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Motorsport: Robin Chrzanowski: Die Leidenschaft gewinnt

Motorsport : Robin Chrzanowski: Die Leidenschaft gewinnt

Der Langenfelder Motorsportler erlebte auf dem Nürburgring eine schwierige Saison, ließ sich aber von Rückschlägen nie entmutigen.

Wer dem Motorsport verfallen ist, braucht viel Geld. Damit alleine ist es aber nicht getan. Ohne extrem viel Leidenschaft geht es noch weniger - erst recht dann, wenn die finanziellen Mittel begrenzt sind. Und hätte der Langenfelder Robin Chrzanowski nicht sein Herz an den schnellen Arbeitsplatz auf vier Rädern verloren, wäre er wohl mitten in der Saison 2014 der Langstrecken-Meisterschaft (VLN) auf dem Nürburgring völlig frustriert ausgestiegen. "Das ist natürlich nicht nur mir, sondern auch anderen Teams so gegangen", sagt der 26-Jährige, "aber ich kann mich nicht daran erinnern, schon einmal so viel Pech wie in diesem Jahr gehabt zu haben. Ich habe sehr viele Erfahrungen und graue Haare gesammelt." Als er nach dem Saison-Auftakt am 29. März aus seinem Porsche 911 GT 3 997 kletterte, standen Platz 19 in der Gesamtwertung und Rang vier in der Klasse (SP 7) im Computer. Es sollte bis zum Schluss das beste Ergebnis bleiben.

Besonders beachtlich damals: Robin Chrzanowski erledigte die Vier-Stunden-Strapaze hinter dem Lenkrad alleine - was eher unüblich ist, weil die Nordschleife dazu viel zu hohe Anforderungen an Material und Fahrer stellt. Bereits im zweiten Lauf am 14. April erwischte es das Team von Chrzanowski Racing entscheidend, weil es sowohl im Qualifying (Kontakt mit einem Konkurrenten) und im Rennen (Elektronik) einige Probleme gab. Robin Chrzanowski konnte sich die Arbeit am Steuer zwar mit seinem Stamm-Partner Dominic Fuchs (Ransbach-Baumbach) und Maximilian Koch (Oberwiesenthal) teilen, hatte aber mit einer Top-Platzierung nichts zu tun. Im dritten Rennen (29. April) bekam der Porsche dann einen heftigen Treffer verpasst, sodass sämtliche Hoffnungen früh platzten.

Ihr Meisterstück lieferten Robin Chrzanowski und das Team am 17. Mai beim vierten Lauf, als die meisten vermutlich aufgehört hätten. Mitfahrer Fuchs kam auf der legendären Nordschleife nach etwa 15 Kilometern bis zum Bereich Karussell, als die Antriebswelle abriss. Über den Funk stand der Entschluss schnell fest: Wir machen weiter.

Unter abenteuerlichen Umständen gelang es tatsächlich, die Ersatz-Antriebswelle einzubauen und den Porsche wieder ins Rennen zu bringen. Besonders lange konnten sich die Beteiligten aber nicht darüber freuen, dass die Knochenarbeit erfolgreich war. Wegen eines Unfalls wurde das Rennen nach drei Stunden vorzeitig abgebrochen.

Ein Beleg dafür, wie teuer das Unternehmen VLN ist: Weil Chrzanowski mal das Budget für ein ganzes Wochenende mit dem eigenen Team nicht zusammenbekam, kletterte er auch für andere hinter das Lenkrad. Das Glück fand seinen Weg trotzdem bis zum Schluss nicht zu Chrzanowski Racing. Beim zehnten und letzten Lauf am vergangenen Wochenende rutschte der Porsche unter schwierigen Bedingungen (Nässe, Nebel) von der Strecke und wurde dabei stark beschädigt. Das Finale war typisch für den Verlauf der gesamten Saison 2014. Trotzdem denkt Chrzanowski nicht im Geringsten ans Aufgeben: "Ganz klar. Wir werden auch 2015 in der VLN dabei sein."

Langweilig dürfte es ihm auf dem Nürburgring sowieso nie werden: "Da lernst du jedes Mal noch etwas Neues dazu." Außerdem kann er ja gar nicht anders, weil er seiner Leidenschaft unbedingt gehorchen muss. Deshalb laufen die Vorbereitungen längst auf Hochtouren.

(RP)