Fußball: Mit Herz und Feuer

Fußball: Mit Herz und Feuer

Interview Als Haupt-Ursache für den Abstieg aus der Verbandsliga hat Thomas Klimmeck, Trainer des Fußball-Landesligisten SF Baumberg, das Fehlen von Leidenschaft ausgemacht. In der kommenden Saison soll eine junge und ehrgeizige Mannschaft ein ganz anderes Gesicht zeigen.

Nach dem Ende der vergangen Saison mussten die Sportfreunde Baumberg (SFB) den Gang von der Fußball-Verbandsliga in die Landesliga antreten. Trainer Thomas Klimmeck, der seine Arbeit an der Sandstraße im September 2007 mit jeder Menge Zuversicht und dem festen Glauben an den Klassenerhalt aufgenommen hatte, vermisst im Rückblick vor allem die Leidenschaft und das Herz bei seiner Mannschaft. Der Coach, der sich zurzeit beruflich im Iran aufhält, will für die nächsten Serie um einige erfahrene Leute ein junges und ehrgeiziges Team aufbauen.

Sie sind sehr optimistisch in die Rückrunde gestartet und hatten sogar sechs Punkte Vorsprung auf die Konkurrenz. Woran hat es gelegen, dass die Sportfreunde mit zwei Punkten Rückstand absteigen mussten?

Klimmeck Ich denke, wir hatten zu viele Spieler, die ihr Potenzial nicht abgerufen haben. Ein Kosta Knezevic, Fouad Bouali, Vladimir Stanimirovic und Fabian Nowak sind zu wenig für eine komplette Mannschaft. Uns fehlte sehr oft das Herz, Mut und die Leidenschaft – alles Eigenschaften, die niemand trainieren kann. Diese müssen in einem Spieler existieren.

Wer oder was hat Sie besonders enttäuscht?

Klimmeck Ich glaube, das gehört nicht in die Öffentlichkeit. Jeder Spieler weiß, ob er genug für den Klassenerhalt getan hat. Jeder, der sagt, er habe genug getan, sollte sich hinterfragen (bis auf wenige Ausnahmen), warum wir abgestiegen sind.

Die Neu-Verpflichtungen nach der Winterpause haben den Verein und das Team nicht weitergebracht.

Klimmeck Wir haben uns auf einzelnen Positionen verstärkt, aber auch das hat leider nicht gereicht.

Warum haben Sie dann nicht eher personelle Konsequenten gezogen?

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Klimmeck: Ich bin auch heute noch der Meinung, dass immer die stärkste Mannschaft auf dem Platz stand.

An der Seitenlinie waren Sie sehr ruhig. Aufmunterungen gab es meistens von Betreuer Jörg Neuber oder Physio Melanie Bilitewski. Einige Zuschauer vermissten bei Ihnen klare Anweisung. Warum waren Sie so ruhig?

Klimmeck Wir haben alles vor dem Spiel und in der Halbzeit besprochen. Aber Mut, Herz und Leidenschaft kann man nicht besprechen. Das muss in einem Spieler selbst brennen – und nicht nur oberflächlich für die Zuschauer oder Fans.

Werden Sie etwas anders machen?

Klimmeck Ja, aus Fehlern kann man lernen. Und auch ich habe Fehler gemacht, welche in der kommenden Saison nicht mehr passieren.

Wie wird die Mannschaft in der Landesliga aussehen und wie kompensieren Sie den Abschied ihres Co-Trainers Frank Eigenwillig?

Klimmeck Der Abschied von Frank fällt mir sehr schwer. Ich denke, wir haben uns sehr gut verstanden, auch außerhalb des Platzes. Er hinterlässt eine Lücke, welche schwer zu füllen sein wird. Wenn ich aus dem Iran wieder zu Hause bin, werde ich mich intensiv darum bemühen, einen möglichst gleichwertigen Ersatz zu finden. Die Mannschaft wird ein sehr junges Gesicht haben. Sie wird hungrig sein und sich nicht auf dem Erreichten ausruhen. Dazu kommen unsere Alten. Mit dieser Mischung werden wir eine spannende Saison erleben.

Holger Beßlich führte das Gespräch

(RP)
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