Handball : Rausch der Geschwindigkeit

Handball-Verbandsligist SG Langenfeld festigte durchs 33:21 gegen den TSV Aufderhöhe seine Tabellenführung. Als der Spitzenreiter das Tempo anzog, war bald alles klar. Kurios: Die Gäste bekamen ein Nicht-Tor gutgeschrieben.

Im fünften Saisonspiel gabs den fünften Sieg und langsam beginnt sich der Handball-Verbandsligist SG Langenfeld (SGL) an der Tabellenspitze häuslich einzurichten. Der 33:21 (17:12)-Erfolg über den TSV Aufderhöhe war nach einem leicht chaotischen Start später derart ungefährdet, dass Trainer Heino Kirchhoff beinah pausenlos durchwechseln konnte. Allein deshalb konnten die Gäste später etwas Kosmetik am Ergebnis betreiben, das auch so klar genug ausfiel. "Zwölf Tore Unterschied – das ist in Ordnung", fand Chefkritiker Kirchhoff, der trotzdem nicht über Mängel hinwegsah: "Wir hatten gute Phasen, aber auch schlechte."

Das kräftigste Tief passierte in den ersten zehn Minuten, als wenig passte und viel durcheinander war. Fehlpässe, Fehlwürfe oder unkonzentriertes Abwehrverhalten gaben sich bis zum 3:3 (10.) förmlich die Klinke in die Hand. Nach dem 8:6 (14.) trugen zudem Schiedsrichter und Kampfgericht ihren Teil zum großen Ratespiel bei. Ein Solinger Wurf war vom Außennetz deutlich erkennbar hinter dem Tor gelandet,

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Von dort holte sich Keeper Tobias Kottwitz das Ball. "Wir haben ganz normal weitergespielt", bestätigte der Torhüter, der jedoch nicht den Blick auf die Anzeigetafel richtete und hier auch sicher gestaunt hätte. Denn dort hatte Aufderhöhe auf 7:8 verkürzt – durch einen Treffer, der gar keiner war (15.). Selbst die Schiedsrichter schlossen sich später der Fehlentscheidung an.

Die SGL legte trotz dieser kuriosen Szene unbeeindruckt zu. Bis zum 17:10 (28.) lief der TSV vor allen Dingen hinterher, ehe ihm zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht mal das gelang. Das Tempo der Hausherren erreichte sowohl hinten mit aggressiver Abwehrarbeit als auch vorne durch mitreißende Angriffe ein zum Teil beeindruckendes Niveau. Außerdem gabs die perfekte Ein-Mann-Schau des permanent enteilenden Matthias Herff, der innerhalb von nicht mal fünf Minuten alle fünf Treffer vom 19:12 (33.) bis zum 23:12 (38.) erzielte.

Aussichtsloser Dreher

Weil es gerade so glänzend lief, probierte Kai Wille in einer grundsätzlich aussichtslosen Wurfsituation einen Dreher – der prompt zum 27:13 (45.) über die Linie rollte. Diese spektakuläre Aktion beendete den furiosen 10:1-Lauf der Hausherren und der Rest der Partie war eher belanglos für die Langenfelder, die sich an der Tabellenspitze häuslich einzurichten scheinen.

SGL: Kottwitz, Hanke – Majeres (3), Rosiak (4), Wille (3), Preissegger (2), Werkmeister (3), Wagener (2), Klimke (2), Plaskocinski (6/4), Herff (6/1), Nelte (1), de la Fuente (1).

(RP)