1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld
  4. Lokalsport

Rücktritt: Trainer Jurek Tomasik wirft Brocken hin bei der SGL

Handball : Rücktritt: Trainer Tomasik wirft Brocken hin bei SGL

Die neue Saison ist gerade erst drei Spieltage alt, doch für den Handball-Drittligisten SG Langenfeld (SGL) droht sie plötzlich doppelt und dreifach kompliziert zu werden. Langenfeld, das in der vergangenen Saison zum zweiten Mal nach 2015/2016 den Aufstieg geschafft hatte, steht in dieser Woche erst mal vor ungeahnten Herausforderungen.

Auslöser war letztlich die verheerend schlechte Leistung am vergangenen Wochenende beim 25:41-Debakel gegen den TSV GWD Minden II – als die SGL, die auf einen für den Kampf um den Klassenerhalt wichtigen Sieg gehofft hatte, am Ende rat- und hilflos in die Pleite taumelte. Rund 48 Stunden später entschloss sich Trainer Jurek Tomasik, der bereits kurz nach dem Abpfiff in der Halle sehr nachdenklich gewirkt hatte, zu einem drastischen Schritt: Der Coach zog die Reißleine und trat mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. „Ich habe Teile der Mannschaft nicht mehr erreicht“, sagt Tomasik, der die für die 3. Liga notwendige Einstellung vermisste: „Das ist schon eine andere ganz andere Kategorie. Und zwischen Spielern und Trainern muss es immer ein Nehmen und Geben sein.“

Nachfolger des bisherigen Chef-Trainers wird dessen Co-Trainer Markus Becker, der erst am Anfang dieser Saison vom Longericher SC zur SGL gekommen war – und den Tomasik sogar selbst als interne Lösung vorschlug. „Ganz klar. Ich traue das Markus ohne Einschränkung zu“, erklärt der Sportliche Leiter Dennis Werkmeister, „er wird alle nötige Unterstützung bekommen.“ In einer (Krisen-) Sitzung am Donnerstag will Werkmeister zudem die Mannschaft sehr intensiv in die Pflicht nehmen: „Natürlich kannst du verlieren. Aber diese Art und Weise geht gar nicht.“

Neu-Coach Becker sieht die überraschende Wende auch als persönliche Chance, sich selbst in der 3. Liga zu beweisen. Und er will vor allen Dingen nach vorne blicken: „Ich werde alles auf null stellen.“ Ob es tatsächlich gelingt, den Reset-Knopf zu drücken und das Team wieder zum Leben zu erwecken, dürfte sich am Freitag zeigen. Dann tritt der Drittletzte Langenfeld um 20 Uhr zum Derby ausgerechnet beim bisher ungeschlagenen Spitzenreiter Leichlinger TV an.