Fußball : Moral, Mut und Glück

In der Fußball-Niederrheinliga steuern die kämpferisch starken Sportfreunde Baumberg nach dem 2:2 in Wuppertal weiter auf die neue Oberliga zu. Trainer Jörg Vollack hatte mit zwei Wechseln das perfekte Näschen.

Der Fußball-Niederrheinligist SF Baumberg (SFB) holte sich mit dem 2:2 (1:0) beim Wuppertaler SV/Borussia II einen wertvollen Punkt und legte dadurch einen weiteren kleinen Schritt für die Qualifikation zur neuen Oberliga zurück. "Die Mannschaft hat gefightet und sich zerrissen. Das war in Ordnung", fand SFB-Coach Jörg Vollack. Personell war die Lage bei den Baumbergern vor dem Auftritt durchaus angespannt. In Fouad Bouali und Kapitän Vladimir Stanimirovic fehlten zwei Stammverteidiger und Salah El Halimi konnte auf Grund eines Trauerfalls in der Familie ebenfalls nicht auflaufen.

 Beobachter: Trainer Jörg Vollack sah eine Sportfreunde-Mannschaft, die in kämpferischer Hinsicht nichts zu wünschen übrig ließ.
Beobachter: Trainer Jörg Vollack sah eine Sportfreunde-Mannschaft, die in kämpferischer Hinsicht nichts zu wünschen übrig ließ. Foto: Matzerath

Darüber hinaus stand auch Toptorjäger Redouan Yotla, der vor einer Woche beim 3:1 gegen TuRU Düsseldorf zwei Treffer erzielt hatte, nicht einmal im Baumberger Kader. "Ede hat sich heute nicht gut gefühlt. Er hätte der Mannschaft nicht helfen können", sagte Vollack zum etwas mysteriösen Fehlen des Angreifers. Dafür wurde immerhin Richard Ehrhardt rechtzeitig fit, sodass Vollack auf große Experimente in der Deckung verzichten konnte.

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Die Pfeife blieb stumm

Die Baumberger begannen gut, als Yotla-Ersatz Hayreddin Maslar einen Freistoß direkt in den Winkel schlenzte – 1:0 (15.). Kurz vor der Pause sah Vollack dann die "spielentscheidende Szene". Linksaußen Louis Klotz drang in den Strafraum der Wuppertaler ein und umkurvte den herausstürmenden Keeper der Gastgeber, der ihn zu Fall brachte. Der von den Sportfreunden erwartete pfiff blieb jedoch aus. "Das war ein klarer Elfmeter. Das haben selbst die Wuppertaler Zuschauer zugegeben. Wenn wir in der Phase das 2:0 machen, kann die Geschichte schon gegessen sein", fand Vollack, der die Entscheidung des Unparteiischen überhaupt nicht nachvollziehen konnte.

Es kam sogar noch schlimmer, denn Wuppertal erzielte direkt nach der Pause das 1:1 (46.) und legte wenig später sogar das 2:1 vor (52.). "Das ist ganz blöd gelaufen. Du weißt, dass die in der Viertelstunde nach der Pause richtig Gas geben werden. Diese Phase musst du irgendwie schadlos überstehen. Dass wir dann zwei Gegentore kassieren, ist eine Katastrophe", urteilte der Baumberger Trainer.

Necati Ergül direkt hellwach

Bemerkenswert war dann aber die Moral der Gäste. Baumberg wechselte mutig, brachte in Jannik Weber sowie Necati Ergül zwei Offensivleute. Dafür gingen Verteidiger Marcel Bergkemper und Mittelfeldmann Fabian Andree runter. Die Maßnahmen erwiesen sich rasch als Volltreffer, denn nur eine Minute später sorgte der eingewechselte Ergül nach Vorlage von Louis Klotz mit seiner ersten Aktion für den 2:2-Ausgleich (72.).

(mroe)