Regionalliga: SG Langenfeld verliert gegen TSV Bayer Leverkusen 1:3

Volleyball : Langenfelderinnen verlieren die Freude am Spiel

Die SG Langenfeld unterliegt nach Führung dem neuen Tabellenzweiten der Regionalliga, dem TSV Bayer Leverkusen, noch mit 1:3. Trainer Michael Wernitz hatte gewarnt, kann seine Enttäuschung aber nicht verhehlen. Sein Team ist nun Dritter.

Vor zwei Wochen hat Michael Wernitz eine klare Ansage gemacht. Der erfahrene Trainer erklärte, dass die Regionalliga-Volleyballerinnen der SG Langenfeld (SGL) unbedingt nachlegen müssten. Nach fünf Siegen zum Saison-Start würden erst die anstehenden Spitzenspiele beim TuS Herten und gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen II Aufschluss darüber geben, wie hoch die Chancen auf den Aufstieg tatsächlich seien. Und jetzt ist erstmal Ernüchterung eingekehrt, denn nach dem 2:3 in Herten musste sich die SGL auch gegen Bayer geschlagen geben – mit 1:3 (25:17, 15:25, 21:25, 19:25).

Die Langenfelderinnen fielen gegen Leverkusen in alte Verhaltensmuster zurück, denn sie offenbarten insbesondere in ihrer Annahme erhebliche Schwächen. Dadurch waren der Spielaufbau und der Angriff nicht effektiv genug. „Niederlagen sind immer unschön“, stellte Wernitz fest. „Auch die Pleite in Herten war nicht unbedingt nötig. Diesmal habe ich aber gegen den TSV ein kollektives Versagen beobachtet. Dass nur die eine oder andere Spielerin etwas Freude hatte, brachte uns natürlich überhaupt nicht weiter“, ergänzte der Trainer. Die enorm wichtige Diagonalspielerin Jana Nahrstedt fiel aufgrund von gesundheitlichen Problemen aus.

Weil die SGL sehr gut in die Partie startete, deutete zunächst viel auf einen Erfolg hin. So führten die Gastgeberinnen mit 13:9 und 22:16, weil die routinierte Zuspielerin Carina Zandt die Bälle sehr gut verteilte. Die Langenfelderinnen waren hochmotiviert, sodass Vivien Tänzler etwa in einer Aktion einen 15 Meter langen Sprint einlegte, um noch einen Ball zu retten. „Das Team wurde sich eigentlich darüber bewusst, dass es eine Einheit ist und gewinnen kann“, betonte Wernitz, der sich über das 25:17 durchaus freute.

Auch im zweiten Abschnitt führte Langenfeld mit 5:4, bevor den Gästen eine Aufschlagserie gelang (5:12). Während die Angriffe der Gastgeberinnen zu harmlos waren, wirkten sie in der Annahme unkonzentriert. Die TSV-Außenangreiferin Jana Ritter konnte den Langenfelder Block immer wieder mit taktisch geschickten Bällen verladen (7:13, 9:14). Wernitz ärgerte sich: „Leider wurden wir komplett aus der Bahn geworfen.“ Durch eine Aufschlagserie der Mittelblockerin Alicia Stakemeier setzte sich Leverkusen mit 25:15 durch.

In der Pause vor dem dritten Satz fand Wernitz klare Worte: „Ich wollte die Mädels an ihrer Ehre packen und die Fehler aufzeigen. Eigentlich können sie es, aber sie dürfen nur nicht die Lust verlieren.“ Zwar gelangen der SGL-Mittelblockerin Silke Althaus jetzt einige Aktionen, aber die Annahme blieb weiter zu uneffektiv. Dadurch hatte Zandt im Spielaufbau erhebliche Probleme, und der SGL-Angriff schlug häufig in den gegnerischen Block (6:9, 17:17, 19:19). Durch weitere gefährliche Aufschläge von Stakemeier behielten die Gäste erneut die Oberhand – 25:21.

Vor dem vierten Durchgang war der Druck auf die Langenfelderinnen noch höher, denn mit einer Niederlage wäre das Spiel bereits entschieden gewesen. Der SGL-Coach wechselte jetzt Lara Sanders für Zandt auf der Zuspiel-Position ein, was indes ebenfalls nicht die erhoffte Wirkung nach sich zog (3:10, 8:12, 19:25) – die Niederlage war perfekt. „Grundsätzlich begegnen wir uns mit Leverkusen auf Aufgenhöhe, aber wir hatten diesmal die schwächere Annahme und den schwächeren Aufschlag. Am Ende hat sich Lustlosigkeit breitgemacht, und die Freude am Spiel ging verloren“, konstatierte Wernitz. Der erfahrene Trainer wollte seine große Enttäuschung auch gar nicht erst verbergen und wirkte über die schwache Leistung immer noch sehr erstaunt.

In der Tabelle rutschten die Langenfelderinnen (15 Punkte) jetzt hinter dem neuen Zweiten Leverkusen (17 Zähler) auf den dritten Platz ab. Derweil bleibt Herten weiterhin der souveräne Spitzenreiter (19 Punkte/ein Spiel mehr). „Vielleicht kommen die Niederlagen auch zur richtigen Zeit. Wir müssen jetzt in den kommenden Trainingswochen definitiv hart an uns arbeiten – auch an unserer Kondition. Außerdem muss uns bewusst werden, dass wir uns über die gesamte Spielzeit voll konzentrieren müssen“, forderte Wernitz, dessen Mannschaft erst am 23. November (19.30 Uhr) beim Vierten VoR Paderborn antritt (14 Zähler).