Lokalsport: Longhorns leiden unter hoher Belastung

Lokalsport : Longhorns leiden unter hoher Belastung

Der von einigen personellen Problemen geplagte Football-Zweitligist gab bei den Rostock Griffins alles, unterlag aber mit 6:23.

Der Football-Zweitligist Langenfeld Longhorns musste mit dem 6:23 (0:14) bei den Rostock Griffins die dritte Niederlage in Serie hinnehmen und verpasste dadurch den erhofften Befreiungsschlag im Kampf um den Klassenerhalt. "Wir müssen jetzt ruhig bleiben. Das Problem ist, dass es keine schwachen Mannschaften gibt, das Niveau ist dieses Jahr noch einmal höher. In Komplettbesetzung können wir trotzdem jeden schlagen, aber wir sind momentan eben nicht in der besten Verfassung", sagte Longhorns-Headcoach Michael Hap nach dem am Ende erfolglosen Gastspiel an der Ostsee.

Ein Unterschied: Zu Saisonbeginn hatten die Langenfelder noch einen angenehmen Spielplan mit zahlreichen Pausen zwischen den einzelnen Auftritten, doch zuletzt mussten sie vier Mal in Folge ran. Was im Fußball üblich ist, bedeutet im körperbetonten American Football eine extrem hohe Belastung für die Spieler. Dementsprechend groß sind derzeit die Personalsorgen bei den Longhorns, die vor allem die Offense Line betreffen. Die dort aufgestellten Spieler versuchen einerseits, dem eigenen Quarterback gegen die anstürmenden Gegner möglichst viel Zeit zu verschaffen und werden andererseits benötigt, um dem Runningback im Falle eines Laufspiels eine Gasse freizublocken.

Beides funktionierte zuletzt alles andere als optimal. Vor allen Dingen das Laufspiel, das in den vergangenen Jahren eigentlich immer das Prunkstück der Langenfelder war, kam in Rostock erneut fast gar nicht zur Geltung. Dadurch eröffnete sich den Griffins die Möglichkeit, sich noch intensiver als ohnehin auf die Verteidigung des Langenfelder Passspiels zu konzentrieren. Ergebnis am Ende: Die Longhorns-Offense konnte an diesem Tag keinen einzigen Punkt beisteuern. Den einzigen Touchdown in Rostock erzielte Defensivspieler Travis Poitier, der den Rostockern im dritten Viertel den Ball abluchste (Interception) und es anschließend direkt in die gegnerische Endzone schaffte.

Mit der Leistung der Defensive waren die Langenfelder hingegen zufrieden. "Es war wirklich wichtig, dass sich die Defense nach dem doch sehr schlechten Spiel gegen Solingen jetzt so gut erholt hat. In der Offense sind wir derzeit einfach stark angeschlagen. Wir hoffen allerdings, dass wir jetzt auch da wieder in Fahrt kommen", betonte Longhorns-Kapitän Michael Mendl, der aktuell ebenfalls verletzungsbedingt fehlt. So war es unter dem Strich der Verteidigung zuzuschreiben, dass das Spiel in Rostock lange offen war. Nach einem punktlosen ersten Viertel zogen die Griffins bis zur Pause mit zwei Touchdowns auf 14:0 davon, ehe Poitier die Longhorns im dritten Viertel wieder heranbrachte - 6:16. Wirklich entschieden war die Partie dann erst kurz vor Schluss, weil die Langenfelder vorne alles riskierten und im Gegenzug den dritten Touchdown zum 6:23 hinnehmen mussten.

Positiv für die Longhorns: Auch die Konkurrenz im Tabellenkeller hat derzeit offensichtlich Probleme. Schlusslicht Paderborn Dolphins (2:14 Punkte) war jetzt spielfrei, hat zuvor aber sieben Mal in Folge verloren. Der Vorletzte Berlin Adler (2:12) unterlag bei den Solingen Paladins (30:56), sodass die Konstellation für die auf Rang sechs geführten Langenfelder (4:10) noch immer einigermaßen beherrschbar erscheint. In den zwei Spielen bis zur Sommerpause wollen die Longhorns dennoch punkten. Das dürfte am kommenden Wochenende beim bislang ungeschlagenen Ersten Düsseldorf Panther extrem schwierig werden. In der Woche darauf sollten die Chancen im Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten Berlin Adler größer sein.

(mroe)
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