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Handball: Quälerei: Wenig Tempo, zu viele Fehler

Handball : Quälerei: Wenig Tempo, zu viele Fehler

Handball-Oberligist SG Langenfeld zeigte im Spiel beim gefährdeten Bergischen HC II vor der Pause ganz wenig. Später wirkte die Mannschaft um Trainer Leszek Hoft lebendiger und nahm so wenigstens einen verdienten 29:23-Erfolg mit.

Es muss wohl doch an der sehr gewöhnungsbedürftigen Anwurfzeit gelegen haben, denn der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) kam gestern Mittag im Spiel beim abstiegsgefährdeten Bergischen HC II allenfalls sporadisch mal auf höhere Touren. Was beide Mannschaften zwischen dem Anpfiff um 14.40 Uhr und dem Abpfiff um kurz nach 16 Uhr ablieferten, riss jedenfalls keinen von den Sitzen. Langenfeld nahm am Ende immerhin die beiden Punkte mit, denn es reichte nach einer zähen Partie zu einem letztlich doch ungefährdeten 29:23 (12:11)-Sieg. SGL-Trainer Leszek Hoft, bis vor gar nicht langer Zeit als Lehrer im Schuldienst, verzichtete in seiner Einschätzung später auf eine pädagogisch wertvolle Einschätzung: "Das war Handball zum Abgewöhnen. Die wollten oft gar nicht werfen — und uns ist dann zu wenig eingefallen." Vornehmlich die erste Halbzeit gehörte dabei in die Kategorie unterirdisch schlecht.

Nach 180 Sekunden lag Langenfeld mit 0:2 hinten — obwohl Solingen wegen einer frühen Zeitstrafe zwei dieser drei Minuten in Unterzahl absolvieren musste. Beim 4:3 (9.) schien sich die Angelegenheit zu drehen, doch Hofts Team ließ die Hausherren im Spiel. Ein Grund: Zahlreiche erstklassige Gelegenheiten blieben ungenutzt. Der Siebenmeter, den André Eich beim Stande von 4:4 verwarf (13.), war nur ein Beleg dafür. Im weiteren Verlauf gönnte sich die SGL den Luxus, gar keinen ihrer vier Strafwürfe zu verwerten. Vor der Pause waren Matthias Herff (20.) und erneut Eich (26.) die weiteren Kandidaten, nach der Pause schloss sich der Teamkollege Dawid Rosiak an (55.).

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Übers 7:4 (20.), 8:6 (21.), 11:9 (27.) und 11:10 (28.) quälte sich Langenfeld zur ungemütlich knappen Halbzeitführung, ehe eine erkennbare Steigerung eintrat. "Wir hatten uns in der Kabine vorgenommen, ein bisschen lebendiger zu werden und ein bisschen mehr zu machen", erklärte Hoft, "und das hat auch geklappt." Mit den vier Toren zum 16:11 (35.) war der Weg bereits frei zum Erfolg der SGL, die das Spiel über ein paar schnelle Angriffe und sehenswerte Einzelaktionen zunehmend in den Griff bekam. Spätestens das 20:13 (41.) war die Entscheidung und das 25:16 (51.) mit neun Treffern Differenz der größte Vorsprung. Mit etwas mehr Konzentration auf das Wesentliche wäre wohl ein noch höheres Resultat möglich gewesen — aber Hofts Team schaltete wieder zurück.

Wenig hilfreich, aber an diesem Tag irgendwie zum Spiel passend: Sven Kniesche, aus der ersten Halbzeit mit einer Zeitstrafe belastet, bekam von den Unparteiischen eine zweite Zeitstrafe aufgebrummt. Die fand er eher ungerecht — was er den Schiedsrichtern sofort mitteilte. Dafür kassierte er dann direkt die dritte Zeitstrafe und die fällige Rote Karte hinterher (52.). Kniesches Glück: Weil beim Stande von 25:17 nicht mehr viel anbrennen konnte, kam er mit einer milden Schelte davon. "So etwas schadet der Mannschaft", fand Hoft. Am Ende waren ganz sicher beide froh, dass die Mannschaft den Mittags-Auftritt als Kollektiv einigermaßen unbeschadet über die Bühne gebracht hatte.

SG Langenfeld: Geske, Hanke — Thöne (1), Majeres, Rosiak (5), Wolter, Preissegger (5), Kniesche (2), Klimke, Herff (5), Stolley, Eich (5), Boelken (1), Nelte (5).

(RP)