Mittelblockerin ist eine Verstärkung für den Regionalligisten SG Langenfeld

Volleyball : Jil Molitor punktet mit einem harten Schlag

Die 26-jährige Volleyballerin treibt mit Ehrgeiz und Willensstärke die Regionalliga-Mannschaft der SG Langenfeld an.

. Eigentlich schien die Angelegenheit klar zu sein. Im Sommer 2017 wollte Jil Molitor unbedingt vom Volleyball-Zweitligisten TSV Bayer 04 Leverkusen zum Regionalligisten SG Langenfeld wechseln, um wieder mehr Spielpraxis zu bekommen. Und auch der Langenfelder Trainer Michael Wernitz setzte sich mit Nachdruck für einen Wechsel der 1,86 Meter großen Mittelblockerin ein. „Leider hat dann Bayer den Wechsel verhindert, indem es Jil neue Perspektiven aufmalte. Sie sollte mit ins Trainingslager nach Zypern reisen und dadurch die Chance auf Einsätze erhalten“, erklärt Wernitz.

Die folgende Serie 2017/2018 war für Molitor indes sehr unbefriedigend, denn sie wurde beim Zweitligisten nicht eingesetzt. „Eine solche Situation hat Jil natürlich nicht gefallen. Sie ist nicht aufgrund der hohen Spielklasse in einer Mannschaft, sondern will so viel wie möglich mithelfen“, sagt der Coach. Trotz des gescheiterten Transfers ließen die Langenfelder nicht locker, denn sie hielten nach wie vor den Kontakt zu Molitor aufrecht. Bis zum Jahr 2015 lief Molitor regelmäßig mit der jetzigen SGL-Libera Tina Steinacker für Leverkusens dritte Mannschaft in der Landesliga auf. Molitor berichtet: „Nach ihrem Wechsel nach Langenfeld im Jahr 2015 hat mich Tina ständig gefragt, ob ich nicht auch kommen wollte.“ Außerdem fühlte auch ihre Bekannte Jessica Eisler hin und wieder vor.

Im Sommer 2018 entschied sich Molitor dann endgültig für den Tapetenwechsel – und brachte Anne Schmittmann aus Leverkusen gleich mit. Momentan verfügt Wernitz mit Molitor, Schmittmann, Silke Althaus und Sanja Lakicevic über vier starke Alternativen auf der Mittelblock-Position. Neben der Führungsspielerin Althaus hält Wernitz auch viel von den anderen beiden Spielerinnen: „Sanja hat sich gut entwickelt und Anne hat definitiv große Vorteile im Block.“

Mit ihrer Willensstärke und ihrem kraftvollen Auftreten wurde Molitor auf Anhieb zu einer großen Stütze. „Ich bin eine aggressive Spielerin, die harte Bälle spielt. Mein Ziel ist es, immer mein Bestes auf dem Feld zu geben“, betont Molitor. Wernitz sieht ebenfalls ihren harten Schlag als ihre größte Stärke. Außerdem erklärt er: „Jil ist so verspielt wie ein Wildpferd und bricht manchmal aus der Herde aus. Manchmal schludert sie und trainiert nicht mit der nötigen Disziplin, aber sie ist ein sehr herzlicher Mensch.“

In der Schlussphase der Hinserie musste Molitor einen Rückschlag hinnehmen, denn sie verletzte sich vor dem Spiel bei der SG SV Werth/TuB Bocholt (1:3) am Rücken. Deshalb konnte sie auch in den folgenden Partien gegen den SC GW Paderborn (2:3) und beim TV Hörde (1:3) nicht mitwirken. Die Mannschaft hält große Stücke auf Molitor, wie Wernitz bestätigt: „Die Mädels haben nach der Niederlage in Hörde direkt gesagt, dass sie mit Jil hätten gewinnen können.“ Beim Hinrunden-Abschluss konnte die 26 Jahre alte Mittelblockerin gegen den TuS Herten wieder mitwirken. Indem sie durch ihre Aufschlagserie den ausgeglichenen zweiten Abschnitt entschied, leistete sie einen erheblichen Beitrag zum 3:0-Erfolg.

„Wir haben total viel Potenzial in der Mannschaft, aber müssen es in Zukunft noch häufiger ausschöpfen. Oft sind wir in den Aktionen noch zu zurückhaltend, aber das werden wir sicher in den Griff bekommen“, meint Molitor, die im Alter von zehn Jahren beim DJK Wiking Köln ihre Laufbahn begann. Mit Rang sechs und 14 Punkten ist Molitor nicht komplett zufrieden. „Wir haben viele Spiele unnötig verloren. In der Rückrunde wird es aber besser werden, weil die Abläufe inzwischen optimiert sind“, erklärt die ehrgeizige Mittelblockerin. Durch den guten Teamgeist will Molitor mit der SGL im neuen Jahr 2019 noch viel erreichen.