Monheim vergisst „nur“ die Belohnung

Fußball : Monheim vergisst „nur“ die Belohnung

Der Oberligist war nicht schlechter als der Regionalligist Wuppertaler SV, verlor aber das Halbfinale des Niederrheinpokals mit 1:3.

Der FC Monheim (FCM) hat das zumindest vom Klang her größte Spiel seiner Vereinsgeschichte am Mittwochabend am Ende unglücklich mit 1:3 (0:1) verloren. Das ist die eine Seite der Medaille. Doch auf der anderen waren dem Fußball-Oberligisten Sympathie und Anerkennung nach seiner couragierten Darbietung im Halbfinale des Niederrheinpokals beim Regionalligisten Wuppertaler SV sicher. „Mit dem Auftritt bin ich mehr als zufrieden, wir haben ordentlich Werbung für uns gemacht. Wir haben uns nicht versteckt und immer wieder den Weg nach vorne gesucht. Leider haben wir uns nicht belohnt. Und das ärgert mich, weil mehr drin war“, sagte FCM-Trainer Dennis Ruess.

Schon in den ersten Minuten wurde den 2344 Zuschauern klar, dass sich der Außenseiter nicht auf reines Verteidigen beschränken würde. Immer wieder setzten die defensiv bestens gestaffelten Gäste den Hausherren in deren Hälfte zu und bemühten sich nach eigenen Ballverlusten um sofortigen Gegendruck. Das funktionierte derart gut, dass die ersten Torszenen komplett auf das Monheimer Konto gingen. Zunächst brachte Philipp Hombach den Teamkollegen Philip Lehnert in Schussposition, dessen Versuch aus knapp 20 Metern allerdings zu ungefährlich blieb (7.). Danach blockte die Abwehr des WSV den Abschluss von Ufumwen Osawe mit Mühe (13.) und beim Distanzschuss von Tobias Lippold musste sich Wuppertals Keeper ordentlich strecken (14.). Die beste Chance der Anfangsphase bot sich jedoch Eray Bastas, der nach toller Vorarbeit von Lehnert im Strafraum auftauchte. Bastas‘ Versuch fälschte ein Wuppertaler in höchster Not zur Ecke ab (18.).

Der favorisierte Regionalligist hatte nach vorne zunächst wenig anzubieten und kam durch einen unglücklichen Pressschlag von Lehnert nur einmal richtig gefährlich in den Monheimer Strafraum (8.). Als das Spiel gerade etwas an Schwung verloren hatte und der Halbzeitpfiff nahte, schlugen die Hausherren dafür mit ihrer ersten klaren Gelegenheit konsequent zu: Eine auf den langen Pfosten geschlagene Flanke unterschätzte Monheims Linksverteidiger Chris Lange, sodass Wuppertals Kevin Hagemann den Ball querlegen konnte und Enes Topal nur einschieben musste – 0:1 (40.).

Der FCM kam noch mutiger aus der Kabine und störte die Wuppertaler konsequent. Nach einem haarsträubenden Querpass von Bahadir Incilli hatte Monheim zunächst allerdings Glück, dass die Hausherren nicht auf 2:0 stellten (48.). Dafür belohnte sich der Oberligist jetzt mit dem 1:1, das in groben Zügen dem ersten Treffer ähnelte: Hombach gab das Spielgerät von der linken Seite ins Zentrum, wo Noah Salau querlegte und Bastas den Ball über die Linie drückte (51.). Der glückselige Monheimer Anhang quittierte die plötzlich Stille auf der Wuppertaler Tribüne entsprechend: „Für ein Heimspiel seid ihr ganz schön laut.“

Wenige Minuten später waren die Vorzeichen allerdings direkt wieder ins Gegenteil verkehrt, denn nach einem Freistoß köpfte WSV-Abwehrhüne Jan-Steffen Meier den Ball zum 2:1 ein (56.). Geschlagen waren die Monheimer damit aber längst nicht. Nach einem famosen Solo von Osawe, der auf seinem Weg über die rechte Außenbahn vier Gegner stehen ließ, schoss Lippold am kurzen Pfosten vorbei (76.). Und auch die letzte Gelegenheit auf den Ausgleich bekam der Monheimer Mittelfeldstratege, als er eine Flanke des eingewechselten Nikola Aleksic per Direkt-Abnahme knapp neben das Tor schoss (84.). Den Schlusspunkt setzte der WSV: Gegen weit aufgerückte Monheimer veredelte Semir Saric einen Konter per Lupfer zum 3:1 (90./+3).

Obwohl das Ergebnis am Ende nicht stimmte, lieferte der FCM in diesem ganz besonderen Spiel einen großen Kampf und bewegte sich sogar spielerisch zu jedem Zeitpunkt auf Augenhöhe mit dem Traditionsverein aus der Regionalliga. „Ich habe heute keinen Klassenunterschied erkennen können. Der einzige Bereich, in dem ein Unterschied bestand, war das Verwerten der Torchancen“, fand Ruess. Irgendwie zählte er mit seiner Mannschaft an diesem Abend trotz der Niederlage zu den Gewinnern.

FC Monheim: Kultscher, Noah Salau, Kosmala, Incilli, Lange, Lehnert, Osawe, Labusga (82. Nolte), Lippold, Hombach (75. Aleksic), Bastas (57. Schütz).

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