Longhorns wollen Platz drei angreifen

American Football : Longhorns wollen Platz drei angreifen

Der Zweitligist konnte zuletzt überzeugen und bei den stark gefährdeten Troisdorf Jets gilt er als klarer Favorit.

Vor dem ersten Aufeinandertreffen zwischen den Langenfeld Longhorns und den Troisdorf Jets in der aktuellen Saison der 2. Football-Bundesliga Nord (GFL 2) regierte noch die Ungewissheit. Ende April stand der erste Spieltag auf dem Programm – und keiner der beiden Kontrahenten wusste wirklich, wo er steht. Die Longhorns hatten beispielsweise kurzfristig ihren planmäßigen Quarterback Jeremy Konzack verloren (verletzt) und deshalb auf die Schnelle in Jarvis McClam einen Spielmacher verpflichtet, der sein Team zu diesem Zeitpunkt kaum kannte. Trotzdem setzten sich die Langenfelder seinerzeit mit 24:12 durch. Dieses Ergebnis war gleichzeitig bereits ein Fingerzeig für den weiteren Saisonverlauf der beiden Mannschaften, denn vor dem Rückspiel am Samstag (16 Uhr) im Troisdorfer Aggerstadion sind die Rollen glasklar verteilt: Die Longhorns (10:10 Punkte) treten als Tabellenvierter an und mit zwei Kantersiegen gegen den Lokalrivalen Solingen Paladins im Rücken (44:16, 41:14). Sie sind der Favorit, während den Jets (2:18) als Vorletzter mit einer höchstens noch rechnerisch vorhandenen Chance auf den Klassenerhalt eindeutig die Außenseiterrolle zukommt.

„Nach dem großen Erfolg in Solingen werden wir in Troisdorf mit breiter Brust aufschlagen und wir sind natürlich der Favorit. Alles andere wäre auch komisch. Aber wir dürfen nicht übermütig werden, weil das immer noch ein Footballteam aus der 2. Bundesliga ist, das uns den Sieg nicht schenken wird. Der Druck ist auf unserer Seite, dem müssen wir gerecht werden“, erklärt Langenfelds Wide Receiver Marcel Kirchner.

In Troisdorf könnte das Langenfelder Laufspiel wieder der ausschlaggebende Faktor werden, denn nach der Wieder-Werpflichtung von Davonte Lynch sind die Longhorns in diesem Bereich extrem stark aufgestellt. Das liegt einerseits an der enormen Qualität des bulligen US-Amerikaners, andererseits aber auch daran, dass Quarterback McClam häufig selbst einige Yards mit dem Leder-Ei unter dem Arm zurücklegt. Für die gegnerische Defense liegt darin eine kaum zu bewältigende Aufgabe: Wenn Troisdorf genügend Spieler für die Laufverteidigung von McClam und Lynch aufstellen will, bleibt danach kaum noch ein Verteidiger für die Pass-Bekämpfung übrig. Die Solinger etwa fanden jetzt für dieses knifflige Rätsel am vergangenen Wochenende keine Lösung, was ein Schnitt von 7,9 Yards Raumgewinn pro Laufversuch eindrucksvoll belegt. Die Regel: Nach zehn Yards Raumgewinn erhält die Mannschaft im Football vier weitere Versuche.

Bei aller Euphorie warnt Teamkapitän Michael Mendl dennoch vor Hochmut: „Dadurch, dass Troisdorf praktisch nichts mehr zu verlieren hat, sind sie besonders gefährlich. Und wir fühlen uns eigentlich in der Außenseiterrolle wohler, weil wir die eher gewohnt sind.“ Ziel der Longhorns sei jetzt Platz drei, den aktuell die Rostock Griffins belegen (12:8). Deren Formkurve zeigte zuletzt bei drei Niederlagen nach unten und am Samstag müssen die Rostocker beim unangefochtenen Spitzenreiter Elmshorn Fighting Pirates ran.

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