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Fußball: Markus Kurth: Ein Chef, der auf der Suche ist

Fußball : Markus Kurth: Ein Chef, der auf der Suche ist

Der neue Trainer des Fußball-Oberligisten SF Baumber, Markus Kurth, blickt gespannt auf seine erste Saison als hauptverantwortlicher Coach.

Es ist Donnerstagabend und die Vorbereitung beim Fußball-Oberligisten Sportfreunde Baumberg (SFB) noch frisch. Der neue Trainer Markus Kurth fährt aber bereits wie selbstverständlich bis zum Tor an der Sportanlage Grazer Straße vor. Routiniert packt er seine beiden Taschen aus und geht auf den Platz. Es drängt sich der Eindruck auf, als kenne sich der Ex-Profi in Baumberg bestens aus. "Ich habe hier früher zwei Straßen weiter gewohnt", erklärt Kurth lächelnd. Das war damals zu seiner Jugendzeit bei der SpVgg. Benrath 10. Beim BV 04 Düsseldorf gelang Kurth dann später der erste Schritt zu den Senioren und 1994 folgte der große Sprung zu Bayer Leverkusen.

330 Spiele in der Ersten und Zweiten Bundesliga hat Kurth absolviert. Nach seinem Karriereende 2011 arbeitete er bei Viktoria Köln als Co-Trainer von Heiko Scholz und Frank Aussem sowie zeitweise als Interims-Coach. Jetzt will sich der 39-Jährige als echter Chef an der Linie versuchen. "Den ersten Kontakt gab es etwa vier Wochen vor Saisonende. Als ich die Chance bekommen habe, in der Oberliga Cheftrainer zu werden, habe ich nicht lange überlegt", berichtet Kurth. Dass er sich das zukünftige Team vorher gründlich angesehen hat, versteht sich von selbst: "Die Mannschaft hat einen guten Charakter und gute Einzelspieler."

Hier drängt sich die Frage nach einem Saisonziel buchstäblich auf. Nach einer relativ turbulenten Spielzeit hätte es Kurth im nächsten Jahr am liebsten ruhiger. "Das Ziel ist der Klassenerhalt. Es wäre schön, wenn die Saison relativ entspannt abläuft und das nicht erst am letzten Spieltag entschieden wird. Das ist auch für die Planungen wichtig", meint der Coach. Daneben gilt die Partie gegen den Zweitligisten FC Ingolstadt in der ersten Runde des DFB-Pokals natürlich schon als vorgezogener Saisonhöhepunkt. Kurth nimmt die Rolle des Außenseiters an: "Die müssen uns unter normalen Umständen in allen Belangen überlegen sein. Die Jungs sollen das einfach genießen." Eins weiß der Trainer aber auch: "Wir haben die Chance, noch mal Geschichte zu schreiben."

Kurth wirkt am Platz locker und ruhig, blickt jedoch zugleich ziemlich gespannt auf seine erste Station als Cheftrainer. "Ich weiß noch nicht, wie gut ich als Hauptverantwortlicher bin", sagt der gebürtige Neusser. Aus seiner eigenen Zeit als Profi in Nürnberg, Köln und Duisburg kennt er viele Trainer und ihre Methoden — und will sich von allem etwas für sich heraussuchen. "Zum Glück für die Jungs nicht zu viel von Felix Magath. Das war wirklich brutal", erinnert sich Kurth, "ich denke, dass ich schon ein freundschaftlicher Typ bin. Aber wenn ich etwas durchsetzen muss, dann mache ich das auch."

Weil die Oberliga weiterhin 20 Mannschaften umfasst, wartet auf die Sportfreunde ein strammes Programm und der Meisterschafts-Start ist bereits am 28. Juli. "Das ist wenig Zeit, um sich zu finden. Positiv ist, dass wir relativ wenige Neuzugänge haben. Die Jungs kennen sich weitgehend schon. Aber an der Fitness müssen wir noch arbeiten", findet Kurth. Gesagt, getan. Kurz darauf kommen seine Spieler nach und nach aus der Kabine und pünktlich um 18.45 Uhr beginnt das Training unter dem neuen SFB-Coach. Der Countdown läuft.

(rod-)