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Ohne Kosi Saka fehlt Baumberg die Ordnung

Fußball : Ohne Kosi Saka fehlt Baumberg die Ordnung

Der Oberligist führt gegen Kleve mit 3:0, muss aber nach einer chaotischen zweiten Hälfte mit einem 3:3 zufrieden sein.

Irgendwann ist die Belastungsgrenze erreicht. Und dann hilft auch keine Umbaumaßnahme mehr. Deshalb konnte der Fußball-Oberligist SF Baumberg (SFB) mit dem 3:3 (3:3) gegen den 1. FC Kleve unter dem Strich irgendwie zufrieden sein, zumal bisweilen das reine Chaos herrschte und sogar eine Heimniederlage drohte. „Klar, wenn du 3:0 führst, bis du nie glücklich“, fand Michael Rentmeister, der zusammen mit seinen Co-Trainer-Kollegen Hayreddin Maslar und Gaku Ishida den aus gesundheitlichen Gründen fehlenden Chef-Coach Salah El Halimi vertrat (Bandscheiben-Operation). In der Tabelle brachte der eine Zähler die Sportfreunde sogar auf Rang fünf (zehn Zähler). Ganz vorne zieht der Regionalliga-Absteiger und klare Meisterschafts-Favorit SV Straelen unbeeindruckt von allen anderen seine Kreise (fünf Siege, 15 Punkte).

Jörn Zimmermann war früh mit dem 1:0 (5.) zur Stelle, nachdem die Gäste-Abwehr den Ball nach einem Schuss von Louis Klotz unzureichend abgewehrt hatte. Obwohl sich Kleve (noch ohne Sieg) keineswegs versteckte, hatten die Hausherren deutlich bessere Chancen. Robin Hömig (8.) und Klotz (15.) hätten bereits erhöhen können, bevor Hömig beim Freistoß (Foul an Roberto Guirino) seine künstlerischen Qualitäten anbrachte. Der 18-Meter-Schuss passte genau – 2:0 (24.). Dankend nahm Hönig gut zehn Minuten später ein Geschenk der FC-Abwehr an, die ihm das 3:0 (35.) auf dem Silbertablett servierte. Als SFB-Innenverteidiger Kosi Saka 120 Sekunden vor der Pause den Klever Levon Kurikciyan am erfolgreichen Torschuss hinderte, gingen die Sportfreunde weiter zuversichtlich davon aus, dass alles gut bleiben werde.

Es kam aber ganz anders. Erstens: Kosi Saka, nach einer Zerrung überraschend von Beginn an dabei, blieb in der Kabine. Ergebnis: Hinten brach jetzt leichte bis mittelschwere Hektik aus. Beim 1:3 (48.) für Kleve durch Pascal Hühner dachte sich weiter niemand etwas Böses, obwohl Innenverteidiger Ben Harneid jetzt die Gelbe Karte sah. Wenig später leistete sich der 19-Jährige ein ebenso unnötiges wie folgenreiches Handspiel – und er sah die Gelb-Rote Karte (58.). Damit hatte sich die bisherige Innenverteidigung endgültig in Luft aufgelöst. Fortan ging es defensiv oft drunter und drüber, obwohl der offensive Tim Knetsch seinen Platz für Elias Dittmann räumen musste, der hinten mit aushelfen sollte. Die Gäste wussten zuerst nicht mal viel mit ihrer personellen Überlegenheit anzufangen und die Großchance für Kurikciyan (63.) entsprang vor allem dem Hömig-Ballverlust.

Weil Kleve trotzdem rasch merkte, dass der Gegner angeschlagen war, begann er die Lücken und Abstimmungsfehler in der SFB-Abwehr intensiv zu bearbeiten. Jörn Zimmermann kam mit seinem Rettungsversuch zu spät und der 1. FC verkürzte durch André Trienenjost auf 2:3 (75.). Keine 60 Sekunden darauf griff erneut kein Baumberger beim Gäste-Angriff ein und am Ende der Verwertungskette stand erneut Trienenjost – 3:3 (76.).

Dass es beim Unentschieden blieb, hatten die Sportfreunde vielleicht dem Klever Ali Hasaan Hammoud zu verdanken, der sich ein Nachtreten gegen Baumbergs Roberto Guirino erlaubte – und dafür eine korrekte Rote Karte sah (83.). Bei Gleichstand gab es zuerst eine Gelegenheit für Guirino (86.), bevor SFB-Torhüter Daniel Schwabke gegen Hühner rettete (88.). In der Nachspielzeit kam Hömig ein paar Zentimeter zu spät (90.+2) und er bekam hier nach dem Zusammenprall mit FC-Schlussmann Ahmet Taner auch keinen Strafstoß. Dann pfiff der Unparteiische Jens Laux (Duisburg) ab, der über 90 Minuten stark beschäftigt war. Er hatte wohl ebenfalls festgestellt, dass die Belastungsgrenze längt erreicht ist.