Ronny Lasch ist Co-Trainer der SG Langenfeld in der Regionalliga

Handball : Mit klarer Meinung loyal im Hintergrund

Ronny Lasch arbeitet als Co-Trainer der Regionalliga-Handballer bei der SG Langenfeld noch mit Markus Becker und bald mit Lars Brümmer. Für den 37-Jährigen gibt es in der neuen Saison dann zwar einige Änderungen, aber der neue Coach ist ihm auch schon sympathisch.

In dieser Woche richteten sich die Blicke ungewöhnlich häufig auf Ronny Lasch. Normalerweise steht der Co-Trainer des Handball-Nordrheinligisten SG Langenfeld (SGL) seinem „Chef“ Markus Becker zur Seite, berät ihn bei taktischen Fragen und übernimmt organisatorische Aufgaben. In der Vorbereitung auf den Jahresauftakt beim TV Jahn Köln-Wahn am heutigen Samstag (18.30 Uhr) war der 37-Jährige aber auf sich allein gestellt, weil Becker wie jedes Jahr um diese Zeit im Skiurlaub weilte. „Das war kein Problem, das war ja schon lange Zeit so abgesprochen“, sagt Lasch. Er ist ohnehin mehr als nur ein normaler Assistenz-Trainer für die SGL.

Lasch ist ein Langenfelder Original, auch wenn seine ursprüngliche Herkunft unüberhörbar ist. In Chemnitz geboren und aufgewachsen, fand er 2004 bedingt durch Beruf und Privates den Weg in die Posthornstadt. Bei den Grün-Weißen spielte er für die erste Mannschaft, an einer Seite mit Dennis Werkmeister und Thorsten Scholl – den heutigen Chefs der Langenfelder Handball-Abteilung. Streitigkeiten mit dem damaligen Abteilungsleiter Klaus Majeres führten 2013 jedoch zur Trennung, da hatte Lasch seine aktive Karriere längst beendet und als Trainer der zweiten Mannschaft Erfolge gefeiert.

„Ich habe aber immer gesagt, irgendwann komme ich wieder“, sagt Lasch. Im vergangenen Sommer war es so weit, als er als Co-Trainer zur SGL und Becker wechselte. In dieser Rolle fühlt er sich wohl und weniger verpflichtet. „Ich kann zur Not auch mal ein Training ausfallen lassen, falls etwas wichtiges ansteht“, sagt Lasch, der vor etwa einem Jahr erstmals Vater geworden war. Logisch, dass sich Prioritäten da ab und an verschieben.

Der Handball spielt aber unverändert eine große Rolle in seinem Leben – und dabei in erster Linie seine Aufgabe bei der SGL. „Ich bin ein ganz loyaler Co-Trainer“, beschreibt Lasch seine Arbeitsweise. „Ich bin im Hintergrund der stille Berater, sage, wenn ich etwas anders sehe, gehe aber immer die Entscheidung des Trainers mit.“ Das sei nun mit Becker der Fall, und das passiere auch in der kommenden Saison, in der Lasch mit dem neuen Trainer Lars Brümmer zusammenarbeiten wird. „Wir haben uns kennengelernt und sind uns sympathisch“, sagt Lasch über das Treffen mit dem neuen Trainer, der von TuSEM Essen kommt – und für Lasch so manche Änderungen bereithält. So soll sich der Co-Trainer künftig im Montagstraining vermehrt um die individuelle Förderung der Feldspieler sowie Torhüter kümmern können. Das ist derzeit nicht uneingeschränkt möglich, weil Lasch die Montagseinheit häufig leitet. „Zukünftig kann ich auch mal ein, zwei Spieler rausnehmen. Das ist genau das, was wir künftig vermehrt machen wollen“, sagt Lasch, der unter anderem auch bei Unitas Haan und der TG Cronenberg Erfahrungen als Chefcoach sammelte.

Auch deshalb kann er die aktuell noch schwer durchwachsene Saison (Platz 10/9:13 Punkte) der Langenfelder gut einschätzen. Und er sieht sie etwas bedrohlicher als so mancher Spieler. Im Spiel beim Tabellennachbarn Wahn stehe das SGL-Team „unter Druck“, sagt Lasch. „Wenn wir da verlieren, stecken wir im Abstiegskampf. Ich sehe die Gefahr, dass bei dem einen oder anderen noch nicht das Bewusstsein da ist, dass wir in den Abstiegskampf reinrutschen können.“ Zwar liege es in der Natur der Sache, dass die SGL als Drittliga-Absteiger eher nach oben schiele, „aber wir sollten nach unten schauen“, betont Lasch. „Ich hoffe, dass das die Jungs alle verstanden haben.“