Schmerzhaft: Handballer erleiden Rückschlag

Abstiegskampf 3. Liga : Schmerzhaft: Handballer erleiden Rückschlag

Der Aufsteiger SG Langenfeld war beim VfL Gummersbach II chancenlos und verlor nach einer schwachen Vorstellung mit 22:31.

Die Hoffnung vorher war groß und die Enttäuschung nachher noch größer. Der Handball-Drittligist SG Langenfeld (SGL) hatte sich  gute Chancen darauf ausgerechnet, im Kampf um den Klassenerhalt ein Achtungszeichen zu setzen. Ein Duell auf Augenhöhe sollte die Partie beim VfL Gummersbach II sein, den die Langenfelder als  direkten Konkurrenten sehen. Die raue Wirklichkeit sah dann so aus: Der Aufsteiger kam nie für einen Erfolg in Frage und zog deutlich mit 22:31 (9:17) den Kürzeren. Logische Folge: Nach der sechsten Niederlage im siebten Saisonspiel hängt die SGL als einziges siegloses Team der Klasse weiter auf dem letzten Tabellenplatz fest (1:13 Punkte). „Das war leider eine sehr schlechte und schwache Vorstellung von uns. Das war nicht annähernd die Leistung, die wir in den Wochen vorher gezeigt haben“, sagte Trainer Markus Becker, „das war ein komplett gebrauchter Tag.“

Trotz intensiver Vorbereitung auf den Gegner, den Becker ein paar Tage vorher in dessen Partie bei den Bergischen Panthern beobachtet hatte (26:34), fand die SGL von Beginn an nur schleppend statt. Nach dem Stolperstart zum 1:3 (9.) gab es bereits die erste Auszeit, doch eine richtige Besserung stellte sich nicht ein. Beim Stande von 3:4 hätte Langenfeld ausgleichen können, aber der Strafwurf des vorher beim Siebenmeter immerhin zweimal erfolgreichen Jan Hüfken fand den Weg diesmal nicht ins Tor (13.). Dann wuchs der Rückstand im Verlauf der ersten Halbzeit Stück für Stück an – 5:9 (20.), 6:11 (24.), 9:17 (30.). Zusätzliches Pech: Henrik Heider bekam einen Schlag an die Schläfe ab und musste für rund 20 Minuten pausieren, bevor er angeschlagen wieder mitwirkte.

Langenfeld probierte es mit verschiedenen Deckungsformationen und Wechseln bei den Torhütern, die ebenfalls unter ihrem sonstigen Niveau blieben. Der VfL hatte insgesamt wenig Probleme, bis zum 23:14 (45.) für die frühe Entscheidung zu sorgen und den Sieg ungefährdet über die Ziellinie zu bringen – 25:16 (50.), 27:18 (53.), 29:20 (58.), 31:22 (60.). Die neun Treffer Differenz bedeuteten für die SGL die zweithöchste Saison-Niederlage nach dem 25:41-Debakel gegen den TSV GWD Minden II.

  • Handball : SGL trainiert unter extremen Bedingungen

An allen Ecken und Ende fehlte Rückraumspieler Maurice Meurer, der wegen seiner Knieverletzung noch länger ausfällt. Auch auf Kreisläufer Mats Heyde musste die SGL erneut verzichten (dienstliche Gründe). Weil beide allerdings schon vor einer Woche im engen Heimspiel gegen die ungeschlagene SG Schalksmühle-Halver Dragons (25:26) nicht an Bord waren, wollte Trainer Becker die personellen Probleme nicht in den Vordergrund rücken. „Die Einstellung war in diesem Spiel nicht zu hundert Prozent da“, fand der SGL-Coach, „jeder sollte sich selbst hinterfragen.“

Zumindest den Druck des Gewinnen-Müssens gibt es für den Tabellenletzten bei der nächsten Aufgabe nicht, denn am Freitag (20 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) wartet die Aufgabe gegen die HSG Krefeld. Der Spitzenreiter (12:2 Zähler) gilt als haushoher Favorit, sodass die SGL wenig zu verlieren hat.  „Wir werden natürlich das Spiel in Gummersbach aufarbeiten und versuchen, wieder vernünftig in die Spur zu kommen“, betont Becker, der in dieser Woche nicht zuletzt auf die Frage nach der Einstellung kommen wird. Die Antwort muss  jedoch – wie immer – die Mannschaft auf dem Platz geben.

SG Langenfeld: Riebau, Thommessen – Wohlers, Heider (2), Jung (1), Preissegger (3), Hambrock, Schirweit (2), Korbmacher (4), Eich (3/2), Boelken (1), Hüfken (5), Raschke (1), Kolletzko.

Mehr von RP ONLINE