Monheimer Kanuten sind viel unterwegs

Wassersport: Kanusport ist eine gesellige Angelegenheit

Den Monheimer KC gibt es seit bald 50 Jahren. Aktuell gehören ihm rund 170 Mitglieder, davon 120 aktive Kanuten an, bestehend zu einem Drittel aus sportlichen Jugendlichen. Was die Wassersportart, die ganzjährig auf Vater Rhein und seinen Nebenflüssen ausgeübt wird, und den Verein ausmachen – darüber sprachen wir mit den Kanuten.

Wasser und Natur, Bewegung an der frischen Luft und Geselligkeit sind Begriffe, die während des Gesprächs mit den Kanuten häufiger fallen. „Es ist großartig, um abzuschalten, nach einem langen Arbeitstag den Kopf frei zu kriegen“, sagt Sven Rottenberger. Er muss es wissen. Der 59-Jährige paddelt schließlich seit seinem achten Lebensjahr, also seit über fünf Jahrzehnten, und trat dem MKC, nach dessen Vereinsgründung 1972, als eines der ersten Mitglieder bei.

Wer nun glaubt, dass Kanuten nur Schönwetterfahrer seien, der irrt: „Wir sind das ganze Jahr auf dem Wasser“, betont Sozial- und Wanderwart Jörg Dücker (61), der praktisch mit dem Verein groß geworden ist. Seine Eltern waren Gründungsmitglieder. Voraussetzung, um in einem Kanu aufs Wasser zu dürfen, ist ein ordentliches Schwimmabzeichen. „Bronze muss es schon sein“, sagt Andrea Focke, zweite Vorsitzende. Ab acht Jahren können Kinder dem Verein beitreten und mit entsprechender Anleitung aufs Wasser. „Eigentlich lohnt es sich, im Winter mit dem Kanufahren anzufangen, denn dann können wir die Grundlagen im warmen Schwimmbad lernen.“ Zu den Grundlagen gehören das Aussteigen und ein Gefühl für das Boot: Wer mit dem Kanu kentert, sollte nämlich nicht in Panik geraten. „Anfänger müssen in Ruhe an der Lasche der Spritzdecke ziehen, um dann aussteigen zu können“, erklärt Focke. Wer das beherrscht, lernt im weiteren Verlauf die rettende Eskimorolle aus dem Wildwasser. Atmen, orientieren und agieren lautet die Devise. Mit einer ordentlichen Hüftbewegung lässt sich das gekippte Kanu wieder – ohne auszusteigen – richten und den Kopf aus dem Wasser holen. Das lernen die Neulinge normalerweise über die Wintermonate im Mona Mare um dann, bei wärmeren Temperaturen, im Freien zu paddeln.

Im Gegensatz zu ihren beiden Vorstandskollegen fährt Focke nicht seit ihrer Kindheit Kanu. Ganz konkret sogar erst seit sieben Jahren. „Meine Kinder haben mich eigentlich dazu gebracht“, verrät sie und muss lächeln. Bald fand sie selbst Gefallen an der unbeschwerten Sportart auf dem Wasser. „Wenn man nicht im Leistungsbereich mitmacht oder Rennen mitfährt, bei denen ich auch schon teilgenommen habe, ist es einfach ganz schön, mit der Familie einen Kanuausflug zu unternehmen.“

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Geselligkeit ist nämlich auch bei den Kanuten ein großes Thema: Ob als gemütliches, wöchentliches Treffen beim After-Work-Paddeln oder bei der Lichterfahrt zu St. Martin, mit Lampen an den Kanus oder beim Silvesterausflug – die Mitglieder des MKC kommen gerne zu geselligen Nachmittagen und Abenden zusammen. Im Einzel oder im Zweier-Kajak lässt es sich beispielsweise wunderbar bei einem gemeinsamen Ausflug auf der Erft, Ruhr und Wupper fahren, aber auch bei einem Kurztrip oder Urlaub auf der Ardèche in Südfrankreich paddeln. Das macht auch Familienvater Thomas Wegert (40) gerne, der ebenfalls durch seine Kinder vor fünf Jahren zum Verein fand und nun schon mehrfach mit dem Verein an die Ardèche gefahren ist. „Zuerst waren es meine Kinder, dann meine Frau und irgendwann musste auch ich ins Boot. Und es macht einfach unglaublich viel Spaß“, erzählt er. Mittlerweile betreut Wegert als Jugendwart den Kanu-Nachwuchs.

Einige von ihnen, auch einige langjährige Kanuten wie Rottenberger selbst, sind aber nicht nur Freizeit-Paddler sondern zum Teil auch sehr erfolgreich im Leistungsbereich aktiv. Der 59-jährige Vereinschef hat in seiner langjährigen Kanu-Karriere schon einige wichtige Rennen bestritten. Besonders beliebt ist bei den Sportlern Kanuslalom, eine olympische Wettkampfdisziplin im Kanusport, bei der es darum geht, in kürzester Zeit eine mit Toren festgelegte Strecke auf schnell fließendem Wasser fehlerfrei zu befahren.

Zu den Leistungsträgern des Vereins zählen etwa Linus-Fynn Manert und Maike Rummler, die beide in den Bundeskader der Junioren einberufen wurden, aber auch Sebastian Hitz und Tobias Breuer in der Leistungsklasse der Erwachsenen. „Die fahren dann beispielsweise bis nach Tschechien zu internationalen Rennen“, erklärt Rottenberger. Die Trainingseinheiten bei den Leistungssportlern seien entsprechend intensiver als bei Freizeitsportlern. „Wobei wir auch Mitglieder im Verein haben, die keine Wettkämpfe fahren und dennoch mehrere tausend Kilometer pro Jahr im Kanu zurücklegen.“ Platz sei für alle im Verein.

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