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Monheim und sein größtes „Heimspiel“

Fußball : Monheim und sein größtes „Heimspiel“

Oberligist tritt zum Halbfinale des Niederrhein-Pokals nicht zu Hause, sondern in Wuppertal an.

Dass es im Fußball einen Heimvorteil gibt, ist unbestritten. Und beim Oberligisten FC Monheim (FCM) ist er in dieser Saison besonders stark ausgeprägt, denn im Rheinstadion holte das Team von Trainer Dennis Ruess in bisher elf Spielen 22 Punkte – und damit einen Großteil der insgesamt 31 Zähler. Die Monheimer sind nach dem unangefochtenen Tabellenführer VfB Homberg die zweitbeste Heimmannschaft der Liga und auf dem Kunstrasen bislang sogar ungeschlagen. Die einzige Heimniederlage in dieser Saison gab es am dritten Spieltag gegen die SpVg. Schonnebeck schließlich auf dem Naturrasen (1:3).

Umso schmerzlicher ist es daher für den FCM, dass er das Halbfinale des Niederrheinpokals gegen den Wuppertaler SV nicht auf der heimischen Anlage wird austragen können. Dies hatte sich schon vor zwei Wochen nach Gesprächen mit der Polizei herausgestellt und seit dem vergangenem Dienstag ist auch klar, dass Monheim das Heimrecht an den infrastrukturell deutlich besser aufgestellten Regionalligisten abgibt. Das für Monheim vielleicht größte Spiel der Vereinsgeschichte findet am 10. April also nicht im Rheinstadion, sondern im Wuppertaler Stadion am Zoo statt.

„Wir haben über andere Möglichkeiten nachgedacht, konnten am Ende aber keine wirkliche Alternative finden. Und so war es jetzt das Beste, das Heimrecht mit Wuppertal zu tauschen“, erklärt FCM-Geschäftsführer Karim El Fahmi. Das Jahnstadion im benachbarten Langenfeld stand nicht zur Diskussion, weil die Stadt die Spielstätte nicht mehr an auswärtige Vereine vermieten will und in Düsseldorf fand sich ebenfalls kein passender Ort. Das Stadion Benrath, in dem Monheims Lokalrivale SF Baumberg in der Vergangenheit schon gut besuchte Freundschaftssspiele gegen Fortuna Düsseldorf ausgetragen hat, kam nicht in Frage, weil es dort keine Flutlichtanlage gibt und das Spiel an einem Mittwochabend über die Bühne geht.

Das Anmieten des alten Fortuna-Stadions am Flinger Broich hätte sich wegen der hohen Preise nur dann gelohnt, wenn den Monheimern etwa in RW Essen ein noch größerer Zuschauermagnet zugelost worden wäre. El Fahmi: „Es ist natürlich schade für uns. Wir spielen das vielleicht größte Spiel unserer Vereinsgeschichte, haben eigentlich Heimrecht und müssen jetzt doch nach Wuppertal fahren.“

Auch Trainer Ruess ist unter sportlichen Gesichtspunkten natürlich nicht glücklich mit der Verlegung der Partie: „Wenn du zu Hause so stark bist, wie wir das in dieser Saison sind, dann gibst du das Heimrecht nur sehr ungern ab. Und vielleicht hätte es ja tatsächlich so etwas gegeben wie den Kunstrasen-Effekt. Aber ich kann die Entscheidung des Vereins verstehen, diese extremen Sicherheitsauflagen nicht erfüllen zu können.“ Für die erwarteten 100 Gästefans hatte die Polizei 90 bis 100 professionelle Sicherheitskräfte und bauliche Veränderungen zur Trennung der Fanlager im Rheinstadion gefordert.