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Fußball: Plötzlich fünf vor zwölf

Fußball : Plötzlich fünf vor zwölf

Fußball-Landesligist HSV Langenfeld wollte Sicherheit. Aber die Elf von Trainer Guido Röhrig hängt auch wegen großer Personalsorgen im Keller fest. Warum Stürmer Martin Fikus seine Tore nur in der Zweiten erzielt – ein Rätsel.

Wieder ist es Herbst. Und wieder stecken die Landesliga-Fußballer des HSV Langenfeld im tiefsten Abstiegskampf. Dabei sollte im dritten Jahr der Klassenzugehörigkeit eigentlich vieles ganz anders werden. Doch nach elf Spielen ist die Mannschaft von Trainer Guido Röhrig mit mageren sechs Zählen Vorletzter. "Das hatten wir anders geplant und eigentlich waren wir in der Vorbereitung auf einem guten Weg", findet der Coach. Die Gründe für den Abschwung sind vielfältig – und teilweise hausgemacht. Für die vielen Verletzungen kann eher niemand was. Seit dem Saisonbeginn zogen sich wichtige Stützen und Führungsspieler wie Daniel Gerhardt (Knorpelschaden), Michael Dahmen (Schulter), Alessandro Petri (Bänderriss) und Christian Engels (Zerrung/Lungenentzündung) zum Teil langwierige Blessuren zu.

Martin Maibücher steht seit einigen Wochen ebenfalls nicht mehr zur Verfügung (beruflich nach Stuttgart). Einigermaßen kurios lief der Abgang von Stefan Laschewski. Der Stürmer, am dritten Spieltag noch für den HSV im Einsatz, wechselte kurzfristig zu den Sportfreunden Baumberg II (Kreisliga). Der Wechsel war möglich, weil Laschewski bei den Sportfreunden als Vertragsamateur unterschrieb. "Diese Regelung ist nicht sinnvoll. Sie ist wettbewerbsverzerrend und benachteiligt die kleinen Vereine", findet Röhrig, der so plötzlich das nächste Loch zu stopfen hatte.

Durchaus ordentlich

Ein anderer Gesichtspunkt ist unverständlich. Der HSV verlor fünf der sechs vergangenen Partien und erzielte dabei keinen Treffer (0:14). Gleichzeitig ist die Reserve derzeit souveräner Tabellenführer in der Kreisliga B. Und sie hat in Martin Fikus einen Stürmer, der im Schnitt zwei Treffer pro Spiel markiert. Unterstützung aus der zweiten Mannschaft fürs Landesliga-Team ist jedoch beim HSV eine echte Seltenheit. Allein kurz nach dem Saisonbeginn waren Fikus und Dennis Hachen mal bei der Ersten im Einsatz – das sogar durchaus mit ordentlichen Leistungen.

"Im Moment kann ich als Trainer der ersten Mannschaft nicht mehr machen, als alle Mittel auszuschöpfen und alle Beteiligten zu fragen. Wenn wir dann keine Hilfe bekommen, muss sich niemand wundern, was sonntags dabei rauskommt. Dabei mache ich den Spielern keinen Vorwurf", erklärt Röhrig. Um es deutlich auszudrücken: Die Situation hat was Absurdes an sich.

Michael Dahmen trainierte zuletzt wieder mit. Außerdem ist Janusz Kostka zurückgekehrt. Der Defensiv-Routinier, der seine Schuhe bereits an den Nagel gehängt hatte, will helfen. "Bei beiden werden wir ein paar Wochen warten müssen. Es ist auch keine schöne Jahreszeit, um wieder mit Fußball anzufangen", weiß Röhrig.

Vor einem Schlüsselspiel

Deshalb geht er die nächsten Aufgaben weiter mit einer dünnen Personaldecke an. Das Ziel für die letzten fünf Begegnungen im Jahr 2010: "Es wäre schön, auf einem Nicht-Abstiegsplatz zu überwintern. Dafür müssen wir natürlich mal zwei oder drei Spiele gewinnen." Am kommenden Sonntag sieht der HSV zu (spielfrei). Dafür gibt es anschließend ein echtes Schlüsselspiel, weil im VfB Solingen ein großer Abstiegskonkurrent kommt (Sonntag, 7. November, 14.30 Uhr, Burgstraße). Es ist eben Herbst und der HSV wird noch für längere Zeit im Abstiegskampf stecken.

(RP)