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Melva Luzalunga will bei den Sportfreunden Baumberg durchstarten

Fußball : Luzalunga arbeitet hart für die SFB

Der junge Stürmer Melva Luzalunga hatte nach seinem Wechsel von Fortuna Düsseldorfs U23 beim Baumberger Oberligisten überzeugt, dann warf ihn ein Wadenbeinbruch zurück. Für seinen Traum von der Profi-Karriere schuftet er aber weiterhin.

Es ist ein Moment, in dem die Zeit still zu stehen scheint. Das Spiel ist eng. Ende August schenken sich die Fußball-Oberligisten TSV Meerbusch und SF Baumberg (SFB) nichts. Beim Stand von 2:2 wird der junge SFB-Angreifer Melva Luzalunga mit einem Steilpass in Szene gesetzt, er versucht den Ball zu erreichen, stößt aber frontal mit dem gegnerischen Keeper Franz Langhoff zusammen. „Ich habe eine Gänsehaut bekommen“, erinnert sich Baumbergs Coach Salah El Halimi. „Als ich Melvas Schrei hörte, wusste ich schon, dass er sich eine schlimmere Verletzung zugezogen hatte.“

In der 57. Minute muss Luzalunga ausgewechselt werden – und er kann nicht richtig auftreten. Später erhält er die niederschmetternde Diagnose: Wadenbeinbruch. „Meine Schmerzen waren so stark, dass ich weinen musste. Das war eine sehr bittere Zeit“, erklärt der heute 20-jährige Stürmer. Dass die Baumberger die enge Partie noch mit 3:2 gewinnen konnten, blieb am Ende lediglich eine Randnotiz.

Erst im Sommer 2019 war Luzalunga an die Sandstraße gewechselt, nachdem er eine sehr gute Saison in der U19 von Fortuna Düsseldorf abgeliefert hatte. Zwar liegt die berufliche Zukunft von Luzalunga weiterhin in Düsseldorf, denn er absolviert im Medienhafen eine Ausbildung zum Bürokaufmann für Management. Doch seine sportliche Zukunft sah bei der Fortuna eher düster aus. „Ich hätte nicht wechseln müssen, aber meine Einsatzchancen waren in der U23 von Düsseldorf gering“, erklärt Luzalunga.

Obgleich Luzalunga erst vor fünf Jahren gemeinsam mit seiner Tante aus dem Kongo nach Düsseldorf ausgewandert ist, spricht er hervorragendes Deutsch. Mit einem Grinsen sagt er: „Ich kenne sehr viele Leute in Düsseldorf, aber bin kein Star. Hier fühle ich mich in meiner Freizeit wohl.“ Erste fußballerische Schritte setzte der Stürmer beim Lokalrivalen Turu Düsseldorf in verschiedenen Jugendteams, bevor er 2016 den Wechsel zur U17-Auswahl der Fortuna wagte. In den folgenden Jahren arbeitete Luzalunga hart an sich – und wurde immer besser.

In der Serie 2018/2019 lieferte der 1,82 Meter große Offensivmann seine bislang besten Vorstellungen, sodass er es auf 24 Einsätze brachte. Sowohl auf dem Flügel als auch in der Spitze konnte er seinem Team helfen. „Damals hat mich Sinisa Suker betreut, und er ist noch heute der beste Trainer meines Lebens“, betont Luzalunga. „Er war hart und sehr emotional, da er den Fußball total liebt. Für ihn war es entscheidend, jedes einzelne Spiel zu gewinnen. Sinisa hat sehr viel mit mir geredet und wollte mich weiterentwickeln.“

In Baumberg konnte sich Luzalunga gleich im Angriff gegenüber dem erfahrenen Akteur Takuma Misumi durchsetzen. Zusammen mit Roberto Guirino und Louis Klotz machte er oft vorne viel Druck. Trotz der schwierigeren Bedingungen im Seniorenbereich fand er sich durch seine starke Physis schnell ein. „Ein junges Alter ist bei uns kein Nachteil, sondern Qualität und Fleiß setzen sich durch. Ich habe selten einen Stürmer gesehen, der so viel für die Mannschaft arbeitet wie Melva“, lobt El Halimi. Dennoch müsse Luzalunga in seinen Aktionen noch ruhiger werden.

Nach seinem in Meerbusch zugezogenen Wadenbeinbruch fiel der Stürmer acht Wochen lang aus, ehe er sich drei Wochen lang herantastete. Kurz nach seinem Comeback riss die alte Wunde im November beim FC Monheim (1:1) wieder auf, sodass er zu einer erneuten Zwangspause bis Januar verdammt war. „Es war ein geiles Gefühl, dann in der Rückrunde wieder auf dem Platz zu stehen“, betont Luzalunga. Vor diesem Hintergrund wünscht SFB-Mittelfeldmann Bilal Sezer seinem Offensivkollegen eine verletzungsfreie Saison 2020/2021: „Melva muss gesund bleiben. Ich hoffe, dass er jetzt eine tolle Serie spielt.“

Obwohl er bei Fortuna den Sprung in den Profi-Bereich noch nicht schaffte, träumte Luzalunga weiter von einer Profi-Karriere. „Ich würde am liebsten in England spielen, weil mir das körperbetonte Spiel sehr gut gefällt. Die Zweikämpfe gehen richtig auf die Knochen. Nicht nur die Premier League, sondern auch die 2. oder 3. Liga wären interessant“, erklärt Luzalunga.

Um seinen großen Traum irgendwann zu erreichen, will der Stürmer in Baumberg durchstarten.