Fußball : Präsentation missglückt

Fußball-Niederrheinligist SF Baumberg stolperte sich mit dem 4:2 beim SR Höhscheid/Widdert in die dritte Runde des Kreispokals. Trainer Jörg Vollack war sauer – weil sich niemand fürs Spiel gegen den SC Kapellen/Erft aufdrängte.

Fußball-Niederrheinligist SF Baumberg stolperte sich mit dem 4:2 beim SR Höhscheid/Widdert in die dritte Runde des Kreispokals. Trainer Jörg Vollack war sauer — weil sich niemand fürs Spiel gegen den SC Kapellen/Erft aufdrängte.

Der Fußball-Niederrheinligist SF Baumberg (SFB) lieferte zwar nur eine sehr bescheidene Vorstellung ab, setzte sich aber am Ende in der zweiten Runde des Kreispokals beim Solinger Bezirksligisten SR Höhscheid/Widdert mit 4:2 (2:1) durch. Trainer Jörg Vollack zeigte sich mäßig begeistert — gerade mit dem Blick auf die nächsten Aufgaben.

"Im Pokal gibt es für mich drei Varianten", fand der Coach, "gut spielen und gewinnen, schlecht spielen und weiterkommen oder schlecht spielen und ausscheiden. Meine Mannschaft hat sich für die zweite Variante entschieden. Wir haben alle Attribute vermissen lassen, die wir in einem Pokalfight brauchen. So sollten einige ein Spiel nicht angehen, wenn sie in der Meisterschaft in die Startelf möchten." Der Auftritt brachte deshalb vor der Partie um Punkte gegen den SC Kapellen/Erft (Sonntag, 15 Uhr, MEGA-Stadion an der Sandstraße) durchaus wertvolle Erkenntnisse.

Bestrafte Passivität

Die Partie begann optimal für die Gäste, denn Gabriel Czajor erzielte früh die 1:0-Führung (5.) für den Favoriten. Doch nun ließen die Sportfreunde die Zügel schleifen — was überhaupt nicht nachvollziehbar war und bald bestraft wurde, als die Platzherren durch Manfred Szepanski zum 1:1 kamen (18.). Obwohl Baumberg lustlos wirkte und etliche Chancen ausließ, gelang Louis Klotz vor der Pause noch die 2:1-Führung (37.), die den Sportfreunden aber für die zweite Hälfte kein bisschen Schwung verlieh.

Der zwei Klassen höher angesiedelte Favorit ließ die Gastgeber vielmehr wieder zurück in die Partie —2:2 (57.). "Wie sich hier einige präsentiert haben, stellt sich das Team gegen Kapellen fast von alleine auf", urteilte Vollack, "einige sind katastrophal und gedankenlos zu Werke gegangen." Das Aus konnte Baumberg nur deshalb vermeiden, weil zum richtigen Zeitpunkt die entscheidenden Tore gelangen. Der eingewechselte Dominik Kepper legte erst Jannik Weber zum 3:2 auf (68.), bevor er in der Schlussminute selbst das 4:2 besorgte (90.).

Über Schleifen und Kringel

Für die durchaus wegweisende Aufgabe gegen Kapellen/Erft wagt der SFB-Trainer höchstens eine vorsichtige Prognose: "Wenn wir nach jeder Aktion so schöne Kringel und Schleifchen wie in Höhscheid drehen, dann verlieren wir ganz sicher. Die Mannschaft muss sich auf das Wesentliche konzentrieren, um zu punkten." Ob seine Spieler den Schalter schnell umzulegen vermögen, ist eine andere Frage.

(hbe-)