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Handball: Serie vorbei: Handballer gehen in Krefeld unter

Handball : Serie vorbei: Handballer gehen in Krefeld unter

Der zuvor zehn Mal in Folge unbesiegte Oberligist SG Langenfeld hatte beim 25:33 zu wenig Personal und so keine echte Siegchance.

Es gibt keine Serie, die ewig hält. Also wird auch der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) darüber hinwegkommen, dass er nach 19:1 Punkten aus zehn Spielen hintereinander ohne eine Niederlage mit dem 25:33 (13:16) mal wieder als Verlierer aus der Halle ging. Und grundsätzlich war der Versuch, bei der DJK Adler Königshof einen weiteren Erfolg zu holen, sowieso von vornherein zum Scheitern verurteilt. Punkt eins: Trainer Leszek Hoft hatte lediglich einen dezimierten Kader zur Verfügung. Auf dem Spielberichtsbogen blieben deshalb drei Zeilen frei. Punkt zwei: Drei der eingesetzten Stammkräfte stellten sich in den Dienst der Mannschaft, obwohl der Einsatz durchaus ein gesundheitliches Risiko darstellte. So war Hoft am Ende auch weit davon entfernt, irgendeinem Spieler einen Vorwurf zu machen: "Wir haben in der ersten Halbzeit einen starken Handball gezeigt. Das ging, solange die Kraft gereicht hat. Aber am Ende stehst du dann da und kannst überhaupt nichts machen."

Langenfeld schien zunächst von den vorhandenen Problemen unbeeindruckt zu sein, denn in der Anfangsphase führte der Tabellendritte bis zum 3:2 (7.). Fortan entwickelte sich bis kurz vor der Pause eine Partie, in der kein Team entscheidende Vorteile hatte - 12:12 (23.). Den Anfang vom Ende beschleunigte dann der frühe Ausfall von Dustin Thöne, der einen Muskelfaserriss erlitt (25.). Damit fehlte der SGL plötzlich der zweite Kreisläufer - und eine wichtige Stütze der Deckung. Abwehrchef Andreas Nelte, gleichzeitig der Kreisläufer Nummer eins, war ab jetzt doppelt und dreifach gefordert.

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Die Gäste konnten den Drei-Tore-Rückstand direkt am Anfang der zweiten Hälfte auf 15:16 verkürzen (34.), ehe sich die Waage unerbittlich zugunsten der Krefelder zu neigen begann. Königshof, angetrieben vom starken Trio aus Fabian Bednarzik, Sascha Wistuba (beide sechs Tore) und Tim Christall (fünf), legte fünf Treffer in Folge zum 21:15 hin (40.). Damit war der Weg bereits frei für die Hausherren, die sich das Heft nicht mehr aus der Hand nehmen ließen. Als Tim Schickhaus (43.) und Andreas Nelte (46.) für Langenfeld kurz hintereinander eine Zeitstrafe absitzen mussten, wuchs der Rückstand weiter an. Der Rest konnte höchstens der Versuch sein, den Schaden zu begrenzen.

Nach dem Thöne-Ausfall standen der SGL noch acht Feldspieler zur Verfügung, deren Fehlerquote mit nachlassendem Akku selbst bei geringerem Tempo in die Höhe stieg. Zum inzwischen kleinen Kreis durften jedoch drei Spieler höchstens als Teilzeit-Kräfte zählen. Sven Kniesche (nach gerade überstandener Gehirnerschütterung), André Eich und Matthias Herff, jeweils nach Erkrankung weit von Top-Fitness entfernt, mühten sich, so gut es eben ging - was nach der Statistik sogar ordentlich aussah, denn auf das Konto des Trios gingen 14 Treffer. Eine Kehrseite der Medaille: Herff war nachher für längere Zeit völlig erledigt und der Kreislauf kam erst mühsam wieder auf die Beine.

"Ich muss den Hut vor der Mannschaft ziehen", fand Hoft, "sie hat wirklich gekämpft, bis es nicht mehr ging." Dass keine einzige Aushilfe aus der SGL-Zweiten zur Verfügung stand, bewertete der Coach zurückhaltend: "Natürlich hätte ich gerne Spieler aus der zweiten Mannschaft gehabt. Aber deren Verbandsliga-Spiel in Aufderhöhe war offensichtlich wichtiger." Darüber wird vermutlich zu sprechen sein - obwohl es definitiv keine Serie gibt, die eine Ewigkeit hält.

SG Langenfeld: Geske, Jockenhöfer - Thöne, Preissegger (3), Adams, Schickhaus (3), Herff (3), Kniesche (7), König (3/3), Eich (4/1), Nelte (2).

(RP)