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Handball: Mal was Neues: Wenn der Trainer des Tabellenführers alles hinwirft

Handball : Mal was Neues: Wenn der Trainer des Tabellenführers alles hinwirft

Die Handball-Abteilung der SG Langenfeld kommt derzeit nicht zur Ruhe. Ronny Lasch ist nach internen Unstimmigkeiten ab sofort nicht mehr als Trainer der Landesliga-Mannschaft an Bord.

Siegesserie, Tabellenführung, beste Chancen zum Aufstieg — aus sportlicher Sicht läuft es derzeit rund für den Handball-Landesligisten SG Langenfeld II (SGL). Umso überraschender sind deshalb die jüngsten Entwicklungen, denn Ronny Lasch ist ab sofort nicht mehr Trainer der zuletzt so erfolgreichen Mannschaft — die erst am vergangenen Sonntag durch das beeindruckende 30:13 im Spitzenspiel beim Fünften ATV Hückeswagen ihre führende Position festigte.

In der Hauptsache führt Lasch interne Reibereien als Grund für seinen Schritt an. "Da sind Sachen passiert, die einfach nicht in Ordnung waren", sagt der 30-Jährige, "mir tut das vor allem für die Mannschaft extrem leid. Aber ich habe diese Entscheidung für mich getroffen." Am Sonntagabend hatte er noch angekündigt, bis zum Saisonende weitermachen zu wollen. Auf die Ursachen für seinen Rückzug will Lasch zugleich nicht genauer eingehen: "Ich bin weiterhin ein Teamplayer, der keine Interna in die Öffentlichkeit trägt."

Als Anfang November 2012 feststand, dass Heino Kirchhoff am Ende der Saison als Trainer der ersten Mannschaft aufhören wird, bewarb sich auch Ronny Lasch — der sich nach eigener Aussage ohnehin weiterentwickeln wollte. Der Verein entschied sich jedoch Mitte Dezember für den Solinger Leszek Hoft als Neuen auf der Kommandobrücke des Oberligisten.

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Abteilungsleiter Klaus Majeres nennt Laschs Schritt "bedauerlich". "Er war von der Entscheidung enttäuscht und wollte daraufhin noch bis zum Saisonende weitermachen", erklärt Majeres, wir hätten uns sehr gefreut, wenn er dem Verein darüber hinaus erhalten geblieben wäre, aber er hat seine Konsequenzen gezogen." Der Trainer-Nachfolger für die Zweite war schnell gefunden: Dennis Werkmeister, der Vorgänger von Lasch, kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück (wir berichteten).

Majeres sieht insgesamt ein "internes Missverständnis" als wesentlichen Knackpunkt für das plötzliche Aus weit vor dem Ende der Serie. Der Verein habe Lasch angeboten, in den organisatorischen Bereich der Abteilung zu wechseln, um hier die Zusammenarbeit fortzusetzen. Das entsprach wiederum nicht unbedingt den Vorstellungen des Trainers. Von Streit könne aber keine Rede sein — im Gegenteil. "Das ist auf beiden Seiten nicht optimal gelaufen", findet der Abteilungsleiter.

Ronny Lasch habe sehr gute Arbeit geleistet und sein Entschluss sei für ihn sogar ein Stück weit nachvollziehbar. Lasch kam 2004 zur SGL und war hier zuerst als Coach verschiedener Jugendteams tätig. Vor etwa anderthalb Jahren übernahm er dann die zweite Mannschaft von Dennis Werkmeister.

Die nun entstandene Lücke im Landesliga-Team wird aller Voraussicht nach Thorsten Scholl füllen, der die Verhältnisse als Co-Trainer und einer der Torhüter im Kader bestens kennt. Seine wichtigste Aufgabe dürfte es wohl sein, die zuletzt konstant überzeugenden Leistungen des Tabellenführers zu konservieren — und damit die vielleicht einmalige Chance zum Aufstieg zu wahren.

Diese Personalfrage ist allerdings nicht abschließend geklärt und deshalb noch offen, wer am Samstag (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) in der Partie gegen den Tabellen-Elften SG Solingen BHC 06 III tatsächlich die Verantwortung übernehmen wird.

(dora)