Saisonstart: Longhorns glauben an sich

American Football : Saisonstart: Longhorns glauben an sich

Der Zweitligist hat sich gründlich vorbereitet und personell verstärkt. Quarterback Jeremy Konzack fällt aber vorerst aus.

Die Winterpause war lang und seit die 2. Football-Bundesliga (GFL 2) im vergangenen Herbst ihren Spielbetrieb eingestellt hat, ist in allen Vereinen einiges passiert. Mit Prognosen für die am Wochenende beginnende Saison 2019 tun sich die meisten daher ziemlich schwer. Bei den Langenfeld Longhorns dominiert jedoch unter dem Strich ein eher positives Gefühl: Zuversicht. „Mit der Vorbereitung können wir zufrieden sein. Wir haben viel im athletischen Bereich gearbeitet, was bei dem anstrengenden Auftaktprogramm sehr wichtig werden könnte. Außerdem haben wir viele gute Spieler gewinnen können. Im Moment stehen wir wirklich gut da“, meint etwa Wide Receiver Marcel Kirchner. Kapitän Michael Mendl stimmt zu: „Durch den milden Winter und den neuen Kunstrasenplatz hatten wir wirklich optimale Trainingsbedingungen. Ich bin gespannt, wie wir das in die Saison hinübertragen können.“

Für ihre dritte Saison nach dem Wieder-Aufstieg in die zweithöchste deutsche Klasse haben die Longhorns den Kader verstärkt. Dabei lag ein personelles Hauptaugenmerk auf der Offensive Line, die in der vergangenen Serie quantativ sehr dünn besetzt und dadurch eine Achillesferse war. Durch ein paar Neuzugänge sind die Langenfelder hier nun besser aufgestellt und sie sollten damit sogar den einen oder anderen Ausfall verkraften können. Davon dürfte dann unter anderem Jared Adelman profitieren: Der US-Amerikaner ist einer von drei „Import-Spielern“ und soll seine Football-Qualitäten doppelt einbringen – als Runningback und in der Defensive.

Jarvis McClam und Austin Davis ließen die Longhorns ebenfalls aus Übersee einfliegen. Die Verpflichtung von Quarterback McClam geschah dabei einigermaßen kurzfristig, weil sich der eigentlich als Spielmacher vorgesehene Jeremy Konzack einen Bandscheibenvorfall zuzog und so für den Großteil der Saison zum Zuschauen verdammt sein wird. Für Headcoach Michael Hap kam das Aus seines wichtigsten Spielers zur Unzeit, weil beim Football jeder Angriff über den Quarterback läuft – der bei den strategischen Ideen der verlängerte Arm des Trainers ist: „Die Verletzung von Jerry war ein echter GAU. Aber Jammern nutzte nichts, wir mussten sehen, wie wir seinen Ausfall auffangen konnten. Wir haben reagiert. Es kann nur sein, dass wir für die Feinabstimmung noch ein oder zwei Wochen brauchen.“

Viel wird sicher davon abhängen, wie schnell sich der neue Quarterback McClam ins Langenfelder Team einfügen kann. Denn obwohl Football in den Vereinigten Staaten vor allem physisch noch einmal auf einem anderen Level stattfindet, ist das Offensiv-Konzept des Zweitligisten insgesamt doch komplex.

Die Feuertaufe für die bevorstehende Saison muss das neue Longhorns-Team am Samstag um 16 Uhr im Stadion an der Jahnstraße gegen den Aufsteiger Troisdorf Jets bestehen. Vielleicht wird schon diese Partie Aufschlüsse geben, wo die Reise in dieser Spielzeit tatsächlich hingeht. „Wir haben im Winter wirklich einen Schritt nach vorne gemacht, aber ich habe großen Respekt vor den anderen Mannschaften. Ich denke, das Niveau der Liga ist mindestens so gut wie im vergangenen Jahr. Trotzdem werden wir uns auch vor den Favoriten wie Elmshorn nicht verstecken müssen. Und über diese Aussage kann man ein wenig stolz sein“, sagt Headcoach Hap. Klarer Fall: Bei den Longhorns regiert vor dem Start die Zuversicht.

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