Reitsport: Perfekt: Jochen Bender und Cor de Pomme

Reitsport : Perfekt: Jochen Bender und Cor de Pomme

Rheinische Meisterschaften boten erstklassigen Sport. Jeldrik Krüger und Peter Dieckmann kamen im Springen auf Platz vier.

Gespannte Stille lag über dem Springstadion auf Gut Langfort, als Jochen Bender im Sattel von Cor de Pomme durch den Parcours galoppierte. Im letzten Umlauf des schweren Springens um die Rheinische Meisterschaft hatte der Starter des ZRFV Wickrath als Schlussreiter alle Chancen auf den Titel, denn als Einziger im Feld der 19 Teilnehmer war er noch fehlerfrei. Bei einer weiteren Nullrunde wäre ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen. Im Umlauf zuvor hatte die Distanz zweimal nicht gepasst und der Schimmelhengst musste sich mit viel Geschick über die Hindernisse retten. "Das war mein Fehler, ich bin einfach nicht gut geritten", sagte Jochen Bender selbstkritisch. In der Finalrunde machte er es besser. Souverän flog sein Pferd im gleichmäßigen Rhythmus über die Stangen, ohne eine zu berühren. Jubel brandete auf, als das Paar die Ziellinie überquerte und lediglich 0,25 Strafpunkte für das Überschreiten der erlaubten Zeit von 60 Sekunden aufleuchteten.

Die Besten: Jochen Bender (Wickrath) und sein "Cor de Pomme" kassierten nur winzige 0,25 Fehlerpunkte (Zeit-Überschreitung). Foto: Ralph Matzerath

Dieser kleine Schönheitsfehler trübte die Freude kaum und Jochen Bender lobte sein Pferd überschwänglich. "Der Titel gehört ihm. Er hat einen ungeheuren Leistungswillen, ist sehr vorsichtig — und wenn der Reiter nichts falsch macht, macht er auch keine Fehler", sagte der Rheinische Meister mit einem strahlenden Gesicht. "Auf die beiden hat wirklich keiner getippt", fand Peter Dieckmann, der dem Kollegen fair gratulierte. Der Monheimer landete mit seiner erst acht Jahre alten Stute Stakketti auf Rang vier. Die beiden kam im ersten Umlauf mit viel Schwung in die dreifache Kombination und die Folge war ein Vorhandfehler am Einsprung. "Trotzdem bin ich sehr zufrieden. Wenn ein gescheiter Reiter draufgesessen hätte, wäre sie fehlerfrei geblieben", sagte der Reiter mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Vom Titel träumen durfte auch Jeldrik Krüger. Für den Langenfelder, der im RVV Wolfhagen zu Hause ist, waren die Meisterschaften gewissermaßen ein Heimspiel. Aber ihm unterlief im ersten Umlauf ein Flüchtigkeitsfehler. "Natürlich ärgere ich mich, denn das Pferd konnte nichts dafür. Doch in so einer Meisterschaft ist der Druck natürlich höher", betonte Krüger, der mit Tough Cookie bereits rund 200 Platzierungen in der schweren Klasse erritten und sich durchaus Chancen ausgerechnet hatte. "Alles andere wäre gelogen", sagte der Vierte Krüger, der den Sieger ebenfalls herzlich beglückwünschte.

Bender musste zu Beginn des zweiten Umlaufs nur auf eine verbliebene Konkurrentin aufpassen, die mit ihm gleichauf lag. Sabrina Busch hatte es ebenfalls geschafft, über drei Tage fehlerfrei zu bleiben. Die Amazone des RFV Ratheim leistete sich mit Ruben im zweiten Umlauf jedoch zwei Springfehler und 0,75 Zeit-Strafpunkte — was sie weit zurückwarf. Dafür durften sich Franziska Scharrer (Bergerhof) und Thomas Weinberg (Würselen) als Vizemeister feiern lassen. Das hatte Franziska Scharrer unter anderem dem Publikum zu verdanken, das sie im ersten Umlauf per Zuruf in letzter Sekunde davor bewahrte, im Parcours den falschen Weg einzuschlagen. Mit einem Abwurf am Schlussoxer kam sie jedoch nicht an Jochen Bender vorbei. "Dieses Wochenende hatte ich einfach die richtige Reithose an", sagte der Wickra-ther vor der Meisterehrung.

(domi)