Football: Meisterlich: Longhorns im Aufzug nach oben

Football : Meisterlich: Longhorns im Aufzug nach oben

Football-Oberligist steht nach dem klaren 46:6-Erfolg über die Solingen Paladins vorzeitig als Aufsteiger in die Regionalliga fest.

Eigentlich war die Partie gegen die Solingen Paladins das Spitzenspiel in der American-Football-Oberliga. Doch die Longhorns ließen auch einem der stärksten Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg zur Regionalliga kaum eine Chance. Am Ende der einseitigen Partie konnten die Longhorns mit einem 46:6 als einzige Mannschaft ohne Punktverlust bereits am vorletzten Spieltag der Saison den Aufstieg feiern. "Wir hatten von vornherein klare Ziele und haben unser Ding durchgezogen", meinte Headcoach Michael Hap, "wir sind natürlich froh, dass wir den Aufstieg jetzt schon geschafft haben. Nun können wir das letzte Spiel relativ entspannt angehen." Die Langenfelder Überlegenheit passt zu den Ambitionen des noch jungen Vereins.

Im April 2011 musste der American Sports Club Langenfeld (ASC) als Dachverein der Longhorns den Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen. Grund war eine Steuernachforderung in Höhe von 80 000 Euro an den damaligen Zweitligisten. Es folgte der Zwangsabstieg in die Landesliga. Noch im selben Jahr entstand jedoch der American-Football-Club (AFC) als neue sportliche Heimat für die Mannschaft. Der Kader blieb weitgehend bestehen und wurde durch Talente aus der Jugend ergänzt.

Mit dem neuen Vorstand erfolgte auch ein Neustart. Seitdem arbeiten sich die Longhorns von unten zurück nach oben. Bis jetzt hat das Team seit der Gründung des AFC noch kein einziges Pflichtspiel verloren. Einmal war es allerdings verhältnismäßig knapp in der laufenden Saison, als Langenfeld lediglich mit 24:17 bei den Aachen Vampires gewann. "Wir haben gemerkt, dass die Gegner stärker geworden sind", meint Hap, "aber die ersten wirklich knackigen Spiele erwarte ich in der nächsten Saison. Dann werden wir richtig gefordert."

Einen Grund dafür sieht der 41-Jährige in der zunehmenden Professionalisierung des US-Volkssports in Deutschland. Bereits in der Regionalliga sei es durchaus nicht unüblich, dass Spieler aus den Vereinigten Staaten verpflichtet werden. Hap: "Die haben Football im Blut und sind sehr gut ausgebildet. Trotzdem wollen wir einen anderen Weg gehen und vor allem auf Talente aus der Region setzen."

Das ist bisher gut gelungen. In Michel Fritsche (20), Patrick Könnemund (21) und Michael Mend (22) sind gleich drei Eigengewächse aus der Jugend inzwischen in der ersten Mannschaft gesetzt. Linebacker Könnemund ist sogar zum Kapitän der Defensive avanciert. Unter der Führung erfahrener Kräfte wie Daniel Berg, der vor einigen Jahren noch Nationalspieler für Deutschland war, und Mario Corosidis, der Linebacker des Teams und zugleich Chef des Vereins ist, hat sich die Mannschaft deutlich weiterentwickelt. "Der Abstieg in die unterste Spielklasse war auch eine Chance", findet der 33 Jahre alte Vorsitzende, "auf diesem Weg konnten wir unsere jungen Talente langsam an das sportliche Niveau der höheren Ligen heranführen. Wären wir noch ein Zweitligist, wäre es für die Jungs deutlich schwieriger geworden, sich durchzusetzen." Insgesamt passe die Mischung "ziemlich gut".

Ob dieses Rezept die Longhorns zurück in die Zweite Bundesliga tragen wird, bleibt abzuwarten. Die Verantwortlichen halten sich angesichts der starken Konkurrenz in der dritthöchsten Spielklasse eher zurück. "Oben mitspielen" will Michael Hap in der Regionalliga auf jeden Fall. Ob es dann erneut zum Durchmarsch reichen wird, müsse die Zeit zeigen. "Es ist mir egal, wenn wir als Favorit gelten", sagt der Headcoach, "wir denken auch in der nächsten Saison von Spiel zu Spiel und halten an unserem Kurs fest." Das letzte Saisonspiel 2013 steigt am Samstag (15 Uhr) beim Schlusslicht Gelsenkirchen Devils.

(dora)