Oberliga Niederrhein: FC Monheim empfängt Germania Ratingen 04/19

„Nicht an der Tabelle orientieren“ : Monheim ist vor erstarkter Germania gewarnt

Der Tabellenzweite der Oberliga empfängt den Elften Ratingen. FCM-Trainer Ruess wähnt sein Team aber nicht in der Favoritenrolle.

Am vergangenen Wochenende konnten die Fußballer der Oberliga Niederrhein wegen des Totensonntags verschnaufen, doch ab dem kommenden Sonntag beginnt der Endspurt im Jahr 2019. Für die Mannschaft des FC Monheim (FCM) wird es in den noch verbleibenden drei Spielen bis zur Winterpause darum gehen, die aktuelle, hervorragende Position in der Tabelle zu festigen. Denn obwohl die Monheimer die letzten drei Spiele allesamt lediglich mit einem Unentschieden beendeten und Spitzenreiter SV Straelen dadurch auf inzwischen zehn Zähler davonzog, bleibt der FCM mit 35 Punkten weiter unangefochtener Tabellenzweiter.

Dahinter bekleckerte sich die Konkurrenz in den letzten Wochen nicht gerade mit Ruhm, weshalb der Monheimer Vorsprung auf Rang drei, den derzeit die Spvg. Schonnebeck belegt, weiterhin satte sechs Zähler beträgt. „Die Medaille hat natürlich zwei Seiten. Man kann das so sehen, dass wir die letzten drei Spiele nicht gewinnen konnten. Aber andererseits haben wir inzwischen elf Mal in Folge nicht verloren und hatten zuletzt auch drei wirklich starke Gegner“, sagt Monheims Trainer Dennis Ruess.

Als Ursache für die jüngste Remis-Serie hat er insbesondere die fehlende Konsequenz vor dem gegnerischen Tor ausgemacht. Zwar habe man in allen drei Spielen viele Gelegenheiten herausgespielt, am Ende aber zu wenig Tore geschossen. „Wir brauchen im Moment einfach zu viele Chancen“, sagt Ruess. Das war auch am Freitag der letzten Woche so, als die Monheimer im Testspiel gegen den A-Ligisten TSV Urdenbach deutlich höher als 4:1 hätten gewinnen können. Ruess gönnte seinen Schützlingen danach trotzdem ein freies Wochenende – um dann in dieser Woche wieder Fahrt aufzunehmen. „Wir haben die Zügel in der freien Woche bewusst etwas lockerer gelassen und den Spaß in den Vordergrund gestellt. Aber seit letzten Dienstag ist wieder Dampf auf dem Kessel. Wir wollen jetzt nochmal Intensität rein bekommen, damit wir am Sonntag wieder den nötigen Biss haben“, sagt Ruess.

Bis zur Winterpause warten auf den FCM nun noch drei Gegner aus der unteren Tabellenhälfe, die die Monheimer aber nicht unterschätzen wollen. Am kommenden Sonntag steht das Heimspiel gegen die wiedererstarkte Germania Ratingen 04/19 auf dem Programm (15 Uhr), danach gastiert der VfB Hilden im Rheinstadion und zum Abschluss des Fußball-Jahres 2019 geht es für Monheim zum 1. FC Kleve. „Das sind drei richtig schwierige Aufgaben und ich würde mich dabei nicht an der aktuellen Tabellensituation orientieren. Aber es wäre für uns natürlich trotzdem schön, wenn wir die 40 Punkte bis Weihnachten schon voll machen könnten“, sagt Ruess. Vor allem den kommenden Gegner aus Ratingen schätzt der FCM-Coach deutlich stärker ein, als es die aktuelle Positionierung auf Platz elf vermuten lässt. Die Germania habe „infrastrukturell und finanziell ganz andere Voraussetzungen“ als Monheim. „Entsprechend viel Qualität haben sie auch im Kader“, erklärt Ruess.

Das scheinen die Ratinger inzwischen auch wieder abrufen zu können, denn nach dem Trainerwechsel gab es unter dem neuen Coach Frank Zilles zuletzt zwei gute Ergebnisse: Zunächst gewann Ratingen beim formstarken ETB Schwarz-Weiss Essen mit 3:1 und rang eine Woche später dem ebenfalls im oberen Bereich positionierten FC Kray ein 2:2-Unentschieden ab. „Damit bin ich erstmal zufrieden. Das Ziel ist es weiterhin, noch ein paar Punkte zu sammeln und uns im besten Fall bis zum Winter von unten ein wenig abzusetzen“, sagt Zilles.

Derweil sind die Ratinger mit nunmehr 21 Zählern auf Rang elf geklettert und konnten den Vorsprung auf die Abstiegszone auf sieben Punkte ausbauen. Nun hofft der neue Trainer, auch in Monheim etwas mitnehmen zu können: „Wir wissen um die Schwere der Aufgabe. Das wird kein Spaziergang, der uns erwartet. Aber die Jungs haben gut trainiert und sind motiviert. Daher fahren wir dahin, um zu zeigen, was wir können.“ Auch die Ratinger absolvierten vor dem freien Wochenende ein Testspiel, um im Rhythmus zu bleiben und setzten sich nach Treffern von Emrah Cinar und Moses Lamidi mit 2:1 gegen den Klassenkonkurrenten TVD Velbert durch. Die personelle Situation macht Hoffnung: Abgesehen von Kaan Terzi (Handverletzung) und dem inzwischen nach Korea zurückgereisten Yunhwan Lee kann Zilles aus dem Vollen schöpfen.