dann Pokalzeit. Setzen sich die favorisierten Langenfelder durch, fährt die SGL über Ostern nach Hamburg zur Endrunde des DHB-Amateurpokals. Mit diesem Ziel vor Augen fiel es vielleicht etwas leichter, nach Donnerstag das Kölschglas wieder gegen den Handball zu tauschen.

Die Langenfelder wissen genau, welche Chance sich ihnen einen Tag vor Rosenmontag bietet. „Jede Mannschaft will den Pokal holen, das ist klar“, sagt Routinier und Linksaußen Vinzenz Preissegger. Der Unterschied zu Konkurrent Derschlag: „Wir haben ihn schon mal gewonnen und wissen deswegen genau, was das bedeutet.“ 2016 war das, Preissegger war neben André Moser und André Boelken als einer von drei Spielern des heutigen Kaders schon damals dabei. In diesem Jahr ist das Prozedere aber etwas anders, bereits das Halbfinale wird in Hamburg ausgespielt, bevor das Finale in der Barclaycard-Arena unmittelbar vor dem Finale des „großen“ DHB-Pokals stattfindet. Eine gute Gelegenheit, sich als Amateurhandballer zu zeigen. „Die Truppe kennt diese Fahrt noch nicht“, sagt Pokal-Veteran Preissegger. Heißt: Satt ist niemand, die SGL will mit aller Macht nach Hamburg.

Dort war 2016 auch der heutige Sportliche Leiter Dennis Werkmeister dabei. „Wir freuen uns riesig“, sagt Werkmeister. Er weiß, dass die Siegesserie in der Liga beste Voraussetzungen für einen Sieg gegen Derschlag geschafften hat. Denn zuletzt agierte die SGL abgeklärt und souverän, zumal bis auf die länger verletzten Sebastian Pagel und Alexander Riebau alle Spieler einsatzbereit sind. Auch deswegen ist Langenfeld am Sonntag gegen den klassentieferen Oberligisten der klare Favorit. Nach sieben Siegen in diesem Jahr soll im achten Spiel am besten ein ähnliches Handball-Fest stattfinden, wie gegen die Sportfreunde Loxten in der Pokalrunde zuvor. Da waren die Gäste chancenlos, Langenfeld spielte mit dem Heimvorteil im Rücken grandios auf. „Es läuft viel für uns“, weiß Werkmeister. Spieler und Trainer sind von den 2016er-Amateurmeistern bereits voll angefixt, der Kader ist heiß darauf, gegen Derschlag zum zweiten großen Wurf anzusetzen. Im ersten Versuch teilte sich Langenfeld die Kabine mit den Rhein-Neckar-Löwen, später interessierten sich fast 40 Journalisten auf der Pressekonferenz für die SGL. „Das war ein geiles Gefühl“, sagt Werkmeister.

Die Karnevalsstimmung rund ums Spiel soll die Mannschaft von Trainer Becker nun zusätzlich beflügeln. In der Halbzeit tritt deswegen das 49 Mitglieder starke Tanzcorps „Rheinstürmer“ auf, auf den Rängen dürften zudem einige verkleidete Fans zu sehen sein. Ein Feierverbot gibt es im Vorfeld bei der SGL aber nicht, Werkmeister und Becker setzen auf die Professionalität der Spieler. Klar ist aber: Gelingt am Sonntag der Einzug ins Halbfinale, wird schon in der Halle nach allen Regeln der Kunst gefeiert. „Wir hoffen, am Sonntag Gewissheit zu haben, nach Hamburg fahren zu können“, sagt Becker. Der Verein ist bereit.