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Fußball: Neuer Chef: Broichgans will TuSpo retten

Fußball : Neuer Chef: Broichgans will TuSpo retten

Landesliga-Absteiger hat für die kommende Saison in personeller und finanzieller Hinsicht noch viele Baustellen zu bearbeiten.

Die Realität des Fußball-Bezirksligisten TuSpo Richrath war in der vergangenen Spielzeit vor allem eines: führungslos. Ohne den 1. Vorsitzenden Peter Kierdorf, der oft aus beruflichen Gründen im Ausland unterwegs war, fehlte jegliche Grundsicherheit. Und von einer geordneten Struktur konnte keine Rede sein. Jetzt soll alles anders werden. Der Verein hat sich durch die Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche neu aufgestellt, denn die Richrather haben einen neuen Vorstand. Die etwa 20 anwesenden Mitglieder wählten Rainer Broichgans zum 1. Vorsitzenden.

Die größte Baustelle für den neuen Chef ist es, ein System in das Konstrukt TuSpo Richrath zu bringen. Es drängen sich mehrere Baustellen auf - was bei der finanziellen Lage beginnt. Den Engpass bekamen die Spieler am Ende der alten Saison zu spüren, als ihnen die zugesicherte Aufwandsentschädigung nicht mehr gezahlt werden konnte. "Ich befinde mich in einigen Gesprächen mit potenziellen Sponsoren", sagt Broichgans, der mit seiner Arbeit erst seit der Wahl richtig beginnen konnte: "Zuvor fehlte in den Gesprächen leider jegliche Grundlage. Das hat sich jetzt erledigt."

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Der Landesliga-Absteiger muss auf der Suche nach neuen Geldgebern dringend fündig werden - insbesondere deshalb, weil der bisherige Hauptförderer (Autohaus Lindemann) nach dem aktuellen Stand alle Verträge mit TuSpo gekündigt hat. Für Broichgans ist das kein Grund, in Panik zu verfallen. Er sieht die Lage zwar nicht als zufriedenstellend an, hat parallel dazu aber Hoffnung, in Gesprächen doch noch eine Einigung zu erzielen.

Eine weitere Baustelle ist die direkte Folge aus der finanziellen Situation, denn die sportliche Konkurrenzfähigkeit steht auf wackeligen Beinen. Vom ehemaligen Kader sind nicht mehr viele Akteure übrig, sodass sich der neue Trainer Achim Nohlen auf die Suche nach zahlreichen Zugängen begeben muss. Der TuSpo-Vorsitzende ist guter Dinge, bis zum Trainingsstart am Donnerstag einen ausreichend großen Kader beisammen zu haben. Ob das komplett umgebaute Team aber überhaupt Bezirksliga-Niveau besitzen kann, ist sehr fraglich und wird sich wohl spätestens bis zur Winterpause deutlich gezeigt haben.

Dem Vorsitzenden ist klar, dass der Kampf um den Klassenerhalt wegen der vielen Absteiger sehr schwierig wird. Broichgans: "Für mich ist die oberste Priorität ganz klar, aus TuSpo Richrath wieder einen funktionierenden Verein zu machen. Eine neue und sinnvolle Struktur steht für mich vorerst klar über dem sportlichen Erfolg." Ein entscheidender Punkt für den vom Nachbarn SSV Berghausen gekommenen Mann ist der Faktor Zeit. "Es geht nicht alles von jetzt auf gleich. Wir müssen geduldig sein", betont der Neu-Richrather, der sein Führungsteam schätzt. Mitstreiter sind hier Jörg Beilmann (2. Vorsitzender), Ersin Ergün (Sportlicher Leiter) und Arno Gerdes (Kassierer).

Das genügt dem TuSpo-Vorsitzenden aber nicht: "Wir haben im vergangenen Jahr gesehen, dass keine vernünftige Vereinsarbeit betrieben werden kann, wenn die ganze Last auf nur einer Person liegt." Damit meint er Jörg Beilmann, der sich in der vergangenen Saison meist allein um TuSpo kümmern musste.

Nach und nach will Broichgans wieder mehr Menschen für TuSpo begeistern. Anders könne es keinen Erfolg geben. Ein Beispiel dazu ist der TuSpo-Cup. Das Vorbereitungsturnier, das sich sonst über eine komplette Woche streckt, geht in diesem Jahr am 8. und 9. August an nur zwei Tagen über die Bühne. "Für den großen Aufwand haben wir nicht genügend Kapazitäten", sagt Broichgans. Er will auf jeden Fall probieren, den Klub in eine bessere Zukunft zu führen.

(mol-)