Lokalsport: Magic Arrows: Pfeile, die ins Schwarze treffen

Lokalsport : Magic Arrows: Pfeile, die ins Schwarze treffen

Monheimer E-Darter wollen sich in höheren Klassen etablieren. Bei den Europameisterschaften holte Wolfgang Meyer einen Titel.

Im Grunde sind die Magic Arrows die perfekte Definition einer "Fahrstuhlmannschaft", denn seit Jahren pendeln die E-Darter zwischen den Ligen hin und her. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga 2009 folgten zwei Abstiege bis in die A-Liga. In der dritthöchsten Spielklasse gelang ihnen nun wieder der Aufstieg in die Bezirksliga. "Für eine nicht zusammengekaufte Mannschaft ist das eine sehr gute Leistung", meint Teamchef Hans-Joachim Moog (56), "aber es ist noch ein weiter Weg, bis wir zurück zu alter Stärke gefunden haben."

Gemeint ist hier vor allem die bisher letzte Saison in der Bundesliga West vor knapp vier Jahren. Damals gelang der Truppe, die ihren Sport als Hobby ausübt, überraschend der Sprung in die höchste Klasse — obwohl die Konkurrenz finanziell meist deutlich überlegen ist. "E-Dart ist längst kein reiner Kneipensport mehr", unterstreicht Moog, "die Szene wächst und der Ligabetrieb wird immer professioneller. Inzwischen werden sogar schon Ablösen und Handgelder für Topspieler gezahlt." Er selbst kenne einige Konkurrenten, die jeden Tag fünf bis acht Stunden an der Scheibe stehen. Auch die Sponsoren- und Preisgelder seien in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen.

Die Mannschaft, die ihre Heimspiele in der Gaststätte "Moby Dick" absolviert, kann und will dabei nicht mithalten — und das hat Folgen für das Gefüge im Team. Die Fluktuation ist hoch. Zuletzt gab es viele Ab- und Zugänge, doch jetzt scheint sich die Mannschaft wieder gefunden zu haben. "Wir sind nur Amateure, die alle einem normalen Beruf nachgehen", betont Moog, der sein Geld als Vermögensverwalter einer Lottogesellschaft verdient, "wichtiger als der sportliche Erfolg ist, dass die Chemie zwischen den Spielern stimmt. Wir sind vor allem mit Spaß bei der Sache."

Zuletzt gelang das bei den Europameisterschaften des Deutschen Sportautomaten-Bundes (DSAB) in Geiselwind (Hessen). In der Kategorie "Shanghai", das eine Variante des klassischen E-Darts ist, standen bei der Siegerehrung Wolfgang Meyer und Moog ganz oben auf dem Treppchen. Bei dieser Spielart geht es darum, nacheinander auf die Zahlen 1 bis 7 zu werfen. Jeder Darter hat pro Durchgang drei Würfe und es zählen nur die Treffer in der Zahl, die gerade an der Reihe ist. Landet der Pfeil je einmal im Single, Doppel und Triple einer Zahl, ist das ein "Shanghai" — und das Spiel damit gewonnen.

Dieses Kunststück hat Wolfgang Meyer mehrmals geschafft. Mit seinen Präzisionswürfen ließ er die internationale Konkurrenz Runde für Runde hinter sich, ehe er im Finale gegen seinen Teamchef spielte — und gewann. "Eigentlich war die Teilnahme am Turnier eher eine Trainingsidee, um im Wettkampfrhythmus zu bleiben", räumt Chemiekant Meyer ein, "offensichtlich hatten wir einen guten Tag." Da die Disziplin zum ersten Mal bei einem internationalen Turnier gespielt wurde, ist Meyer der erste Europameister. "Das ist schon eine tolle Sache", findet der 47-Jährige.

Das Team der Magic Arrows besteht derzeit aus sieben aktiven Spielern, die meist zu Hause am eigenen Dartautomaten trainieren. Welche Eigenschaften ein guter Darter mitbringen muss, weiß Moog ganz genau: "Mentale Stärke. Mindestens 90 Prozent spielen sich im Kopf ab. Es geht um Ruhe, Konzentration und die Fähigkeit, sich auf ein Ziel zu fokussieren." Als Wunsch für die kommende Saison, die im September beginnt, nennt der Teamchef den Klassenerhalt — damit das Auf und Ab seiner Mannschaft endlich ein Ende hat.

(dora)