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Lokalsport: Motorsport: Ein Bergmeister nutzt jede Pause

Lokalsport : Motorsport: Ein Bergmeister nutzt jede Pause

Jörg Bergmeister kam aus Detroit mit dem neunten Platz zurück. Seine nächste Station ist Wackersdorf.

Auf der Hetzjagd durch die Welt legt Jörg Bergmeister gerade eine kurze Verschnaufpause ein. Die Unterbrechung kommt ihm auch gerade recht, weil er dann die Dinge mal ein bisschen analysieren kann. Eine Tatsache: Das sportliche Glück rennt ihm derzeit nicht gerade die Türe ein. Kurz hintereinander hatte der Langenfelder Motorsportler das Qualifikationsrennen für die 24 Stunden auf dem Nürburgring, einen Einsatz in der Pirelli World Challenge in Texas, das vierte Renn-Wochenende in der WeatherTech SportsCar Championship in Austin (Texas), das Fitness-Camp mit den anderen Porsche-Werksfahrern in Berchtesgaden, die 24 Stunden auf dem Nürburgring und jetzt den fünften Lauf der WeatherTech SportsCar Championship in Detroit (Michigan) zu absolvieren. Während das Flug-Meilenkonto wieder bestens gefüllt ist, bleibt die Punkte-Ausbeute in den USA insgesamt hinter den Hoffnungen zurück.

Nach dem frühen Aus beim Mythos Nürburgring (nach vier Stunden unverschuldet in Unfall verwickelt) folgte direkt das Kontrastprogramm in Michigan. Dort wollte Bergmeister im Anschluss ans große Abenteuer auf der berühmten Nordschleife einen Porsche 911 GT 3 R fürs Team ParkPlace Motorsports so schnell wie möglich über den Stadtkurs bewegen. In Erinnerung hatte Bergmeister dabei sicherlich das starke Ergebnis von 2016, als er nach einer glänzenden Leistung als Zweiter nur knapp den Sieg verpasste. Von einer Podest-Platzierung war der ParkPlace-Porsche diesmal allerdings meilenweit entfernt. Es gab am Ende nur Platz neun - was den 41 Jahre alten Langenfelder nicht mal großartig wunderte: "Das entsprach unseren derzeitigen Möglichkeiten. Unser Problem ist, dass wir am Auto verändern können, was wir wollen. Wir kommen momentan nicht weiter."

Die bisherige Ausbeute spricht inzwischen dafür, dass den Kampf um die Meisterschaft erneut andere unter sich ausmachen. Bergmeisters Wunsch vor dem ersten Rennen für 2017: "Wenn der Saisonstart besser wird als im vergangenen Jahr, ist für uns einiges drin. Wir hoffen, dass wir gute und solide Punkte holen können." Die bisher erreichten Punkte summieren sich auf 105 Zähler - was auf Rang zehn der Meisterschafts-Wertung einen 45-Punkte-Rückstand auf Platz eins bedeutet. Ganz klar: In den weiteren Rennen wird er gemeinsam mit dem Teamkollegen Patrick Lindsey weiter alles dafür geben, um wenigstens das eine oder andere Top-Ergebnis auf dem Podium einzufahren.

Eine längere Pause ohne einen Motorsport-Termin ist offensichtlich für keinen mit dem Namen Bergmeister eine echte Alternative. Tim Bergmeister (42) macht sich in der kommenden Woche wieder auf den Weg nach Korea, um dort als aktueller Dritter der Meisterschaft für Atlas BX Racing das dritte Rennen 2017 in der Serie Superrace zu bestreiten. Das heißt: Er kann seinen Sohn Jakob, eins der größten deutschen Kar-Talente, nicht zu den Rennen des ADAC Kart Masters begleiten. Als familieninterne Aushilfe für die gut 500 Kilometer lange Dienstreise nach Wackersdorf (Bayern) steht immerhin Tims Bruder und Jakobs Onkel Jörg Bergmeister zur Verfügung. Dessen Ehrgeiz wird dann bestimmt genauso groß sein wie bei den eigenen Einsätzen. Mindestens.

(RP)