Seit zwölf Jahren ist Jana Nahrstedt bei der SG Langenfeld

Porträt Jana Nahrstedt : Eine zuverlässige Volleyball-Säule

Die 40-jährige Diagonalspielerin Jana Nahrstedt ist für die SG Langenfeld in der Volleyball-Regionalliga immer noch sehr wichtig, wie sie nach ihrem Comeback am vergangenen Wochenende bewies. Die Ergotherapeutin will dem Sport auch nach dem Karriereende treu bleiben.

Im vergangenen Sommer stand Jana Nahrstedt vor einer schwierigen Entscheidung. Die 40 Jahre alte Diagonalspielerin des Volleyball-Regionalligisten SG Langenfeld rang mit dem Gedanken, ihre jahrzehntelange Karriere zu beenden. „Ich habe das Gefühl, dass die Verletzungen in dem Alter zunehmen“, erklärt Nahrstedt. „Außerdem zeichnet sich unser Verein auch dadurch aus, dass die jungen Spielerinnen ihre Chance bekommen und sich beweisen können. Ich möchte dabei nicht im Weg stehen, aber mir macht der Sport mit den Mädels noch unheimlich viel Spaß.“ Nachdem Nahrstedt im Februar eine Verletzung am Handgelenk erlitten hatte und in einigen Partien ausfiel, wollte sie einen enttäuschenden Abschied vermeiden.

Auch in der aktuellen Spielzeit hat die Ergotherapeutin wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. So fiel Nahrstedt zuletzt wegen eines Bandscheibenvorfalls aus. „Es spricht für Jana, dass sie sich wieder herangearbeitet hat. Sie will es wieder wissen“, lobt SGL-Trainer Michael Wernitz. Im vergangenen Spiel gegen Union Lüdinghausen (3:0) gab Nahrstedt ihr Comeback, indem sie im dritten Satz für Vivien Tänzler eingewechselt wurde.

Bereits seit 13 Jahren ist die Langenfelderin für die SGL aktiv – und musste sich in dieser Zeit immer wieder mit Konkurrentinnen messen. Auf der Diagonalposition ist nur ein Platz frei, aber nun stehen neben Nahrstedt auch Tänzler und das Talent Alexa Leimbach zur Verfügung. „Ich musste mich schon immer für meinen Einsatz beweisen. Während sich Alexa weiter herankämpfen muss, spielt Vivien eine super Saison“, erklärt Nahrstedt, für die der gemeinsame Erfolg immer an erster Stelle steht. Für die langen Auswärtsfahrten organisiert sie einen Mannschaftsbus.

Wernitz kennt seine erfahrene Diagonalspielerin bestens, denn er coacht die SGL ebenfalls bereits seit zwölf Jahren. Zwar diskutierten die beiden Volleyball-Liebhaber schon lebhaft über strittige Themen, aber es hat ihrem Verhältnis keinesfalls geschadet. „Ich schätze Jana als Menschen unheimlich, weil sie kritisch, aber nicht nachtragend ist. Sie ist eine bescheidene Spielerin, die keine großen Geräusche macht. Innerhalb der Mannschaft kümmert sie sich um einen ausgewogenen Umgang und will Stress verhindern“, sagt der Trainer.

Gleichzeitig ist Wernitz nicht nur für die Mittelblockerin Silke Althaus ein wichtiger Faktor für den langfristigen Verbleib bei der SGL, sondern auch für Nahrstedt. „Michael ist ein ganz ruhiger Trainer, der mit viel Elan bei der Sache ist“, sagt die 1,78 Meter große Diagonalspielerin. „Es ist nicht immer einfach, eine Damen-Mannschaft richtig zu führen, weil jede Spielerin ihre eigenen Interessen hat. Jedoch versucht Michael stets, es allen Mädels recht zu machen.“

In den vergangenen Jahren hat Nahrstedt mit ihren gefährlichen Aufschlägen das eine oder andere knappe Duell entschieden. Im engen Kontakt mit Wernitz weiß die Führungsspielerin die präzisen Ratschläge umzusetzen und taktische Bälle zu schlagen. „Jana ist eine zuverlässige Säule unserer Mannschaft, auf die ich mich jederzeit verlassen kann. Ich kann eine Briefmarke auf den Boden kleben und Jana kann diese mit ihren Aufschlägen haargenau treffen“, sagt der Coach.

Darüber hinaus ist es der Diagonalspielerin gelungen, sich in der Verteidigung weiter zu verbessern. Dass Nahrstedt in schwierigen Situationen von ihrer Erfahrung profitiert, versteht sich von selbst. Allerdings fehlt ihr bisweilen noch der Druck im Angriff und im Block. Wernitz: „Die Schläge von Jana müssten noch härter werden und mehr Druck entfachen, aber es ist schwierig, die eigene Technik weiter zu verändern.“ Seit einigen Spielzeiten arbeitet Jana auch sportlich mit ihrem Gatten Mark Nahrstedt zusammen, der Wernitz als Co-Trainer unterstützt.

Nachdem die Langenfelderinnen dreimal hintereinander den Kürzeren gezogen hatten, konnten sie mit der Rückkehr von Jana Nahrstedt gegen Lüdinghausen endlich wieder einen Erfolg einfahren. Am Samstag geht es nach Geldern (siehe Info-Kasten).

Im Sommer 2020 steht Nahr­stedt erneut vor der schwierigen Entscheidung des Karriereendes. „Im Kopf rückt das Ende der aktiven Laufbahn immer näher“, erklärt die Diagonalspielerin. Bislang leitet Nahrstedt nebenbei als Schiedsrichterin Drittliga-Spiele der Herren, und sie denkt darüber nach, als Trainerin in der Jugend der SGL zu arbeiten. Die große Leidenschaft soll erhalten bleiben.