SG Langenfeld empfängt in der Regionalliga VV Humann Essen

Volleyball : SGL-Volleyballerinnen haben Qual der Wahl

Beim Regionalligisten SG Langenfeld sind alle 16 Spielerinnen fit, nur 14 haben Platz im Kader für das Spiel gegen VV Humann Essen am Sonntag. Es ist das direkte Duell zweier Tabellennachbarn, die Heim-Mannschaft steht zwei Punkte und einen Platz vor dem Gast auf Rang vier.

Auch in der Halle Hinter den Gärten wurde es in den vergangenen beiden Wochen still. Während der Feiertage um Weihnachten und Neujahr genehmigte der erfahrene Trainer Michael Wernitz den Regionalliga-Volleyballerinnen der SG Langenfeld (SGL) eine zwei Wochen lange Pause, um die Akkus wieder aufzuladen. Nachdem die SGL in den vergangenen Jahren immer am „Printen-Cup“ des PTSV Aachen teilgenommen hatte, fehlte sie diesmal bei dem Turnier. „Viele Mädels sind verreist oder brauchten einfach etwas Abstand“, erklärt der Coach. „Wir sind jetzt wieder mit viel Lust und Motivation bei der Sache.“ Um allerdings nicht komplett den Anschluss zu verlieren, gab Wernitz seinen Spielerinnen einen kurzen Fitnessplan mit zentralen Übungen für Schulter und Beine mit nach Hause.

Nach einer turbulenten Hinrunde und dem 3:0-Sieg zum Rückrunden-Auftakt beim SC Grün-Weiß Paderborn gehören die Langenfelderinnen zu den Regionalliga-Spitzenmannschaften (siehe Info-Kasten). „Alle Teams stehen dicht beisammen, und die Situation ist völlig offen. Unsere Liga ist auch deshalb so spannend, weil kein Spiel schon vorab entschieden zu sein scheint. Jeder kann jeden schlagen“, konstatiert die SGL-Mittelblockerin Silke Althaus.

Ihr Trainer Wernitz spricht die Tabellensituation in der Kabine nur selten an, um den Fokus jeweils auf das kommende Duell zu lenken. „Die Platzierung hat keinen Einfluss auf unsere Leistungen, denn die momentane Form ist jeweils entscheidend“, betont der Coach. „Wenn wir mal ein oder zwei Spiele verlieren, hängen wir ganz schnell wieder unten. Gleichzeitig könnten wir durch Erfolge weiter an die Spitze klettern.“ Dass sein Team zumindest eine Chance auf den zweiten Platz und damit auf die Aufstiegs-Relegation hat, behält Wernitz hingegen im Hinterkopf.

Wie offen die Regionalliga in dieser Spielzeit ist, macht insbesondere der kommende Heimspiel-Gegner VV Humann Essen deutlich (Sonntag, 15 Uhr). Zum Saison-Auftakt schlugen die Essenerinnen gleich den SC 99 Düsseldorf, gegen den die SGL zuvor immer erhebliche Probleme hatte und deutliche Niederlagen einstecken musste, sehr deutlich 3:0. Deshalb begegnete Wernitz’ Team den Essenerinnen im Hinspiel mit viel Respekt – und setzte sich tatsächlich klar 3:1 durch.

Insbesondere die Routiniers Althaus, Diana Kiss und Jana Nahrstedt ragten mit ihren gefährlichen Aufschlägen heraus. Zusätzlich konnten sich die Zugänge wie etwa Christin Nadolski bereits sehr gut ins Team integrieren. Dass Essen mit seinen jungen und talentierten Akteurinnen trotzdem zu den besten Teams der Regionalliga gehört, bewies es in den weiteren Partien. Folge: Der schärfste Verfolger der Langenfelderinnen ist der Fünfte Essen mit seinen 20 Punkten.

Dass seine Mannschaft den Erfolg aus dem Hinspiel wiederholt, ist für Wernitz sehr realistisch. Schließlich kann er nach schwierigen Monaten endlich wieder personell aus dem Vollen schöpfen. Die erfahrene Mittelblockerin Anne Schmittmann befand sich außer Form, da sie aufgrund ihres Schichtdienstes als Polizistin nur selten zum Training kommen konnte. Jetzt haben sich ihre Arbeitszeiten verändert, sodass sie wieder regelmäßig mitwirkt. „Anne ist einfach sehr wichtig für uns“, lobt der Coach. „Natürlich hat sie das Problem, dass sie nicht zu den schnellsten Spielerinnen der Liga gehört. Doch sie kann ihr Defizit kompensieren, indem sie eine große Bereicherung im Block ist.“ Mit ihren 1,83 Metern ist Schmittmann, die vom Rivalen aus Leverkusen kam, in der Verteidigung nur schwer zu überwinden.

Neben Schmittmann, Althaus und Molitor meldete sich auch Anna Boytinck nach ihrem Bänderriss wieder fit. Die 23-Jährige kam im Sommer mit Ambitionen vom DT Ronsdorf, doch sie wurde durch ihre Verletzung monatelang zurückgeworfen. „Ich weiß noch nicht, wie lange Anna braucht, um wieder für die Stamm-Position in Frage zu kommen“, betont der Coach. Gleichwohl bekam Boytinck in Best-Form schon häufig Einsätze, weil sie sich durch ihre flinken und schnellen Schläge gut mit Althaus ergänzt, die auf höhere Bälle setzt. Zusätzlich verfügt Boytinck über ein ausgeprägtes Spielverständnis und eine stabile Verteidigung.

Für den Spieltag haben Wernitz und sein Co-Trainer Mark Nahrstedt die Qual der Wahl. Schließlich sind alle 16 Spielerinnen einsatzbereit, aber im Kader gibt es nur Platz für 14 Akteurinnen. Lediglich Nadolski (Verteidigung) und Tina Steinacker (Annahme) sind wohl gesetzt, weil sie sich bislang auf der Libero-Position sehr gut ergänzen. „Es bieten sich alle Spielerinnen an“, sagt der Coach. „Die Mädels wissen, dass wir nach der trainingsfreien Zeit wieder Vollgas geben müssen.“ Somit geht es in der Halle Hinter den Gärten wieder deutlich lebhafter zu.