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SG Langenfeld befreit sich aus der Lethargie

Handball, Regionalliga : SGL befreit sich aus der Lethargie

Die Regionalliga-Handballer aus Langenfeld wachen nach schwacher erster Halbzeit auf und gewinnen mit 29:28 (11:18) bei Aufsteiger HC Gelpe/Strombach. Rundum zufrieden war Coach Lars Brümmer nach den ersten Pluspunkten nicht.

Die Enttäuschung wich der Erleichterung. Nachdem sich Lars Brümmer, Trainer des Handball-Regionalligisten SG Langenfeld (SGL), beim Saisonauftakt zurecht schwer enttäuscht über die Niederlage gegen TuSEM Essen gezeigt hatte, zog der 30-Jährige nun ein milderes Fazit. Gegen Aufsteiger HC Gelpe/Strombach siegte seine Mannschaft mit 29:28 (11:18) und sammelte die ersten beiden Pluspunkte in der noch jungen Saison. „Es ist immer gut, zu gewinnen“, scherzte Brümmer. Restlos zufrieden war er aber nicht.

Denn in der ersten Halbzeit sah es lange noch nach einer Wiederholung der Enttäuschung aus. „Es war ein Spiegelbild der Leistung gegen Essen“, sagte Rückraumspieler Ole Völker und betonte: „Uns fehlte die Emotion und die Körpersprache.“ Das sah auch Brümmer so, der erst einmal wenige Lehren aus dem verpatzten Auftaktspiel gegen seinen Ex-Klub sah. „Wir haben versucht, viel übers Knie zu brechen.“

Ohne den kurzfristig wegen einer Zahn-Operation ausgefallenen Regisseur André Moser, den beruflich verhinderten Rechtsaußen Dominik Jung und den weiter wegen eines Rippenbruchs fehlenden Linksaußen Julian Schulz tat sich die SGL schwer. Gelpe/Strombach wähnte sich mit einer Sieben-Tore-Führung zur Pause nahe am Sieg.

Dass die Langenfelder dieses Mal erleichtert die Halle verlassen konnten, lag auch an Brümmers Ansprache zur Halbzeit: „Ich habe gesagt: Wir haben keinen Druck! Wir müssen einfach mal Handball spielen.“ So simpel, so effektiv die Botschaft. Die SGL stellte von lethargisch auf emotional um und erarbeitete sich das Glück. „Mehr Risiko“ und die „nötige Wucht“ erkannte der Chefcoach da und sagte: „Das haben wir uns erarbeitet.“

Gleichzeitig warb Brümmer für Verständnis im Veränderungsprozess seiner Mannschaft. Mit Akteuren wie Tim Rahmann oder Steffen Becker stünden jetzt Spieler in der Pflicht, die vorher weniger Spielzeit und damit Verantwortung trugen. „Ich verändere viel, dann fehlt natürlich erstmal die Sicherheit“, erklärte der Trainer.

Tatsächlich darf der Eingewöhnungsprozess trotz der außergewöhnlich langen Vorbereitung nicht als abgeschlossen gelten. Auch Brümmers Vorgänger Markus Becker benötigte mit seinem grundverschiedenen Spielansatz eine Halbserie, bis sich der Erfolg einstellte. Das Vertrauen in die gemeinsame Arbeit will Brümmer auch den Spielern eintrichtern: „Wir hatten eine sehr gute Halbzeit. Und eine, in der sehr schnell die Köpfe nach unten gingen. Da müssen wir klarmachen: Wir haben genügend Zeit, um die Fehler abzustellen.“

Auf Brümmer kommt so auch psychologische Aufbauarbeit zu. Selbstbewusstsein und Lockerheit machen seine Aufgabe einfacher, doch die kann das Team nur über Erfolge bekommen. „Der Kern ist die Emotion“, brachte es Völker auf den Punkt. Was am Ende der vergangenen Saison Trumpf war, muss sich die SGL nun mühsam zurückerarbeiten und in Brümmers neuen Ansatz einflechten. Das war den Verantwortlichen allerdings bewusst, Übergangsphasen und Anpassungsschwierigkeiten sind vorerst eingepreist – vorausgesetzt, es zeichnet sich mittelfristig eine positive Entwicklung ab.

„Es ist größtenteils Kopfsache“, sagt Brümmer, der im Training nun an technischen Fehlern und Abschlüssen im Angriff arbeiten will. Dank des Sieges geht das nun mit etwas Rückenwind. „Wir haben gezeigt: Doch, wir können es“, sagte Völker. Erleichtert, nicht enttäuscht.