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Motorsport: Robin Chrzanowski: Wenn das Geld ausgeht

Motorsport : Robin Chrzanowski: Wenn das Geld ausgeht

Der Motorsportler konnte auf dem Nürburgring nicht im eigenen Porsche starten. Im fremden Team blieb ihm nur das Qualifying.

Die Situation ist kompliziert für Robin Chrzanowski. Der Langenfelder betreibt den Motorsport mit Leidenschaft und kommt so über manche Hindernisse hinweg. Bevor der 26-Jährige irgendwo aufgibt, muss eine Menge passieren. Deshalb war er auch mit vielen Hoffnungen in die Langstrecken-Meisterschaft 2014 auf dem Nürburgring eingestiegen (VLN). Dort wollte er mit seinem eigenen Porsche 911 GT 3 997 durch starke Leistungen überzeugen, um sich dauerhaft im Top-Feld zu etablieren. Ein perfektes Beispiel für den Kampfgeist war der vierte VLN-Lauf, als das Team von Chrzanowski Racing ein riesiges Pensum hinlegte. Unter abenteuerlichen Umständen gelang deshalb weit entfernt von der Team-Box der Austausch einer defekten Antriebswelle. Obwohl es dafür keine Punkte gab, durften sich alle Beteiligten als moralischer Sieger fühlen. Damals gab es die Hoffnung, dass beim fünften Lauf alles etwas günstiger laufen würde. Chrzanowski versuchte, das Positive hervorzukehren: "Das ist für mich total gut gelaufen." Die Wirklichkeit sah allerdings etwas anders aus.

 Licht und Schatten: Seinen "privaten" Dienstwagen musste Robin Chrzanowski diesmal zu Hause lassen.
Licht und Schatten: Seinen "privaten" Dienstwagen musste Robin Chrzanowski diesmal zu Hause lassen. Foto: Boris Ungermann/Volker Schwedtmann
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Zuerst zerschlugen sich vor ein paar Wochen die Hoffnungen, bei den berühmten 24 Stunden auf dem Nürburgring an den Start gehen zu können. Kein Geheimnis: Er fehlte trotz beinah fieberhafter Bemühungen das Geld, das zur Erfüllung des sportlichen Traums notwendig gewesen wäre. Für den fünften Lauf zur VLN stand der Chrzanowski-Porsche dann auf der Liste der Nennungen. Als das Qualifying begann, war das Auto mit der Startnummer 72 trotzdem nicht dabei. Und wieder fiel die Entscheidung aufgrund fehlender finanzieller Mittel für das aufwändige Unternehmen.

"Alles in allem kostet ein Renn-Wochenende in der VLN rund 24 000 Euro", sagt Robin Chrzanowski. Um das Geld aufzubringen, nimmt er immer andere Fahrer mit ins "Boot", um durch deren entsprechende Beiträge auf die komplette Summe zu kommen. Sein Stamm-Partner Dominic Fuchs (Ransbach-Baumbach) war mit fürs Auto gemeldet, doch ein dritter Mann kam nicht hinzu. Deshalb war plötzlich ein 8000-Euro-Loch offen, aber nicht mehr rechtzeitig zu stopfen. Robin Chrzanowski musste seinen Porsche zu Hause stehen lassen.

Trotzdem brauchte der Langenfelder auf die Faszination Nordschleife nicht zu verzichten, weil er in ein anderes Auto steigen konnte. Beim Team Teichmann Racing (Adenau), das einen Porsche 911 GT 3 Cup vorbereitet hatte, war der Platz für einen dritten Mann frei. Robin Chrzanowski ergriff die Gelegenheit und gewöhnte sich an Ort und Stelle derart schnell an die neue Umgebung, dass er im Qualifying für die 24,358 Kilometer lange Strecke in seiner schnellsten Runde nach 8:42,455 Minuten über die Ziellinie raste. Der 17. Platz unter zahlreichen mit Top-Fahrern besetzten Autos war ein starkes Resultat, zumal der Porsche auf gebrauchten Reifen unterwegs war. Mit neuem Material hätte sich Chrzanowski höchstwahrscheinlich noch etwas weiter vorne einsortiert.

Kurz nach dem Zeittraining hätte das auf vier Stunden festgesetzte Rennen beginnen sollen, doch daraus wurde nichts. Es brach ein Chaos aus - das den schnellen Sport komplett ausbremste. Robin Chrzanowski konnte es kaum fassen: "50 Autos war in einer doppelten Gelbphase zu schnell." Gelbphase bedeutet: Runter vom Gas. Letztlich entschied die Rennleitung, den betreffenden Fahrern alle Zeiten zu streichen. Daraus wurde eine fast unendliche Geschichte, die stark aufs Zeitkonto drückte. Das Rennen wurde erst gekürzt und dann noch einmal auf insgesamt 2:45 Stunden verlängert. Für den Langenfelder ergab sich daraus eine unbefriedigende Zuschauerrolle. Weil er im Dreier-Team mit Alex Autumn (Adenau) und Kris Cools (Belgien) nicht für den Start, sondern für den letzten Teil-Abschnitt vorgesehen war, stand er beschäftigungslos in der Box. "Natürlich hätten wir noch einen weiteren Stopp machen können", sagt Chrzanowski, "aber das wäre völlig sinnlos gewesen."

Weil der 26-Jährige seinen Sport voller Hingabe betreibt, denkt er weiterhin nicht ans Aufgeben. Er nimmt die überzeugende Leistung aus dem Qualifying als Plus mit in die nächsten Wochen. Da will er aber seine ganze Energie darauf verwenden, wieder im eigenen Porsche an den Start gehen zu können. Das Datum, das er sich im Kalender dick angekreuzt hat: Samstag, 2. August. Dann wird sich zeigen, ob es vielleicht eine Lösung für die komplizierte Situation gibt.

(RP)