Lokalsport: Neuer Quarterback soll Longhorns führen

Lokalsport: Neuer Quarterback soll Longhorns führen

Football-Zweitligist setzt auf Jeremy Konzack, der aus Solingen kam. Die Saison beginnt gegen die Düsseldorf Panther.

Als die Footballer der Langenfeld Longhorns zuletzt über den Rasen des Stadions an der Jahnstraße pflügten, lag der Sommer in seinen letzten Zügen. Damals, im September 2017, verabschiedete sich der Zweitligist mit einem klaren 45:30 über die Essen Assindia Cardinals in die ewig lange Pause. Sieben Monate später nimmt die German Football League 2 (GFL) jetzt ihren Spielbetrieb wieder auf. Für die Longhorns wird es im zweiten Jahr nach ihrer Rückkehr in die 2. Liga zunächst einmal "nur" um einen guten Start gehen - weil sich die GFL 2 wie so oft kaum einschätzen lässt. "Die Liga ist dieses Jahr eine große Überraschungskiste. Beide Aufsteiger gelten als sehr stark. Ich glaube, dass keine Mannschaft den Klassenerhalt von vorneherein als sicher ansehen kann. Aber obwohl die Liga sehr stark ist, bin ich sehr zuversichtlich", sagt Longhorns-Headcoach Michael Hap.

Personell hat sich bei den Langenfeldern einiges getan. Die größten Auswirkungen hat sicher das Karriereende von Kapitän und Runningback Daniel Berg. Er hinterlässt nicht nur sportlich, sondern auch als Führungsfigur eine große Lücke. "Das ist für uns ein herber Verlust. Wir verlieren nicht nur einen Top-Spieler, sondern zusätzlich jemanden, der seinen Nebenleuten viel Sicherheit gegeben und insgesamt viel Verantwortung übernommen hat", erklärt Hap.

Sportlich treten René Weile und Kevin Mroz in Bergs Fußstapfen. Beide ließen ihr Potenzial bereits in der vergangenen Saison aufblitzen. Trotzdem ist es wahrscheinlich, dass sich Bergs Ausscheiden im Langenfelder Spielstil niederschlagen wird. Die Longhorns legten zuletzt immer sehr viel Wert auf das Laufspiel um Berg, während Passspielzüge im Vergleich zur Konkurrenz seltener zu sehen waren. "Beim Football ist es so, dass du dir mit gutem Pass-Spiel die Wege für das Laufspiel eröffnest - und andersherum. Eine gute Offense muss beides können. In den letzten Jahren haben wir uns in kritischen Situationen schon oft auf unser Laufspiel verlassen, weil wir das sehr gut verinnerlicht hatten", sagt Berg. Er wird den Longhorns als Teil des Trainerteams erhalten bleiben.

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Weil die Longhorns vermehrt das Pass-Spiel etablieren wollen, wird es noch mehr auf den Quarterback ankommen. Der heißt in der bevorstehenden Spielzeit Jeremy Konzack und wechselt vom Aufsteiger Solingen Paladins nach Langenfeld. Damit besetzen die Langenfelder - anders als 2017 - die wohl wichtigste Position in der Offensive nicht mit einem US-Amerikaner. "Wir gehen damit logischerweise ein gewisses Risiko ein. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir mit Jeremy gut fahren werden", sagt Hap, der den Winter für ein intensives Training mit dem neuen Schlüsselspieler nutzte.

Am Samstag (16 Uhr) wird sich Konzack direkt dem ersten Härtetest unterziehen müssen, denn die Düsseldorf Panther kommen - die wieder mit großen Ambitionen antreten. "Für mich sind die Panther klarer Aufstiegskandidat", betont Berg. Allerdings erinnert er daran, dass sich die Dinge eventuell anders entwickeln können. Im vergangenen Jahr waren die Lübeck Cougars mit einem vermeintlich überragenden Kader ins Rennen gegangen und konnten am Ende gerade eben den Abstieg vermeiden. Wie sich also die Situation darstellen wird, wenn der Sommer in diesem Jahr in den letzten Zügen liegt, ist kaum vorhersehbar. Selbstredend geht es für die Longhorns in erster Linie erneut um den Klassenerhalt.

(mroe)