Testspiele : Monheimer Urgesteine sagen „Tschüss“

Dejan Lekic und Alexander Karachristos gehörten ein Jahrzehnt lang zum FC-Inventar. Nun hängen sie ihre Schuhe an den Nagel.

Als die Oberliga-Fußballer des FC Monheim (FCM) Anfang Juli zum Saisonauftakt zusammenkamen, fehlten zwei Gesichter, die beim FCM eigentlich schon gar nicht mehr wegzudenken waren. Sowohl Alexander Karachristos, als auch Dejan Lekic gehörten in den vergangenen Jahren zu den prägenden Figuren im Rheinstadion und hatten maßgeblichen Anteil an der Erfolgsgeschichte der jüngsten Vergangenheit. Jetzt haben beide ihre aktive Karriere beendet.

„Es ist ja nicht nur das Sportliche, sondern gerade auch die menschliche Komponente, die diese beiden ausgezeichnet hat“, sagt Monheims Coach Dennis Ruess, der mit beiden vor seiner Trainertätigkeit noch einige Jahre aktiv zusammen gespielt hat.

Offensivstark: Innenverteidiger Alexander Karachristos steuerte zwei Treffer zum Monheimer Sieg bei. Foto: RP/Ralph Matzerath (Archiv)

Als Dejan Lekic vor zehn Jahren zum FCM wechselte, mühte sich der Verein noch an dem Vorhaben ab, nach vielen Jahrzehnten endlich wieder einmal in die Landesliga aufzusteigen. Obwohl der Angreifer die in ihn gesetzten Hoffnungen gleich erfüllen konnte und regelmäßig mehr als 20 Tore pro Saison beisteuerte, dauerte es bis zum Jahr 2013, ehe der Traum von der Landesliga für Lekic und den FCM wahr wurde. Der gebürtige Duisburger sicherte sich in dieser Saison mit 25 Treffern die Torjägerkanone.

Zu diesem Zeitpunkt hatte auch Alexander Karachristos bereits in Monheim angeheuert. Mit der Oberliga-Erfahrung aus seiner Zeit bei Alemannia Aachen II, der SG Wattenscheid und dem KFC Uerdingen wurde der Abwehrhüne ab 2011 schnell zum entscheidenden Stabilitätsanker in der Monheimer Defensive und steuerte in 26 Spielen auch noch sechs Treffer zum Aufstieg bei.

Und obwohl es für den FCM gleich nach der ersten Landesliga-Saison direkt wieder abwärts ging, war der gemeinsame Weg noch lange nicht beendet. Nach der Installation des früheren Kapitäns Ruess als Coach schafften Karachristos und Lekic mit ihren Teamkollegen den direkten Durchmarsch in die Oberliga und sicherten in der abgelaufenen Spielzeit das Erreichte mit dem souverän und frühzeitig gesicherten Klassenerhalt. „Das war schon eine ziemliche Erfolgsgeschichte in den letzten Jahren“, erinnert sich Karachristos, der Monheim in der abgelaufenen Saison als Kapitän auf das Feld geführt hat. Für den 31-Jährigen sticht aus all den Erinnerungen, dieser eine Moment heraus, als dem FCM im Relegationsspiel um den Aufstieg in die Oberliga beim VfL Rhede mit zwei Treffern in letzter Sekunde ein wahres Fußballwunder gelang. „Wenn ich mir das Video von damals ansehe, bekomme ich heute noch eine Gänsehaut. Aber genau das war es auch, was uns in den letzten Jahren ausgezeichnet hat. Wir haben nie aufgegeben“, sagt Karachristos.

Auch für Lekic war die Partie in Rhede der Höhepunkt seiner Monheimer Zeit: „Ich habe definitiv einige schöne Moment in Monheim erlebt, ich glaube, darüber könnte ich ein Buch schreiben oder einen Film drehen. Aber der krasseste Moment war der Oberliga-Aufstieg. So etwas erlebst du, wenn überhaupt, nur einmal in deiner Laufbahn.“

Dass sowohl für Lekic als auch für Karachristos jetzt Schluss ist mit dem aktiven Fußball, hat verschiedenste Gründe. Vor allem aber spielte der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle, schließlich sind beide seit dem vergangenen Jahr verheiratet und auch im Beruf immer stärker eingespannt. „Man muss dann irgendwann andere Prioritäten setzen. Ich habe in den letzten Jahren immer extrem viel in den Fußball investiert, mal abgesehen von meiner Hochzeitsreise habe ich nie eine Vorbereitung verpasst. Jetzt habe ich mehr Zeit für die Familie und möchte etwas von der Welt sehen“, verrät Lekic, „und trotzdem wird es am Anfang sicherlich komisch sein. Ich werde mich auf jeden Fall am Platz blicken lassen und die Jungs anfeuern. Ich habe mit ihnen ja schließlich einiges erlebt.“

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