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Lars Brümmer mit Zweifachaufgabe SG Langenfeld und TuSem Essen

Handball : Brümmer geht die Aufgabe SGL positiv an

Der neue Trainer Lars Brümmer nutzt die Coronavirus-Zwangspause, um sich ein noch detaillierteres Bild vom Handball-Regionalligisten SG Langenfeld zu machen, für den er gerne noch den einen oder anderen Spieler holen will.

Die Saison der Regionalliga-Handballer der SG Langenfeld (SGL) ist aufgrund der Coronavirus-Pandemie bereits abgebrochen. In der A-Jugend-Bundesliga wartet Lars Brümmer noch auf eine Entscheidung des Deutschen Handball-Bundes (DHB) – und somit ist der künftige SGL-Trainer derzeit doppelt gefordert. Zum einen beschäftigt er sich ausführlich mit seinem neuen Team, zum anderen bereitet er einen möglichen Wiederbeginn mit dem Nachwuchsteam von TuSem Essen vor. An Letzteres glaubt er aber nicht: „Ich denke nicht, dass noch einmal gespielt wird“, sagt Brümmer. „Wir hängen derzeit alle in der Luft.“

Ein echtes Problem sieht Brümmer darin nicht. Schließlich hat er, wie viele andere auch, derzeit viel Freizeit, um seine Zweifachaufgabe zu meistern. „Ich habe mich noch einmal eindringlich mit Videos der SGL beschäftigt, um mir von allen Spielern eine noch bessere Meinung bilden zu können“, berichtet der Nachfolger des scheidenden Trainers Markus Becker. Seine offizielle Vorstellung vor der neuen Mannschaft soll planmäßig im Juni erfolgen, vorausgesetzt die Situation lässt dies dann zu. Bisher stand er individuell lediglich mit zwei Spielern in näherem Kontakt.

Für den 30 Jahre alten und damit sehr jungen Coach ist die SGL die erste Senioren-Station seiner noch jungen Laufbahn – und eine gute Möglichkeit, um „im Herrenbereich Fuß zu fassen“, wie er im Januar nach der Bekanntgabe seines Wechsels gesagt hatte. Seine bisherige Arbeit im Jugendbereich der Essener A-Jugend war Mitgrund dafür, warum die SGL überhaupt auf ihn aufmerksam wurde. Nun muss er jedoch um einen reibungslosen Einstieg im Seniorenbereich fürchten.

„Der Vorteil einer baldigen DHB-Entscheidung wäre, dass ich weiß, worauf ich mich konzentrieren kann“, sagt der A-Lizenzinhaber, der eher pessimistisch denkt. „Wenn wir zum regulären Zeitpunkt in die neue Saison starten, können wir uns alle schon glücklich schätzen.“ Eine ähnliche Meinung hatten zuletzt auch seine neuen Chefs vertreten. Die SGL-Abteilungsleitung um Dennis Werkmeister und Thorsten Scholl hält aufgrund der großen Unsicherheit derzeit die Füße still. Die Spieler trainieren zu Hause, Transfers werden nicht getätigt, solange die Folgen der Viruskrise nicht absehbar sind.

Brümmer, der selbstredend schon in den vergangenen Monaten in die Kaderplanung eingebunden war, kündigt aber selbstbewusst an, „dass wir garantiert noch einen Spieler holen werden“. Bedarf besteht aktuell auf der Mitte und im linken Rück­raum, aber auch ein Linkshänder täte der SGL noch gut. „Zwei Spieler“, sagt Brümmer, „wären optimal. Es ist aber auch nicht gut, einen Kader zu überfrachten.“ Er interessiert sich zudem für einen Innenblock-Spieler, um in der Abwehr zusätzlich ein defensiveres System einstudieren zu können. Derzeit besteht die Langenfelder Mannschaft aus 13 Spielern.

Bange ist Brümmer angesichts der offenen Stellen aber nicht. „Was dieser Truppe zugute kommt, ist, dass sie eingespielt und sehr verschworen ist. Ich gehe die Aufgabe echt positiv an“, sagt Brümmer. Es ist spürbar: Der neue SGL-Coach besitzt einen klaren Plan. Ob, wie und wann er diesen umsetzen kann, ist aber völlig offen.