Rthc-Damentrainer Volker Fried: Mit nachhaltiger Jugendarbeit wieder Richtung Bundesliga

Rthc-Damentrainer Volker Fried : Mit nachhaltiger Jugendarbeit wieder Richtung Bundesliga

Volker Fried hat in seiner langen Hockeykarriere einiges erlebt. Als Spieler nahm der 54-Jährige an vier Olympischen Spielen teil und bestritt 290 Länderspiele für Deutschland. Auch als Trainer hat der gelernte Innenverteidiger bereits viel Erfahrung. Seit der laufenden Feldsaison trainiert Fried die Regionalligadamen des RTHC Leverkusen und zudem die zwei ältesten weiblichen Jugendteams. Vor dem morgigen im Spitzenspiel um den Zweitliga-Aufstieg der Frauen gegen den Club Raffelberg (12 Uhr, Kurtekotten) sprach RP-Mitarbeiter Tobias Knüfermann mit dem Olympiasieger von 1992.

Herr Fried, Sie sind gut 100 Tage beim RTHC im Amt. Haben Sie schon außerhalb der Hockeyplätze in Leverkusen etwas sehen können?

Fried Das brauche ich gar nicht. Als gebürtiger Kölner kenne ich mich in Leverkusen aus. Auch vor meiner Trainertätigkeit hatte ich bereits guten Kontakt in die Stadt.

Als Spieler von Rot-Weiß Köln haben Sie in Ihrer aktiven Zeit oft gegen den RTHC in der Bundesliga gespielt. An was erinnern Sie sich zurück?

Fried Da kommt mir als erstes die Deutsche Hallenmeisterschaft 1984 in den Kopf, die damals in der Wilhelm-Dopatka-Halle in Leverkusen ausgetragen wurde. Leider sind sowohl wir mit Rot-Weiß, als auch der RTHC im Halbfinale an Limburg und Frankenthal gescheitert. Dazu erinnere ich mich natürlich an viele aufregende Lokalderbys gegen den RTHC, in der Zeit sind viele Freundschaften entstanden.

Was hat Sie am Engagement beim RTHC gereizt?

Fried Es waren mehrere Faktoren. Die Rahmenbedingungen sind überragend gut. Es gibt zwei Kunstrasenplätze, dazu zwei Naturrasenplätze und zwei Hockeyhallen, sowie weitere Räumlichkeiten für das Krafttraining. Auch die Zusammensetzung des verantwortlichen Hockeyvorstandes beim RTHC war bei der Entscheidungsfindung von besonderer Bedeutung. Und natürlich die gute sportliche Perspektive. Außerdem arbeitet meine Frau Silke bereits im dritten Jahr sehr erfolgreich in der Jugend des Vereins - die Freude an ihrer Arbeit habe ich täglich erleben können.

Wie beurteilen Sie die bisherige Zusammenarbeit?

Fried Die Entwicklung stimmt. Unabhängig vom Saisonausgang spielen wir mit den Damen eine sehr gute Rückrunde. Innerhalb des Teams gibt es ein intaktes Gefüge und eine gute Stimmung. Wir sind voll im Plan.

Wie ist die Planung?

Fried Erfolge und gute Platzierungen sind natürlich wichtig und letztlich das Ziel, aber es geht genauso um die Entwicklung der Mannschaften. Wir wollen gute Arbeit leisten und das Beste aus unseren Möglichkeiten machen, angefangen von der Nachwuchsarbeit bis hin zu den Seniorenteams. Nach innen und außen wollen wir eine positive Ausstrahlung entwickeln und dadurch auch interessant für externe Spielerinnen sein. Nach dem Motto: Beim RTHC gibt es Mannschaften, die attraktives und erfolgreiches Hockey spielen.

Die Damen des RTHC haben schon deutlich höher gespielt und waren Ende der 80er und auch in den 90er Jahren Deutschlands Aushängeschild. Ist sowas nochmal möglich?

Fried Die Zeit mit Dagmar Breiken, Susi Schmid, Corinna Lingau und später Tina Peters, Simone Thomaschinski, Franzi Hentschel und Mel Cremer war schon sehr beeindruckend. Solch eine Vormachtstellung über Jahre hinweg hat es im Damenbereich schon lange nicht mehr gegeben. Daran werden wir erst einmal nicht anknüpfen können. Aber es ist für mich ein natürlicher Prozess, dass man sich über eine nachhaltige Jugendarbeit auch wieder in Richtung erster Bundesliga entwickeln kann. Das müssen wir uns langfristig zum Ziel setzen.

Morgen steht am Kurtekotten das entscheidende Spiel um den Zweitliga-Aufstieg gegen den Club Raffelberg an. Wer hat die besseren Karten?

Fried Raffelberg liegt punktgleich, aber mit zwei Toren vor uns - was letztlich jedoch nicht von großer Bedeutung ist. Es begegnen sich zwei Teams, die spielerisch absolut auf Augenhöhe sind. Der bisher beste Sturm (CR) trifft auf die mit Abstand beste Defensive (RTHC). Nicht zuletzt auf Grund dieser besonderen Qualität unserer Mannschaft bin ich sehr zuversichtlich, dass am Ende unser Siegeswillen und unsere Leidenschaft den Ausschlag für ein erfolgreiches Spiel geben werden."

(RP)