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Fußball: Lesniak: "Es gab ja auch schöne Momente"

Fußball : Lesniak: "Es gab ja auch schöne Momente"

Der bisherige Trainer des Fußball-Landesligisten TuSpo Richrath geht mit einer Mischung aus Verwunderung und Enttäuschung.

Marek Lesniak ist inzwischen 49 Jahre alt und er hat im Laufe seiner Karriere schon eine Menge erlebt – erst als Profi, dann als Trainer. Trotzdem konnte er im Oktober 2011 nicht im Ansatz ahnen, wie sich sein Engagement als Coach des Fußball-Landesligisten TuSpo Richrath entwickeln sollte. Die vergangenen vier Monate waren sogar immer wieder begleitet von heftigen atmosphärischen Störungen. "Es ist viel passiert im letzten halben Jahr", meint Lesniak, der auf interne Details nicht mehr eingehen will: "Ich möchte das sehr schnell verdrängen." Dass die gemeinhin übliche und offizielle Verabschiedung zum Ende einer Zusammenarbeit am vergangenen Sonntag nach dem 1:3 gegen die SpVg. Schonnebeck praktisch ins Wasser fiel, nahm er vor allem betrübt zur Kenntnis: "Dieser Stachel sitzt tief."

Gemeinsam: Trainer Marek Lesniak (links) hatte in Co-Trainer Sascha Polensky einen echten Leidensgenossen an seiner Seite. Foto: Matzerath

Gekommen war Marek Lesniak vor gut eineinhalb Jahren in einer für Richrath drängenden sportlichen Situation. Der Verein hatte sich damals gerade von seinem erst zum Saisonbeginn 2011/2012 verpflichteten Trainer Michael Kezmann getrennt und die Verantwortung übergangsweise an Kapitän Lukas Beruda weitergegeben. Die Verpflichtung von Lesniak sahen die Richrather damals eindeutig als einen Aufbruch in ruhigere Zeiten. "Ich hoffe, dass wir jetzt etwas richtig gemacht haben", sagte seinerzeit der mit den entscheidenden Gesprächen betraute 2. TuSpo-Vorsitzende Uwe Lindemann (inzwischen nicht mehr im Amt).

Unter Lesniaks Regie schafften die Richrather immerhin das Minimalziel Klassenerhalt – was der als Retter geholte neue Trainer auch heute noch als gute Leistung einschätzt: "Mit dieser Mannschaft die Klasse zu halten, war ein Kunststück." Die schwache Beteiligung am Übungsprogramm galt als einer der wesentlichen Faktoren dafür, dass TuSpo lange zittern musste und am Ende mit viel Mühe den rettenden 13. Platz durchs Ziel brachte.

Die folgende Saison 2012/2013 sollte einen deutlichen Sprung nach oben und wenigstens einen einstelligen Tabellenplatz bringen. Im kleineren Kreis gab Lesniak jedoch eine Position unter den ersten fünf als Wunschvorstellung aus – und gemessen daran landete die Mannschaft letztlich irgendwo zwischen allen Stühlen. Platz sieben sieht auf den ersten Blick halbwegs ordentliche aus, verdeckt allerdings den Blick auf die Realität. TuSpo kam über die gesamte Serie nie voll auf Touren und damit nicht für ein vorderes Resultat in Frage. Bei 39 gesammelten Punkten betrug die Distanz zur haarigen Gefahrenzone zudem nur sieben Zähler. "Wir haben nicht geschafft, was wir uns vorgenommen hatten", bestätigt Lesniak, dem manche in den Monaten April und Mai mehr als einmal den Stuhl vor die Tür setzen wollten.

Gleichzeitig übernimmt er für den sportlichen Teil eine Mitverantwortung: "Natürlich habe auch ich Fehler gemacht." Als ein Beispiel nennt Lesniak den von ihm forcierten Einbau des früheren Baumbergers Dominik Kepper, der sich im Laufe der Monate als klassisches Missverständnis entpuppte und schließlich aus mehreren Gründen im fußballerischen Nichts endete. "Das nehme ich auf meine Kappe", sagt Lesniak, "und vielleicht habe ich dann zu lange an dem einen oder anderen Spieler festgehalten. Natürlich werde ich hier jetzt niemanden persönlich attackieren."

Ganz klar: Darauf verzichtete er in seiner sehr persönlich gehaltenen Abschiedsrede unmittelbar nach dem missglückten Saisonfinale ebenfalls. "Es gab ja auch schöne Momente", meinte Lesniak, der für seine Worte viel Beifall bekam – am Ende von der gesamten Mannschaft, die in der nächsten Serie ein personell stark verändertes Gesicht haben wird. Für den Trainer Marek Lesniak ist dann wohl das Kapitel Richrath vorbei, nicht aber das Kapitel Fußball. Einer wie er kann wahrscheinlich gar nicht davon lassen – und wird vermutlich bald eine neue Aufgabe finden. Dass sich die Dinge nicht immer nach Wunsch entwickeln, wundert ihn sowieso nicht: "Das ist das Leben." So spricht einer, der im Laufe seiner Karriere schon viel erlebt hat.

(RP)