Fußball: Lichtenwimmer stellt sich breit auf

Fußball : Lichtenwimmer stellt sich breit auf

Der 23-jährige Ex-Richrather spielt für Hilden in der Fußball-Oberliga. Zudem ist er Pressesprecher von zwei Vereinen.

Der Mann scheint einen klaren Plan zu haben. Dennis Lichtenwimmer ist Fußballer aus Leidenschaft. Aber nicht nur. Der Stürmer, der in den vergangenen beiden Jahren für den Landesligisten TuSpo Richrath unterwegs war, macht sich viele Gedanken ums Leben außerhalb des Platzes. Und deshalb hat der 23-Jährige, der jetzt für den Oberliga-Aufsteiger VfB Hilden spielt, einen rappelvollen Terminplan.

"Irgendwann war mir klar, dass es für mich im Fußball Grenzen gibt", sagt Lichtenwimmer, "maximal Dritte Liga wäre vielleicht möglich gewesen. Aber ich habe lieber auf die Karte Student gesetzt." Also begann er ein Studium an der Deutschen Sporthochschule in Köln mit den Schwerpunkten Sport-Marketing und Sport-Kommunikation.

Um die Themen mit Praxis zu füllen, gönnt sich Lichtenwimmer ein paar Extra-Beschäftigungen. Beim Biotechnologie-Unternehmen Quiagen in Hilden hat er eine 20-Stunden-Stelle und an der Bettine-von-Arnim-Gesamtschule in Richrath eine ehrenamtliche Zwei-Stunden-Stelle, um Schüler rund um Plätze für ein Praktikum zu beraten. Außerdem arbeitet Lichtenwimmer als Pressesprecher des TuS Hilden und seit Neuestem ist er auch für die Presserarbeit beim VfB Hilden verantwortlich. Spieler und Öffentlichkeitsarbeiter in Personal-Union. "Ich werde sicher nie ein Urteil über Mitspieler abgeben", betont Lichtenwimmer, "aber ich stehe besonders vor Spielen für alle Infos zur Verfügung." Seinem Trainer Toni Molina will er sowieso nicht in die Quere kommen.

Der neue Hildener Coach hält große Stücke auf den Angreifer, mit dem ihn eins verbindet: Für beide ist der VfB der Stammverein. "Dennis ist ein starker Spieler", sagt Molina, "er ist superschnell und hat inzwischen den richtigen Riecher vor dem Tor." Die Statistik aus den beiden vergangenen Jahren ist der Beweis, denn nach 18 Treffern aus 2011/2012 gelangen ihm zuletzt 24 Tore. Damit war Lichtenwimmer der erfolgreichste Spieler in der Landesliga-Gruppe 1 und der zweitbeste aller drei Gruppen.

Lichtenwimmer kann dafür beanspruchen, seine Ausbeute zum Teil unter schwierigsten Umständen erarbeitet zu haben. Schließlich ging es in beiden TuSpo-Jahren oft drunter und drüber — mit Trainer-Entlassungen und Trainer-Wechseln sowie viel Unruhe. Dass der Stürmer trotzdem regelmäßig traf, führt er nicht zuletzt auf die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen TuSpo-Trainer Marek Lesniak zurück: "Von Marek habe ich unheimlich viel gelernt." Die gute Quote wirkte sich aus, weil zahlreiche Angebote anderer Klubs eintrudelten. Letztlich entschied sich Lichtenwimmer für eine Rückkehr zur alten Liebe VfB.

Genau dort will er bei seiner vierten Seniorenstation (nach Wuppertaler SV, TuRU Düsseldorf und TuSpo Richrath) mit daran arbeiten, den Klassenerhalt zu schaffen. Dass die Anforderungen in der Oberliga höher sind, bekam Lichtenwimmer in den bisher zwei Wochen Vorbereitung bereits zu spüren — weil alles schneller geht, weil alles intensiver ist. "Unser Trainer legt viel Wert auf Taktik", erklärt Lichtenwimmer, "das wird uns helfen. Unser einziges Ziel ist der Klassenerhalt. Und wir sind in der Lage, das zu schaffen." So redet jemand, der offensichtlich für vieles einen klaren Plan hat.

(RP)