Fußball : Müde Monheimer enttäuschen

Der Fußball-Oberligst spielte bei der 1:6-Niederlage in Homberg deutlich unter Normalform.

In der Regel bemüht sich Dennis Ruess sehr darum, einem Autritt seines Teams etwas Positives abzugewinnen. Meistens liegt der Trainer des FC Monheim (FCM) damit auch richtig, weil der Fußball-Oberligist bis jetzt keine schlechte Saison spielt und durchaus schon sehr brauchbare Ergebnisse erzielt hat. Gestern war alles ein bisschen anders, denn die Monheimer erlaubten sich im Spiel beim Spitzenreiter VfB Homberg nicht nur eine schwache Leistung, sondern eine echte Bauchlandung – 1:6 (0:3). Und Ruess war entsprechend bedient: „Ich bin zum ersten Mal richtig enttäuscht von meiner Mannschaft. Natürlich kannst du in Homberg verlieren – aber nicht so.“ Glück im Unglück für den FCM, der zuletzt beim 3:0 über den SC Union Nettetal noch souverän gewirkt hatte: In der Tabelle bleibt es beim neunten Platz und die 14 Punkte sind mit sechs Zählern Vorsprung auf die gefährlichen Ränge weiter ein vernünftige Basis für die kommenden Wochen.

Die Gäste begannen bei den weiter ungeschlagenen Hausherren durchaus überzeugend und hatten durch Nikola Aleksic eine brauchbare Chance (10.), mussten aber in der zwölften Minute einen Rückschlag hinnehmen – als Schiedsrichter Marcel Schuh (Dahlhausen) einen Elfmeter für Homberg gab, den Patrick Dertwinkel zum 1:0 für den Spitzenreiter verwertete. „Den darfst du nicht geben“, fand FCM-Coach Ruess, „das war Gift für unser Spiel.“ Noch weniger gefiel ihm allerdings die folgende Reaktion der Monheimer, die sich verzettelten. Statt der Konzentration aufs Wesentliche fanden Diskussionen mit dem Unparteiischen statt. Eine Folge für den Mangel an Aufmerksamkeit: Schläfrig verteidigende Gäste fingen sich durch Danny Rankl schnell das 0:2 ein (15.). Unglücklicher fiel der 0:3-Rückstand (30.) durch Metin Kücükarslan, bei dem nach Ansicht des FCM eine klare Abseitsstellung vorlag.

Weil Oguzhan Coruk (38.) und Aleksic (40.) für offensive Akzente sorgten, machte sich der Oberligist Hoffnung auf einen Wende zum Besseren – die sich am Anfang der zweiten Halbzeit sogar zu festigen schien. Nach den Gelegenheiten für Aleksic (46.) und Noah Salau (50.) schien das 1:3 (61.) von Nikola Aleksic noch einmal alle Möglichkeiten zu eröffnen. Vielleicht wäre sogar mehr drin gewesen, wenn Aleksic die Situation im Duell mit Hombergs Keeper Robin Offhaus genutzt hätte (63.). Entscheidender Haken: Der FCM stellte sich jetzt viel zu naiv an.

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Beim 1:4 (69.) von Jerome Manga fehlte jede Absicherung nach hinten – und spätestens mit diesem Treffer war alles gelaufen. Auf der Zielgeraden fingen sich die Monheimer noch das 1:5 (75.) durch Danny Rankl und das 1:6 (81.) durch Dennis Wibbe. „Ich bin extrem enttäuscht. Uns hat die letzte Entschlossenheit gefehlt“, betonte Ruess, „es hat vieles nicht gepasst.“ Klar: Die Details wird er seiner Mannschaft in der internen Analyse deutlich vortragen.

FC Monheim: Kultscher, Lange, Salau, Kosmala, Intven (82. Winkels), Nosel, Labusga (58. Osawe), Nolte, Coruk, Schütz, Aleksic (85. Schiffer).