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Lokalsport: Mit Stuhlgymnastik viel Spaß beim Sport im Alter

Lokalsport : Mit Stuhlgymnastik viel Spaß beim Sport im Alter

Gesundheits-Angebot des Richrather SV 08 ist beliebt. Die Teilnehmerinnen schätzen die familiäre Atmosphäre.

Beim Schlagerklassiker "Fiesta Mexicana" von Rex Gildo fliegen die bunten Bälle durch Luft. In der Halle des Richrather SV 08 wärmen sich gerade die Teilnehmerinnen des Kurses "Stuhlgymnastik für Senioren: Fit und aktiv auch bei gesundheitlichen Einschränkungen" auf. Die zehn Teilnehmerinn im Alter von 70 bis 80 Jahren werfen sich die Spielgeräte gegenseitig zu und haben Spaß dabei. "Durch das Ballspiel werden die Muskeln der Damen warm und ihre Koordination wird trainiert", sagt Mechthild Albrecht, die den Kurs leitet.

Seit 2009 steht die Stuhlgymnastik jeden Dienstag von 10 bis 11 Uhr auf dem Programm. Zwölf Einheiten kosten 45 Euro für Mitglieder und 70 Euro für Nicht-Mitglieder. Vor allem Seniorinnen mit eingeschränkter Bewegung sind von der Partie. Die Gymnastikübungen werden im Sitzen auf bequemen Stühlen absolviert. Für Albrecht liegt darin die besondere Attraktivität des Kurses: "Viele Teilnehmerinnen haben Probleme, über einen längeren Zeitraum zu stehen. Die Stuhlgymnastik bietet darauf eine gute Antwort." Dass die Intensität der Übungen trotzdem locker reicht, um Neulingen einen hartnäckigen Muskelkater zu bescheren, steht aber außer Frage. Schließlich können durch die Igelbälle "Togu Brasil" fast alle Muskelpartien beansprucht werden.

Anfangs muss jede Teilnehmerin zwei Igelbälle in die Hände nehmen. Nach den Anweisungen von Albrecht führen sie damit spezielle Übungen aus. Alleine das Greifen nach den "Togu Brasil" bewirkt etwa eine Stabilisierung der Greifmuskel sowie eine erhöhte Durchblutung. "Es ist erstaunlich, auf welche Art man die Muskulatur trainieren kann", betont Albrecht, ,,selbst mit einfachen Bewegungen kann man seinem Körper oft ein großes Stück helfen." Anschließend müssen die Igelbälle mehrmals hochgeworfen werden, "was den Bizeps fit hält". Die Frauen haben erkennbar Freude bei der Sache. Als sie die "Togu Brasil" durch ihre Beine jonglieren, kommen prompt scherzhafte Rufe: "Meine lieben Freundinnen. Damit könnten wir im Zirkus auftreten!"

Nach weiteren Übungen mit den Igelbällen steht schon der nächste Programmpunkt auf dem Plan. Nun dürfen sich jeweils zwei Paare gegenseitig massieren. Die Frauen nehmen sich vor allem ihre Schulterblätter vor. "Sie massieren sich die Schulterblätter, damit das Bindegewebe gelockert wird", erklärt Mechthild Albrecht.

Zum Abschluss versammeln sich alle in einem kleinen Kreis, um etwas Sitzfußball zu spielen - was viel Spaß macht, zumal die Atmosphäre in der kleinen Halle familiär und harmonisch ist. "Genauso wichtig wie die Bewegung ist es, soziale Kontakte zu pflegen. Der RSV bietet mit seinem dörflichen Charakter eine hervorragende Grundlage, dass sich alle wohlfühlen", sagt die Leiterin. Während im Hintergrund der nächste Hit "Marmor, Stein und Eisen bricht" läuft, treten die vitalen Frauen ihre Heimreise an.

(fas)