Lokalsport: Schock für SGL: Torhüterin Steffi Wüst droht lange Handball-Pause

Lokalsport : Schock für SGL: Torhüterin Steffi Wüst droht lange Handball-Pause

Die Keeperin erlitt vor dem Pokalspiel gegen den SV Wipperfürth eine schwere Knieverletzung. Die 23:31-Niederlage hatte anschließend aber andere Gründe.

Viel bitterer konnte die Saison 2015/2016 für die Landesliga-Handballerinnen der SG Langenfeld (SGL) kaum beginnen - erst recht nicht für Steffi Wüst, die im ersten Pflichtspiel der Saison auf dem Posten zwischen den Pfosten beginnen sollte. Die zur Torhüterin umfunktionierte ehemalige Feldspielerin erlitt beim Warmmachen für die Erstrunden-Partie des Kreispokals gegen den Verbandsligisten SV Wipperfürth eine Knie-Verletzung. Trainerin Elke Löhrer bekam die Szene direkt mit und wusste sogleich, dass es ernst war. Der Verdacht: Band gerissen, Meniskusschaden. Eine endgültige Diagnose liegt zwar noch nicht vor, aber eine sehr lange Pause gilt als sicher. Deshalb gerieten die 23:31 (10:15)-Niederlage und das damit verbundene Pokal-Aus fast zur Nebensache.

Weil Steffi Wüst direkt das Krankenhaus aufsuchen musste, rückte Sabrina Blankhart ins Tor - die erst seit ein paar Monaten Handball spielt und nun plötzlich die Arbeit über die gesamten 60 Minuten zu stemmen hatte. "Sie ist bemüht, sie gibt ihr Bestes. Und davor haben alle sehr viel Respekt", betont Löhrer. Weil das aber für die Meisterschaft auf Dauer keine tragfähige Lösung sein kann, sucht die SGL händeringend nach einer weiteren Torhüterin. Bis zur ersten Unterbrechung durch die Herbst-Schulferien sind drei Aufgaben zu lösen - am nächsten Samstag (15.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen Team/CDG Wuppertal, am 20. September bei der SG Überruhr IV und am 27. September beim SV Heißen. Anschließend folgt eine Vier-Wochen-Pause, die am 25. Oktober beim ART Düsseldorf endet.

Entscheidend für die Niederlage gegen Wipperfürth war allerdings nicht das Pech von Steffi Wüst, sondern die zu hohe Fehlerquote. Die SGL verlor vorne so oft den Ball (Abspielfehler), dass die Gäste immer wieder neue Gelegenheiten für einfache Treffer nach Tempogegenstößen bekamen. Löhrer: "15 bis 20 solcher Tore waren es sicher. Können wir diese Zahl bei fünf halten, sieht das schon ganz anders aus. In der Abwehr haben wir sonst nicht schlecht ausgesehen und unsere 23 erzielten Tore sind auch gut."

Bis zum 6:5 (14.) lag Langenfeld stets vorne, ehe das Spiel zu kippen begann. Der Favorit Wipperfürth drehte den Rückstand durch fünf Treffer in Folge zur 10:6-Führung (20.) und geriet anschließend nicht mehr ernsthaft in Gefahr. Für Langenfeld spricht, dass die Mannschaft bis zum Schluss nicht aufgab und immer mit Leidenschaft kämpfte - obwohl viele Gedanken bei der verletzten Teamkollegin gewesen sein dürften.

SGL: Blankhart - Güttler (9), Jansen (3), Reckels (2), Nilson (1), Siegmund (2), Jäger (2), Haller (2), M. Buhl (2), J. Müller.

(RP)