Regionalliga: SG Langenfeld schlägt Spitzenreiter TuS Opladen souverän

Handball : SG Langenfeld zeigt, was in ihr steckt

Der Handball-Regionalligist fügt dem bis dato verlustpunktfreien Spitzenreiter TuS Opladen die erste Saison-Niederlage zu. Trainer Markus Becker freut die Leistung, die Vereinsspitze zudem der Derby-Spieltag.

Feiern können sie bei der SG Langenfeld. „Heute wird das eine oder andere Bier fließen“, sagte Felix Korbmacher, während seine Handballer-Kollegen ausgiebig das 32:26 (15:11) gegen den TuS Opladen feierten. Da hatte der Nordrheinligist gerade seine stärkste Saisonleistung hingelegt und den Lokalrivalen und Tabellenführer regelrecht niedergekämpft. „Wir waren von Minute eins an die bessere Mannschaft, hatten das Publikum hinter uns, haben gekämpft und gewonnen“, resümierte der 25-Jährige und fasste dann den Spieltag der SGL perfekt zusammen: „Derby halt.“

Dass in der Sporthalle des Konrad-Adenauer-Gymnasiums gleich im doppelten Sinne eine ganze besondere Stimmung herrschte, war schnell klar. In der mit 438 Zuschauern rappelvollen Spielstätte peitschten die Heimfans ihre Mannschaft in bester Lokalderby-Manier nach vorn. Langenfeld ging dementsprechend früh in Führung, spielte aggressiv und mannschaftlich geschlossen. „Wir hatten uns taktisch und emotional auf viele Dinge eingestellt, hatten zum Beispiel viel Zeitspiel trainiert“, verriet SGL-Trainer Markus Becker und begründete: „Wir sagen ja sonst, dass wir über das Tempo kommen. Wir wussten aber, dass sich Opladen schnell zurückzieht und mussten deswegen einen kühlen Kopf bewahren.“ Und das gelang: Schon zur Pause lag die Heimmannschaft völlig verdient in Führung und ließ bei den zahlreichen Gästefans keine richtige Hoffnung aufkommen. „Das waren 100 Prozent Leistung, die ich genauso erwarte. Mehr ging nicht“, lobte Becker.

Mit der Lehrstunde für die Opladener zeigte Langenfeld auch, wie weit unter seinen Möglichkeiten der Drittliga-Absteiger zu Saisonbeginn agiert hatte. „Die ersten Spiele, in denen wir verloren haben, hatten wir auch viel Pech“, betonte Sieben-Tore-Mann Korbmacher. Nun folgte eine beinahe fehlerfreie Offensivleistung, bei der Fehlwürfe Seltenheitswert hatten. Dass in der Deckung einige Male zu früh geöffnet wurde, ging im Jubel ohnehin unter. Rückraumspieler Sebastian Pagel verriet deswegen: „Dass wir so spielen würden, hätten wir selbst nicht gedacht.“

Auch Pagel selbst erlebte eine kleine sportliche Auferstehung. Halbrechts trieb er unermüdlich an und heimste prompt Lob von Chef Becker ein: „Da sind ein paar Spieler über sich hinausgewachsen“, sagte er und meinte damit unter anderem seine Nummer 77. Der hatte einen schwierigen Start in Langenfeld, inklusive Verletzung in der Vorbereitung und zum Liga-Beginn. „Deswegen war der Start ein wenig schwierig, aber jetzt bin ich gut reingekommen“, sagte Pagel und sprach gleich für das gesamte Team: „Wir sind eine Mannschaft die Potenzial hat, aber sehr schlecht gestartet ist.“ Das sieht nun anders aus, nach dem Sieg gegen Opladen rückt die SGL mit 7:7 Punkten vor auf Rang sieben.

Freuen durfte sich abseits davon die Vereinsspitze. Den Derby-Spieltag, an dem auch die zweite und dritte Mannschaft gegen den Solinger Lokalkonkurrenten TSV Aufderhöhe spielten, verbuchte Abteilungsleiter Thorsten Scholl als vollen Erfolg: „Die Halle ist voll, die Werbung hat gewirkt. Natürlich tragen die Lokalderbys ihr eigenes dazu bei, aber das ist schon toll. Wir sind da auf einem richtig guten Weg“.

Sportlich gesehen ist das auch die Mannschaft. Felix Korbmacher brachte die Leistung auf den Punkt: „Mal eben den Tabellenführer mit sechs Toren Unterschied geschlagen – souverän, würde ich sagen.“

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