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Vorgespult: Nichts ist ziemlich relativ

Vorgespult : Nichts ist ziemlich relativ

Manche behaupten ja in diesen Tagen, dass es sportlich um nichts mehr geht. Gemeint dürfte sein, dass keine Entscheidung mehr im Kampf um den Aufstieg oder gegen den Abstieg fällt. Falls das wirklich der Maßstab ist, könnten am Wochenende fast alle Fußballer aus Langenfeld und Monheim zu Hause bleiben. Das träfe selbst auf die Oberligisten SF Baumberg (SFB) und FC Monheim zu (FCM). Baumberg wird selbst bei zwei hohen Niederlagen mindestens Rang sieben und die beste Platzierung in der Vereinsgeschichte erreichen. Monheim wird selbst bei zwei hohen Niederlagen mindestens Zwölfter.

Die Sportfreunde treffen morgen (15 Uhr, Sandstraße) auf den VfB Speldorf, für den es auf dem zwölften Platz (44 Punkte) ebenfalls um nichts mehr geht. Weil die allgemeine Bedeutungslosigkeit ja für beide gilt, darf das Ganze eigentlich nichts kosten. Demnach wäre es konsequent, das Kassenhäuschen am Eingang geschlossen zu halten. Da Baumberg in einer (inoffiziellen) Statistik mit einem Schnitt von 129 Zuschauern pro Partie einen Abstiegsplatz belegt (Rang 14), ist ohnehin kaum mit einem Riesen-Andrang zu rechnen. Ohne das Hinrunden-Derby gegen Monheim, das knapp 1000 Fußballfreunde sahen, wären die Sportfreunde in dieser Statistik wohl sogar Letzter.

Deutlich besser sieht es für die Monheimer aus, die bisher pro Spiel knapp 300 Zuschauer im Rheinstadion begrüßen durften (darunter ebenfalls knapp 1000 aus dem Rückrunden-Derby gegen Baumberg). Morgen (15 Uhr) tritt das Team von Trainer Dennis Ruess beim TV Jahn Hiesfeld an, der die Dinge als Fünfter sehr gelassen sehen kann - zumal die Regionalliga für ihn nicht in Frage kam. In einer Woche beenden die Monheimer die Saison mit dem Heimspiel gegen SW Essen (3. Juni, 15 Uhr). Auch die Essener sind als Achter in der Tabelle irgendwo zwischen Gut und Böse untergebracht.

Der Bezirksligist SC Reusrath, der definitiv Dritter bleiben wird, spielt morgen (15 Uhr) beim gesicherten Elften TSV Bayer Dormagen. In einer Woche folgt das Derby beim SSV Berghausen (3. Juni, 15 Uhr), das für die Reusrather bis vor Kurzem eine Art Finale im Kampf um den Aufstieg hätte werden können - den der SCR mittlerweile verloren hat. Berghausen trifft vorher auf den Lohausener SV (morgen, 15.15 Uhr, Baumberger Straße). Weil die Gäste noch nicht ganz durch sind, gibt es hier einen Hauch von Spannung.

Wie wäre es sonst mit dem eigenen Anspruch? Oder mit der Punkte-Prämie für den eigenen Geldbeutel? Oder mit einer möglichst guten Abschluss-Platzierung? Oder wenigstens mit dem Versuch, wechselnden Spielern/Trainern einen anständigen Ausstand zu verschaffen? Nichts scheint irgendwie ziemlich relativ zu sein.

Michael Deutzmann

(RP)