Longhorns riskieren viel – und verlieren alles

American Football : Longhorns riskieren viel – und verlieren alles

Der Zweitligist führte kurz vor Schluss mit 39:32 gegen Lübeck. Dann hieß es 39:39 und am Ende stand eine 39:42-Niederlage.

Am Ende standen die Langenfeld Longhorns mit völlig leeren Händen da. Nach einem atemberaubenden letzten Viertel in der Partie gegen die Lübeck Cougars hatte der Football-Zweitligist im finalen Spielzug alles auf Sieg gesetzt und ging dann mit dem 39:45 (11:7, 7:13, 13:6, 8:19) als ungläubiger Verlierer vom Platz – anstatt wenigstens ein Unentschieden mitzunehmen. Bis kurz vor Schluss war Langenfeld nah dran am vierten Saisonsieg. Nach drei kurzweiligen Vierteln mit vielen Führungswechseln hatte Justin Schlesinger die Gastgeber nach einem Pass von Quarterback Jarvis McClam durch seinen dritten Touchdown an diesem Tag mit 39:32 in Führung gebracht. Lübeck blieben für eine Antwort nur zwei Minuten.

Die Zeit schien tatsächlich für die Longhorns zu arbeiten, doch drei Sekunden vor Schluss schafften es die Cougars tatsächlich in die Langenfelder Endzone und sie verkürzten auf 38:39. Daraufhin mussten die Gäste eine Entscheidung fällen, die kurz darauf in etwas anderer Form auch die Longhorns zu treffen hatten. Mit einem recht einfachen Kick durch das Gestänge konnte Lübeck ausgleichen. Durch die riskantere Two-Point-Conversion, bei der das Leder-Ei in einem Spielzug erneut in die Endzone getragen wird, hätten sie mit einem Zähler in Führung gehen können. Cougars-Headcooach Mark Holtze entschied sich für die sichere Variante. Folge: Der Kicker traf zum 39:39 und bei lediglich zwei Rest-Sekunden war das Unentschieden eigentlich ausgemacht.

Den Longhorns war das offensichtlich zu wenig – und so versuchten sie es in ihrem letzten Angriff mit einem Trickspielzug, der den klangvollen Namen „Hook and Lateral“ trägt. Gestartet an der eigenen 25-Yards-Linie, fand McClam zunächst Receiver Cole Williams, der das Leder-Ei per Rückpass wieder seinem Quarterback übergab. McClam wollte nun – ähnlich wie beim Rugby – das Spielgerät zum nächsten Mitspieler weiterleiten, doch der Versuch schlug fehl. Plötzlich waren die Cougars in Ballbesitz und sie liefen tatsächlich zum entscheidenden Touchdown – 39:45.

„Das ist natürlich richtig dumm gelaufen. Aber so ist das. Wenn man das Risiko eingeht, kann so etwas passieren. Natürlich wäre ein Unentschieden besser gewesen als die Niederlage, aber mit dem Remis wären wir auch nicht zufrieden gewesen. Wir wollten gewinnen“, erklärte Longhorns-Kapitän Michael Mendl. Wegen einer Schulterverletzung konnte er nicht aktiv mitwirken, unterstützte das Team jedoch in coachender Funktion.

Nach der dritten Niederlage in Folge treten die Langenfelder in der Tabelle weiter auf der Stelle und bleiben Sechster im Feld der acht Teams (6:10 Punkte). Weil jedoch die Hannover Spartans (2:12) und die Troisdorf Jets (0:14) ebenfalls nicht punkteten, ist der Vorsprung auf die gefährlichen Ränge unverändert. „Wie schon so oft in dieser Saison haben uns dumme Fehler und zu viele Strafen das Spiel gekostet. Das müssen wir unbedingt abstellen, sonst wird es vielleicht doch noch eng in diesem Jahr. Wir müssen unbedingt wieder in die Spur kommen“, sagte Mendl.

Den Langenfeldern bleibt nun ein weiteres Spiel, um sich mit einem Erfolgs-Erlebnis in die Sommerpause zu verabschieden. Am kommenden Samstag (16 Uhr) gastieren die Solingen Paladins zum Derby im Stadion an der Jahnstraße.

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